Wilhelm Stockmann kritisiert Analyse des VSR-Gewässerschutzes Ein »massiver Angriff«

Espelkamp (WB/fq). Der VSR-Gewässerschutz hat vor wenigen Tagen die hohen Nitratwerte im Grundwasser beklagt. Als Hauptschuldigen haben die Verantwortlichen vor allem die Landwirtschaft ausgemacht.

Wilhelm Stockmann von der Espelkamper CDU.
Wilhelm Stockmann von der Espelkamper CDU.

Das wollte CDU-Politiker Wilhelm Stockmann während der Sitzung im Hauptausschuss nicht unwidersprochen stehen lassen. »Der Landwirtschaft wird wieder alles in die Schuhe geschoben«, sagte Stockmann, der sich auf den Bericht in dieser Zeitung bezog.

Wasser sei natürlich ein hohes Gut. Er sei selber Landwirt und es sei ihm natürlich auch sehr wichtig, das Wasser zu schützen. Aber könne es nicht auch sein, dass diese Nitratbelastung andere Gründe habe, fragte er. Viele Bürger würden heutzutage ihr Gemüse selbst anbauen. Und das werde schließlich auch gedüngt.

»Wir müssen eine Düngebdarfsberechnung machen«

Der VSR-Gewässerschutz hatte unter anderem in Rahden-Stelle bei einem Privatbrunnen 123 Milligramm Nitrat je Liter Wasser festgestellt. Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm. In Fabbenstedt sei das Wasser aus einem Brunnen mit 117 mg/l gemessen worden. In der Analyse machte der VSR-Gewässerschutz die Landwirte als Verursacher aus.

Wilhelm Stockmann sah in dieser Schuldzuweisung »einen massiven Angriff«, den er nicht unwidersprochen stehen lassen wollte. Er sagte, es werde ja eine neue Düngeverordnung kommen. Zudem sei es auch nicht so, dass die Landwirte auf die Felder fahren und einfach ihren Dünger ausbringen würden. »Wir müssen eine Düngebdarfsberechnung machen und müssen alles dokumentieren«, sagte Stockmann, der auch Ortsvorsteher in Frotheim ist. Er betonte daher im Hauptausschuss ganz deutlich, dass er darum bitten würde, der Landwirtschaft nicht alle Schuld für die schlechten Werte in die Schuhe zu schieben. Er machte vielmehr den Vorschlag, auch einmal zu schauen und zu analysieren, ob es nicht doch andere Einträge gebe. Letztlich, so Wilhelm Stockmann abschließend, würden die Nitrat-Richtwerte in Espelkamp aber eingehalten.

Blühstreifen sollen angelegt werden

Der Klima- und Umweltschutz war auch Thema bei der letzten Bekanntgabe des Tages. Thorsten Blauert, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, erklärte, dass die Stadtverwaltung nun beginnen werde, die Blühstreifen in der Spechtstraße und im Bussardweg anzulegen. Dafür würde nun erstmal das Gras abgemäht, um dann einzusäen.

Die Anlage von Blühstreifen im Stadtgebiet ist seit einiger Zeit immer wieder Thema in den Ausschüssen. Damit will auch die Stadt Espelkamp ihren Beitrag leisten, um das Insektensterben einzudämmen.

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