SPD veranstaltet Konferenz zum Klimaschutz und diskutiert mögliche Maßnahmen in Espelkamp
»Coffee-to-go-Konzept« bis Nahwärmeinseln

Espelkamp  (WB/ko). André Stargardt hat die Ziele der ersten Klimakonferenz in Espelkamp auf den Punkt gebracht: »Wir müssen Espelkamp in eine ökologische Gesellschaft führen und den Klimawandel durch regionale Konzepte und Wertschöpfung positiv besetzen«, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Espelkamper SPD.

Dienstag, 09.07.2019, 08:00 Uhr
Die Moderatoren André Stargardt (links) und Fabian Golanowsky haben bei der Klimakonferenz Ideen gesammelt. Foto: A. Kokemoor

Zu dieser Klimakonferenz hatten die Sozialdemokraten in das Nachbarschaftszentrum im Erlengrund eingeladen. Mit dabei waren neben den Gastgebern 25 interessierte Teilnehmer sowie Vertreter aus Stadtverwaltung und vom Klimabündnis. Unter den Besuchern war auch eine Vertreterin des neu gegründeten Jugendbeirats der Stadt Espelkamp sowie Stadtjugendpfleger Frank Engelhardt. Sie erfuhren, was bereits in Espelkamp getan wird und welche Ziele angestrebt werden.

Hagemeier: »Mehr in Quartieren denken«

Stadtwerke-Vorstand Klaus Hagemeier erläuterte, dass beim Thema Energie und Wärme in Zukunft mehr in Quartieren gedacht werden müsse und nannte dabei als Stichwort »Nahwärmeinseln«.

Rainer Rohrbeck, Vorsitzender vom Klimabündnis im Mühlenkreis verlas eine Meldung, dass das Bier knapp wird, weil die Braugerste fehlt. »Wenn nicht jetzt, wann dann, soll ein Umdenken beim Klimawandel erfolgen?«, fragte er. Er fordert ein konsequentes Umdenken und ein anderes Handeln. Rohrbeck stellte das Klimabündnis vor, dass 2008 Einzelpersonen und Gruppen in Kreis Minden-Lübbecke gründeten. »Es sind bereits viele gute Ideen und Initiativen vorhanden. Wir wollen die Bürger mitnehmen. Je mehr Bürgerinnen und Bürger uns unterstützen, je eher werden unsere Ziele erreicht«, sagte Rainer Rohrbeck. Er sagte aber auch: »Der Weg ist weit und schwer. Aber der Weg stärkt den Wanderer.«

»Auf lokaler Ebene lässt sich einiges bewegen«

In der Diskussion ging es unter anderen um die Frage von Freiwilligkeit oder Zwang. Durch den zweistündigen Abend führten André Stargardt und Fabian Golanowsky. »Wir sind überzeugt: Auf lokaler Ebene lässt sich einiges bewegen«, erklärte Stargardt seine Motivation für die Einladung zu dieser Konferenz.

Stargardt und Golanowsky stellten die Frage: »Was können wir in Espelkamp tun?« In Kleingruppen erarbeiteten die Anwesenden an den Tischen Lösungsvorschläge. Dabei kamen verschiedene Ideen zur Sprache, was jeder für sich und für die Stadt tun kann, aber auch, was die Stadt Espelkamp und ihre Bürger tun könnte. »Klimaschutz tut weh«, sagte ein Besucher. »Vielleicht brauchen wir wirklich Klima-Diktatoren«, mutmaßte ein anderer Teilnehmer.

Zahlreiche Vorschläge

Die Vorschläge reichten unter anderem von einem funktionierenden Coffee-to-go-Konzept, über mehr Mülleimer in der Stadt, besseren und günstigeren Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Tempo 30, die Förderung einer fahrradfreundlicheren Stadt, den Schutz der Bäume, bis hin zum Ausbau von Nahwärme, dem Heizen ganzer Wohngebiete mit Klein-BHKW und mehr Fotovoltaik und dem Begrünen von Flachdächern. Als eine »große Baustelle« wurde die Mobilität ausgemacht. »Muss ich wirklich zwei Tonnen Blech bewegen, um 90 Kilogramm Biomasse zu bewegen?«, fragte ein Besucher. Außerdem wurde über Bürgerbeteiligungs-Gesellschaften für Fotovoltaik gesprochen. Klaus Hagemeier erläuterte zum Thema Brennstoffzellen: »Die Technik wird kommen, aber es wird eine Herkules-Aufgabe sein.«

»Müssen wir den Klimanotstand ausrufen?«, wollte André Stargardt wissen. »Wir haben ihn bereits«, antwortete sein Parteifreund Hartmut Stickan. Er zitierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die gesteckten Klimaziele nicht erreicht werden. »Wir müssen mehr Anstrengungen unternehmen, als bisher«, forderte er.

Stargardt erklärte, dass diese Klimakonferenz nicht die letzte gewesen sein soll. »Klimaschutz muss in das öffentliche Bewusstsein«, appellierte Fabian Golanowsky.

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