Wittekindshof plant Neubau am Espelkamper Industriegebiet Beuthener Straße
140 Arbeitsplätze entstehen

Espelkamp (WB/fq). Rege Bautätigkeit gibt es derzeit im südlichen Industriegebiet in Espelkamp. Nach der Werbeagentur Wepp wird derzeit am neuen Unternehmensgebäude von Meyer-Wagenfeld (Arztpraxis-Zubehör) gebaut. Und schon bald wird wohl auch ein Neubau des Wittekindshofes auf dem ehemaligen Krausegelände stehen.

Samstag, 04.05.2019, 02:00 Uhr
Südlich der Beuthener Straße entwickelt sich das Industriegebiet. Neben der Wepp Werbeagentur und Meyer-Wagenfeld (Arztpraxis-Ausstatter) will der Wittekindshof bald auf der Freifläche (im Hintergrund) eine neue Produktionsstätte bauen. Foto: Felix Quebbemann

Die Diakonische Stiftung Wittekindshof plant nämlich, Teile des Grundstücks der ehemaligen Firma Ringbuchtechnik Krause an der Beuthener Straße von der Stadt Espelkamp zu erwerben. Dort soll in Zukunft eine neue Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) entstehen. »Derzeit müssen noch einige Formalitäten geklärt werden. Aber sobald das geregelt ist, wollen wir den Vertrag unterzeichnen. Wir wollen 7600 Quadratmeter des Grundstücks kaufen«, sagt Bernd Wlotkowski, zuständiger Geschäftsbereichsleiter der Wittekindshofer Werkstätten. Insgesamt sollen 140 Arbeitsplätze entstehen.

Ersatzbau

Bereits längere Zeit habe der Wittekindshof nach geeigneten Grundstücken in Espelkamp gesucht. Die neue Werkstatt für Menschen mit Behinderung wird zukünftig als Ersatzbau für die Betriebsstätte in Benkhausen dienen. Diese bietet etwa 100 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung aus dem Altkreis Lübbecke, die Verpackungs- und Montagearbeiten der heimischen Industrie übernehmen. Etwa die Hälfte der Mitarbeitenden mit Werkstattvertrag hat eine anerkannte schwere Mehrfachbehinderung und ist auf umfangreiche Unterstützung am Arbeitsplatz angewiesen.

Seit dem Jahr 1998 bereits werden dort Arbeitsplätze für Menschen mit dem seltenen Prader-Willi-Syndrom (PWS) angeboten, die aufgrund ihrer Behinderung einerseits auf viel Unterstützung im Arbeitsalltag angewiesen sind, andererseits auch oft sehr anspruchsvolle Aufgaben übernehmen können.

An Grenzen stoßen

»Wir stoßen in der Betriebsstätte Benkhausen jedoch an Grenzen, sowohl was die Größe der Werkstatt, als auch was die Ausstattung angeht. Wir benötigen insbesondere aufgrund des überdurchschnittlich hohen Anteils an Frauen und Männern mit schwerstmehrfach Behinderung größere Sanitär- sowie Pflege- und Therapieräume. In Zukunft wollen wir darüber hinaus moderne Arbeitsplätze bieten, die den Fähigkeiten des Einzelnen entsprechen und zum Menschen passen, nicht andersherum«, sagt Reiner Breder, der als Wittekindshofer Ressortleiter für den Bereich Arbeit, Bildung und Gesundheit verantwortlich ist.

»Ein Arbeitsplatz im Wittekindshof dient nicht nur der reinen Beschäftigung. Im Zentrum steht vielmehr die persönliche und berufliche Weiterentwicklung jedes Einzelnen. Dazu benötigen wir passende Räume.«

3000 Quadratmeter

In der neuen Betriebsstätte an der Beuthener Straße sollen nach jetzigem Stand auf mehr als 3000 Quadratmetern 140 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung entstehen. »Wir planen einen eingeschossigen Bau, der mehr Platz für Rückzugsmöglichkeiten und kleinere Gruppenräume bietet, um Frauen und Männern, die auf ein ruhiges Arbeitsumfeld angewiesen sind, eben genau dies zu bieten. Die Produktionsräume werden den aktuellen Anforderungen entsprechen. Zudem wollen wir mehr Lagermöglichkeiten schaffen«, ergänzt Wlotkowski. Neben den bereits jetzt in Benkhausen angebotenen Dienstleistungen wie Verpackungs- und Montagearbeiten, Metallbearbeitung und Konfektionierung, sei es Ziel, zukünftig auch Elektromontagearbeiten erledigen zu können.

Einen weiteren Vorteil des Grundstücks an der Beuthener Straße stellt die Lage dar. Die Wittekindshofer Wohnhäuser am Glatzer Garten und Hirschberger Weg liegen in der Nähe. Die Betriebsstätte wäre einfach mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. »So können wir Menschen, die unsere Wohnangebote nutzen, auch einen attraktiven Arbeitsplatz bieten. Aber auch externe Interessenten könnten die WfbM gut erreichen«, betont Geschäftsbereichsleiter Bernd Wlotkowski.

Das Wohnhaus am Glatzer Garten ist erst vor zwei Jahren von der Aufbaugemeinschaft gebaut und vom Wittekindshof gemietet worden. In dem Appartement-Haus wohnen Menschen mit Behinderungen in Einzel- oder Doppelappartements.

Attraktiver Standort

»Espelkamp ist als Technologiestandort mit vielen mittelständischen, familiengeführten Unternehmen ein attraktiver Standort für die Diakonische Stiftung Wittekindshof. Im Sinne des Inklusionsgedankens, können wir uns vorstellen, mit einem heimischen Unternehmen die Werkstatt gemeinsam zu nutzen. Wie solch eine Kooperation aussehen kann, dafür sind wir offen«, sagt Reiner Breder.

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