Politiker des Hauptausschusses sind in der Fiesteler Firma Naue zu Besuch
Eine beeindruckende Vorstellung

Espelkamp-Fiestel (WB). Die Mitglieder des Hauptausschusses schauen gebannt auf die Maschine. Wann reißt die Kunststoffprobe, die in einer Maschine einem maximalen Belastungstest unterzogen wird?

Freitag, 07.06.2019, 05:00 Uhr
Alexander Naue (links) erläutert den Mitgliedern des Hauptausschusses die Maschine, an dem ein Belastungstest vorgenommen wird. Bei Naue wird aber nicht nur produziert. Es wird auch geplant und verlegt. Dies sei einmalig in der Branche, so Naue. Foto: Felix Quebbemann

Geschäftsführer Alexander Naue und Andreas Weingärtner, stellvertretender Produktionsleiter, führten die Politiker und die Verwaltungsmitarbeiter durch die Firma.

Global-Player

Zuvor bedankte sich Bürgermeister Heinrich Vieker für die Einladung und sagte, dass die Firma Naue eine besondere Bedeutung für Espelkamp habe. Denn Großvater Erich Naue gehöre zu den Gründervätern der Stadt.

Zunächst in der Autoproduktion beheimatet orientierte sich die Firma in den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts neu und konzentrierte sich auf die Entwicklung von Geo-Kunststoffen. Dort habe sich Naue im Bereich der Vliesstoffe zum Global-Player und Weltmarktführer etabliert.

250 Mitarbeiter seien im Hauptwerk in Fiestel tätig, erläuterte Geschäftsführer Alexander Naue im Anschluss. Vor drei bis vier Jahren seien es 200 gewesen.

Niederlassungen

Seit einigen Jahren, so Naue weiter, habe das Unternehmen unter anderem eine Niederlassung in Kuala Lumpur, um damit das Geschäft im fernen Osten schneller bedienen zu können. Weltweit beschäftige Naue 500 Mitarbeiter. Eine weitere Niederlassung gebe es in Adorf. Tochtergesellschaften befänden sich in England, Frankreich, Rumänen und Polen.

»Die Geschichte von Naue startet mit dem Bau des Mittellandkanals«, blickte der Geschäftsführer kurz in die Historie zurück. Dabei sei es das erste Mal gewesen, dass Vliesstoffe im Wasserbau eingesetzt wurden. Die Vliesstoffe verhindern unter anderem das Abtragen des Ufers sowie die Bodenerosion. Zudem stabilisieren sie im Straßen- und im Gleisbau das Fundament.

Haus Kliffende

Beim Mittellandkanal seien auch nach 60 Jahren die eingesetzten Stoffe noch zu 95 Prozent so, wie sie damals eingebaut wurden, bilanzierte Naue.

Auch eines der berühmtesten Häuser auf der Insel Sylt, das Haus Kliffende, stehe heute immer noch sicher, weil die unmittelbar angrenzende Küste mit Vliesstoffen ausgelegt und stabilisiert wurde. Das Fiesteler Unternehmen habe eine Anfrage erhalten, ob es nicht auch den Schutz der Küste rechts und links vom Haus Kliffende übernehmen wolle, so Naue. Es »war ein harter Kampf«, die Tauglichkeit von Geo-Kunststoffen unter Beweis zu stellen. »Aber die Haltbarkeit steht außer Zweifel«, so Naue.

CO2-Bilanz

Er stellte auch den Umweltgedanken heraus. Kohlendioxid sei ein »Riesenthema«. Um 4500 Quadratmeter Fläche abdichten zu können, werde die Vliesstoff-Ladung eines Lkw benötigt. Würde man die Fläche mit Ton verdichten, würden 187 Lkw-Ladungen fällig. »Die CO 2 -Bilanz ist um ein Vielfaches besser als mit herkömmlichen Baumaterialien.« Zudem könnten mit den Vliesstoffen natürliche Ressourcen wie Kies und Sand geschont werden.

Alexander Naue betonte ausdrücklich, dass Plastikmüll natürlich nicht ins Meer gehöre. Aufgrund dieses Missstandes hätten Kunststoffe aber derzeit nicht den besten Ruf. Bei Naue würden die bei der Produktion von Dichtungsbahnen anfallenden Abfallstoffe jedoch zu 100 Prozent recycelt. Darüber hinaus betonte der Geschäftsführer die lange Haltbarkeit der hergestellten Dichtungsbahnen von etwa 400 Jahren. »Wir haben so gut wie keinen Abfall. Und das, was wir haben, recyceln wir. Der Umweltgedanke ist klar auf unserer Seite.«

Millionen-Investitionen

Naue habe in den vergangen vier Jahren jeweils zehn Millionen Euro jährlich in Fiestel investiert. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. So werde schon bald ein neues Bürogebäude auf dem Naue-Gelände gebaut.

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