Espelkamper wird Exhibitionismus und sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen
Senior soll Kinder belästigt haben

Espelkamp (WB/fs). Vor dem Landgericht Bielefeld muss sich derzeit ein 78-jähriger Mann aus Espelkamp verantworten. Laut Anklage soll er sich in vier Fällen vor drei jungen Mädchen entblößt haben. Zudem soll er in einem Fall sexuelle Handlungen an sich selbst vorgenommen haben.

Freitag, 02.08.2019, 10:00 Uhr
Das Landgericht in Bielefeld. Foto: Rajkumar Mukherjee

Die vierte Strafkammer des Landgerichts verhandelt gegen den 78-Jährigen deshalb wegen Exhibitionismus sowie des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Konkret soll der Espelkamper im Zeitraum vom 29. April 2017 bis 20. Juni 2018 in vier Fällen direkt vor den Mädchen – zwei Schwestern und ihre Cousine – die Hose heruntergelassen haben.

Bei der ersten Tat sollen die drei Mädchen auf einem Spielplatz vor der Erlengrundschule auf ihre Großmutter gewartet haben, während diese in einem nahegelegenen Geschäft eingekauft hat. Der Angeklagte soll sich in einem Gebüsch neben dem Spielplatz aufgehalten und Handlungen an sich selbst vorgenommen haben, als die Mädchen ihn entdeckten. Laut Staatsanwaltschaft sollen die Mädchen daraufhin weggelaufen sein. Der Angeklagte solle dann seine Hose hochgezogen haben, hinterhergelaufen sein und die Mädchen angesprochen haben, dass er ihnen »etwas zeigen wolle«.

Angeklagter wohnt im selben Haus wie die Großmutter der Mädchen

Die Großmutter der Mädchen wurde am ersten Verhandlungstag am Donnerstag als Zeugin gehört. Sie bestätigte den Ablauf. Laut der Großmutter seien ihr die Mädchen bereits entgegengelaufen, als sie das Geschäft verließ, und hätten nach anfänglichem Zögern berichtet, dass ein Mann »Pfui« vor ihnen gemacht hätte. Die Mutter eines der Mädchen erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei. Da die Großmutter im selben Haus wie der Tatverdächtige wohnt, konnten die Kinder diesen später identifizieren. Zudem kam es dort zu mehreren Begegnungen zwischen den Kindern und dem 78-Jährigen, bei denen sich die Kinder mehrfach beobachtet gefühlt haben sollen.

Im letzten Fall soll eines der drei Mädchen – wieder vor der Erlengrundschule – auf ihren Vater gewartet haben, als sie den Angeklagten erneut mit heruntergelassener Hose sah. Der Vater sagte ebenfalls als Zeuge aus und schilderte, dass er seine Tochter weinend angetroffen habe. Als seine Tochter ihm von dem Vorfall mit demselben Mann berichtete, erstattete der Vater noch am selben Tag erneut Anzeige.

Zwei der Mädchen wurden am Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehört. Der Angeklagte verweigerte die Aussage. Seine Verteidigerin stellte einen Antrag auf ein psychologisches Gutachten, um herauszufinden, ob ihr Mandant verhandlungsfähig sei. Weil dieser abgelehnt wurde, stellte sie zudem einen Antrag für ein medizinisches Gutachten. Ihr Mandant sei schwer herzkrank und habe ein Nierenleiden. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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