Waldfreibad Espelkamp: Antrag auf Förderung nicht bewilligt – Neuer Anlauf
Erster Versuch: Fehlgeschlagen

Espelkamp (WB). Die Pläne für den Umbau des Waldfreibades sind fertig. Einigkeit besteht auch zwischen Verwaltung und Politik über einen Umbau – aber leider wurde die Förderung aus dem Fond Soziale Integration im Quartier nicht bewilligt.

Montag, 29.07.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 29.07.2019, 17:50 Uhr
Das Waldfreibad soll umgebaut werden. Unter anderem wird die Mittelinsel – auf dem Foto zu sehen im Rettungsring – verschwinden. Die dafür benötigte Förderung wurde aber bislang nicht gewährt. Die Stadt stellt einen erneuten Förderantrag.

Dies bestätigten auf Anfrage sowohl Horst Radtke, Vorsitzender des Betreibervereins Pro Waldfreibad, sowie Klaus Hagemeier, Vorstand der Stadtwerke AöR, in deren Eigentum sich das Bad befindet.

Projektanträge

Derzeit habe die Stadt noch kein Schreiben von der Bezirksregierung Detmold erhalten, aus dem hervorgehe, aus welchem Grund die Förderung nicht genehmigt wurde. Klaus Hagemeier aber erläuterte, dass der Fördertopf »dreifach überzeichnet« gewesen sei. »Die Städtebauförderung ist breit gefächert.« Aus 92 Kommunen seien 107 Projektanträge mit einem Investitionsvolumen von 155 Millionen Euro gestellt worden. »Es waren aber nur 56 Millionen Euro vorhanden. Für das Jahr 2019 wurden 47 Projekte bewilligt«, sagte Hagemeier weiter.

Er warte nun erstmal auf das Schreiben der Bezirksregierung, »damit wir wissen, woran es gelegen hat«, sagte Hagemeier. Aufgeben aber kommt für die Verantwortlichen nicht in Frage. Im September dieses Jahres werde die Stadt einen erneuten Antrag für eine Förderung im kommenden Jahr stellen, so Hagemeier.

3,9 Millionen Euro

Die Kosten für den Umbau des Waldfreibades belaufen sich nach den Plänen, die im Februar dieses Jahres im Rat vorgestellt wurden (wir berichteten), auf 3,9 Millionen Euro. 2,7 Millionen Euro sollen über den Fond gedeckt werden. 1,184 Millionen Euro müssen Stadt und Stadtwerke selbst aufbringen. Hagemeier erklärte weiter, dass die Stadtverwaltung aus dem zuständigen Landesministerium Signale erhalten habe, bis Ende September dieses Jahres erneut eine Förderung – dann für das nächste Jahr – zu beantragen. Den Integrations-Fond werde es in den kommenden Jahren auch noch geben, sagte Hagemeier. Derzeit könne er nur mutmaßen, dass es vielleicht Projekte gegeben habe, die schon länger auf eine Förderung warten und daher Espelkamp beim ersten Antrag nicht zum Zuge kam.

Überzeichnet

Auch Horst Radtke war zwar ein bisschen enttäuscht. Er erklärte aber im Gespräch mit dieser Zeitung, dass Klaus Hagemeier im Vorfeld immer wieder betont habe, dass ein Zuschlag für eine Förderung beim ersten Antrag schon »das Optimum ist«. Daher sei eine Absage, zumal noch bei einer dreifachen Überzeichnung, zu erwarten gewesen. »Grundsätzlich sind wir positiv gestimmt. Wir werden die Situation neu bewerten und uns ein zweites Mal bewerten«, sagte Radtke.

Erst wenn auch der zweite Antrag fehlschlage, müsse man sich über einen Plan B Gedanken machen. Soweit aber sei es noch nicht und Radtke selbst ist von den Umbauplänen für das Bad angetan. Die Stadt müsse sich nun mit der Regierungspräsidentin zusammensetzen und diese überzeugen. Radtke machte ebenfalls deutlich, dass eine Priorisierung der Projekte, die durch den Fond gefördert werden, in Detmold erfolge. Er sei positiv gestimmt, dass der nächste Antrag genehmigt werde.

Förderung notwendig

Klar ist, und das betonte AöR-Vorstand Klaus Hagemeier im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich, dass aus Sicht der Stadtwerke ein Umbau des Waldfreibades in der geplanten Größenordnung ohne finanzielle Förderung auf keinen Fall realisiert werden könne.

Handfeste Probleme

Derweil muss sich der Waldfreibadverein mit handfesten Problemen auseinandersetzen. Denn der Warmwasserkessel im Bad sei durchgerostet, so Radtke. Daher gebe es derzeit keine Warmwasserdusche. Darüber hinaus verliere das Waldfreibad mit Andreas Nickel zum 1. September eine wichtige Stütze für den Betrieb der Einrichtung.

Wie dieser personelle Aderlass aufgefangen werden soll, konnte Radtke noch nicht genau sagen. Mit Matthias Seemann habe der Verein aber schon einmal vorübergehend einen Ersatz. Auch zwei DLRG-Schwimmer aus Rahden helfen mit.

Neuer Bescheid

Aus der hiesigen Region wurde im Übrigen der Umbau des Freibades in Bünde aus dem Integrations-Fond, der aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln besteht, mit einer Förderung bedacht. Diese liegt bei über vier Millionen Euro. Damit nehmen sich die 2,7 Millionen Euro für Espelkamp beinahe bescheiden aus.

Klaus Hagemeier wartet nun ab, wann der Absage-Bescheid der Bezirksregierung mit den Erläuterungen auf seinem Schreibtisch landet. Dann soll alles für den nächsten Antrag vorbereitet werden. »Und da können wir es dann besser machen«, sagte der AöR-Vorstand.

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