Weltfahrradtag: Grüne und ADFC rufen zur Poolnudel-Demo in Espelkamp
Fahrradfahrer fordern mehr Platz

Espelkamp (WB/fq). Es war ein ungewöhnliches Bild, das sich am Montagmittag auf der Breslauer Straße zeigte. Etwa 15 Radler waren auf ihrem Drahtesel in der Innenstadt unterwegs. An ihren Rädern waren so genannte Poolnudeln befestigt.

Dienstag, 04.06.2019, 05:00 Uhr
1,50 Meter misst die Poolnudel in der Hand von Andreas Sültrup. Die Nudeln wurde an den Fahrrädern befestigt. Foto: Felix Quebbemann

Die haben ihr Zuhause eigentlich unter anderem im Freibad. So viel aber hatte es nun auch noch nicht am Montagmittag geregnet, als dass man mit Poolnudeln durch die Innenstadt schwimmen konnte.

Ungewöhnliche Maßnahme

Warum also diese ungewöhnliche Maßnahme? Bündnis 90/Die Grünen und der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) im Kreis Minden-Lübbecke hatten zur »Poolnudel-Demo« aufgerufen. Anlass war der Weltfahrradtag. Jeder Teilnehmer sollte eine Poolnudel an der linken Seite des Fahrrades befestigen. Diese Nudel simulierte maximal einen Abstand von 1,50 Meter. Das ist genau die Spanne, die die Straßenverkehrsordnung für den Abstand zwischen Autos und Fahrrad beim Überholvorgang vorsieht.

Zum Weltfahrradtag wollten die Initiatoren darauf aufmerksam machen, dass dies allzu oft eben nicht eingehalten wird. Die Grünen hatten sich den Slogan des ADFC geliehen und unter der Forderung »Mehr Platz fürs Fahrrad« die Aktion organisiert. An der nahm auch Burkhard Witte, Vorsitzender des ADFC im Mühlenkreis teil.

Sehr eng

»Die Aktion ist ein Hinweis darauf, dass beim Straßenneubau, nicht nur Autofahrer Platz bekommen, sondern auch Fahrradfahrer und Fußgänger«, erklärte Andreas Sültrup, Grünen-Fraktionsvorsitzender. Dies sei in der jüngeren Vergangenheit in Espelkamp nicht immer der Fall gewesen. So nannte Sültrup die Koloniestraße – dort vor allem der Abschnitt von der Brücke hinab zum Kreisverkehr mit der Gabelhorst. »Da ist es sehr eng geworden.« Die Autos kämen dicht an die Fahrradfahrer heran. Auch die Gabelhorst nannte er einen Gefahrenpunkt.

Daher sind die 15 Teilnehmer von der Breslauer in die Rahdener Straße gefahren. Von dort ging es zum Kreisverkehr mit der General-Bishop-Straße. Über Gabelhorst, Fritz-Steding-Brücke, Beuthener Straße und »Am Hügel« ging es zum Ausgangspunkt am Wilhelm-Kern-Platz zurück.

Nachdruck

Sültrup übrigens begrüßte wie der ADFC auch, dass die Radfahrer auf die Straße gebracht werden sollen. Dann aber müssten sie dort auch entsprechend geschützt werden. Diesem Sachverhalt verliehen die Grünen mit ihrer Aktion zum gestrigen Weltfahrradtag deutlich Nachdruck. Eine ähnliche Aktion gab es auch schon in Minden.

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