Sonderausstellung »Die wilden 70er Jahre« im Deutschen Automatenmuseum Der »Partykeller« ist eröffnet

Espelkamp-Gestringen (WB). »Die wilden 70er Jahre« noch einmal erleben? Im Deutschen Automatenmuseum ist das jetzt möglich.

Von Ria Stübing
Tanja Bode schwelgt mit Hilfe des digitalen Bravo-Buchs in Erinnerungen. Die digitalisierten Ausgaben der Jugendzeitschrift spiegeln Stimmung und Trends der 70er Jahre in der neuen Sonderausstellung wider.
Tanja Bode schwelgt mit Hilfe des digitalen Bravo-Buchs in Erinnerungen. Die digitalisierten Ausgaben der Jugendzeitschrift spiegeln Stimmung und Trends der 70er Jahre in der neuen Sonderausstellung wider. Foto: Ria Stübing

Mit einem stilechten Partykeller, den Hits dieser Zeit aus der Jukebox, Flipperautomaten und einem digitalen Bravo-Buch werden die Besucher in die Zeit entführt, in der die Pril-Blume in fast jeder deutschen Küche klebte und der erste »Tatort« über die Bildschirme im heimischen Wohnzimmer flimmerte, Deutschland sich in der Heimat den Fußball-Weltmeistertitel holte und Willy Brandt im Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs in Warschau auf die Knie fiel.

Ehrengast

Zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung auf dem Gelände von Schloss Benkhausen begrüßte Museumsleiter Sascha Wömpener besonders Gisela Vorwerg, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Espelkamp, Karin und Paul Gauselmann, die Hausherren, und das gesamte Team des Museums, dem er seinen ausdrücklichen Dank für die engagierte Arbeit aussprach. Dies sei bereits die fünfte Sonderausstellung in Benkhausen, freute sich Wömpener und betonte, dass das Schloss Besucher aus Nah und Fern anlocke und ein besonderes Glanzlicht für die Region darstelle. »Dies ist kein klassischer Touristikstandort und es ist unsere Aufgabe, ihn als solchen aufzubauen«, erklärte er weiter und betont, wie wichtig in diesem Zusammenhang die Kooperation mit Partnern sei. »Wie bunt, vielfältig und facettenreich die Münzautomatenwelt ist, zeigt diese Ausstellung, die Jessica Midding kuratiert hat«, begeisterte sich der Museumsleiter für diese besondere Präsentation von Exponaten, die zu den jüngsten Stücken aus der Sammlung Gauselmann gehören.

»Brauner Bär«

Wer die 70er Jahre selbst erlebt hat, fühle sich sofort in die Ära von Kettcar, »Brauner Bär« und ein paar Zehnpfennigstücken in der Tasche zurückversetzt. Mit einem fröhlichen »Tschüssikowski«, einem Schlagwort aus der 70er Jahre Kultserie »Die Zwei«, gab er das Wort an Gisela Vorwerg weiter.

»Automaten waren omnipräsent in den 70ern«, erinnerte sich diese an eine Zeit, in der die Musik nicht aus dem Smartphone sondern aus der Musikbox kam. Die stellvertretende Bürgermeisterin lobte die Ausstellung als eine kurzweilige Reise in eine Zeit, die sie selbst als sehr wild und bewegend erlebt habe. Jessica Midding, Kuratorin der Ausstellung, zeigte sich nach der intensiven Beschäftigung mit den 70er Jahren überzeugt davon, dass sie zu spät geboren worden sei – die wilden 70er habe sie nicht miterleben können. Dennoch werde sie die Besucher »heute Abend in die Vergangenheit führen. Sie werden in Erinnerungen schwelgen«, versprach sie den Gästen im Anschluss an ihre Einführung.

Es gebe viel (wieder)zu entdecken im Deutschen Münzautomatenmuseum. Der Flipper, der früher aus keiner Kneipe wegzudenken war, mehrere Musikboxen – selbstverständlich bestückt mit jeder Menge erinnerungsträchtigen Liedern – und mitten im Raum ein »Partykeller«, in dem alles echt ist. Mit viel Liebe zum Detail haben die Mitarbeiter passende Accessoires gesucht und gefunden: Von der orange-braunen Blumentapete, über die Gläser bis hin zur Discokugel spricht jedes Stück in der neuen Sonderausstellung für die Liebe zum Detail, mit der geplant wurde.

Puzzleteile

Gläser für die kleine Bar wurden aus den Haushalten von Eltern oder Großeltern besorgt, dass passende Wandregal dafür gab es in einem Geschäft für Gebrauchtwaren. Zwischen Partykeller und Exponaten aus der Welt der Münzautomaten bringen Tafeln mit Informationen zum Zeitgeschehen in den 70er Jahren dem Museumsbesucher die Atmosphäre dieses Jahrzehnts näher.

Ob Sport, Politik oder die Information, wann die erste Tiefkühlpizza auf den deutschen Markt kam und an welchem Tag Elvis Presley starb – all diese Puzzleteile komplettieren mit den Automaten und der Musik aus der Jukebox ein Bild, in das der Gast eintauchen und sich selbst als Teil dieser Zeit fühlen kann.

Die Ausstellung »Die wilden 70er Jahre« ist bis zum 14. Juni 2020 im Deutschen Automatenmuseum auf Schloss Benkhausen zu sehen. Weitere Informationen gibt es unter www.deutsches-automatenmuseum.de oder Telefon 05743/9318222.

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