Neues Gemeindezentrum in Espelkamp fast fertig – Turmsanierung bleibt kompliziert
Ende August wird Gottesdienst gefeiert

Espelkamp (WB). Die Zeit des »Exils« ist für die Martins-Kirchengemeinde bald vorbei. Nach den Sommerferien soll wieder Gottesdienst in der Thomaskirche gefeiert werden, kündigt Baukirchmeister Kurt Henning an. Denn Gemeindezentrum und Kirchenschiff sind so gut wie fertig. Nur am Turm wartet noch reichlich Arbeit.

Freitag, 19.07.2019, 06:00 Uhr
Die Baustelle kommt gut voran. Baukirchmeister Kurt Henning und Bauleiter Thomas Schwiertz (rechts) am Turm der Thomaskirche. Ganz links sind Gerüstteile zu erkennen, die durch das Feuer angegriffen wurden und noch ersetzt werden müssen. Foto: Niemeyer

Zwei besondere Termine stehen auch schon fest. Am 29. September kann in der Kirche Silber-Konfirmation gefeiert werden, am 27. Oktober dann Gold- und weitere Jubiläumskonfirmationen.

Zum Betreten der Thomaskirche ist auch jetzt schon kein Bauhelm mehr notwendig. Zwar ist noch zeitweise das Summen des Entfeuchters zu hören, doch bis auf die Reinigung der Orgel sind hier alle Arbeiten abgeschlossen, wie der bauleitende Architekt Thomas Schwiertz vom Bad Salzufler Büro SBP berichtet. »Auch der Natursteinboden und die Kirchenbänke sind aufgearbeitet«, sagt Schwiertz. Das Löschwasser habe glücklicherweise keine nachhaltigen Schäden hinterlassen.

Geteilter Saal

Neues Gemeindezentrum in Espelkamp

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Foto: Friederike Niemeyer
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Im neuen, 1,4 Millionen Euro teuren Gemeindezentrum mit den beiden markanten Flügeln sind Innenausstattung und Malerarbeiten »fast durch«, wie Thomas Schwiertz sagt. Auch die noch von der Bauaufsicht eingeforderten Brandschutztüren sind eingebaut. Das neue Foyer wirkt mit dem aufgearbeiteten historischen Boden und der Fensterfront vertraut – der Erhalt war eine Forderung des Denkmalschutzes. Neue Akzente setzen die großen Deckenlampen in Scheibenform. »Hier ist Raum für das Kaffeetrinken nach dem Gottesdienst«, sagt Baukirchmeister Kurt Henning.

Fast überall sei Fußbodenheizung, sagt er und zeigt den großen Saal im nördlichen Flügel. »Von draußen hört man fast nichts. Trotz der großen Fenster.« Der Saal kann geteilt werden. Er soll etwa für Chorproben und Versammlungen genutzt werden. Auch die Übertragung des Gottesdienstes ist möglich, wenn sehr viele Besucher da sind. Küche und Technikraum schließen sich an.

Im südlichen Trakt ist ein kleiner Saal für Besprechungen untergebracht, daneben ein weiterer Gruppenraum sowie der Raum für den Eine-Welt-Laden. Putzmittel- und Sanitärräume folgen.

Keine vollständige Freigabe

Eigentlich fehlen nur noch letzte Arbeiten an der Fassade des Gemeindezentrums, die aber nach Auskunft von Thomas Schwiertz erst ganz am Schluss folgen, wenn das Gerüst nach und nach abgebaut wird. Die nach wie vor für die Turmarbeiten noch benötigte vollständige Einrüstung ist auch der Grund, warum das Gemeindezentrum ab Ende August zwar wieder genutzt werden darf, aber noch nicht vollständig freigegeben ist. »Eingeschränkte Nutzungsgenehmigung« nenne sich das, so Kurt Henning. Mehr als 300 Menschen dürfen in Kirche und Anbauten derzeit nicht zusammenkommen, weil ein Notausgang durch die Einrüstung nicht frei nutzbar ist. Auch die Empore in der Kirche darf nur von maximal 50 Menschen betreten werden, aus Brandschutzgründen.

Wie lange das Gerüst noch stehen bleiben wird, darauf will sich Bauleiter Thomas Schwiertz nicht festlegen, weil nicht klar ist, wie lange sich die Turmsanierung noch hinzieht. Er hofft darauf, den Turm Ende des Jahres abzudecken und das Projekt im Frühjahr abzuschließen.

Derzeit werden Angebote für Dachverschalung und Kupfereindeckung eingeholt. Beim Turm sei die Standsicherheit durch die Brandschäden problematisch. Erst vor kurzem habe es die Freigabe gegeben, dass nicht das komplette Stahlgerüst des Turmdachs ausgetauscht werden muss, berichtet Schwiertz. »Aber die Stahlträger sind nicht, wie gedacht, schweißbar. Jedes ausgetauschte Bauteil muss geschraubt werden«, sagt der Architekt.

Entscheidung ist gefallen

Zwar werde die Turmspitze in der Werkstatt geschweißt, das gesamte Stück müsse dann oben am Turm aber angeschraubt werden. Eine Untersuchung habe zudem gezeigt, dass das Dachgerüst noch großzügiger zurückgebaut werden müsse: von der 35 Meter hohen Spitze nicht nur auf 30, sondern auf etwa 25 Meter herunter. Sehr positiv sei, dass das Außengerüst dank der Spezialisten der Firma Meyer nicht durch das Kirchendach hindurch gebaut werden musste, sondern komplett außerhalb des Gebäudes errichtet werden konnte.

Bei den Glocken hat es inzwischen eine Entscheidung gegeben. Kurt Henning: »Das Denkmalamt ist damit einverstanden, dass wir die zwei kleinen Stahlglocken aus Bronze nachgießen.« Denn der schlechte Zustand sei schon erkennbar gewesen, so Thomas Schwiertz. »Dies noch genau zu überprüfen, wäre ähnlich teuer gewesen, wie die neuen Bronzeglocken.«

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