Sicherheitsausschuss: Wachleiter Jürgensmeyer stellt die Kriminalitätsstatistik vor
»Espelkamp ist eine sichere Stadt«

Espelkamp (WB). »Im Westen nichts Neues« – mit diesen Worten des Schriftstellers Erich Maria Remarque eröffnete Espelkamps Wachleiter Andreas Jürgensmeyer die Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2018 für die junge Stadt im Sicherheitsausschuss.

Donnerstag, 04.04.2019, 05:00 Uhr
Im Sicherheitsausschuss sind die Zahlen der Kriminalitätsstatistik für das vergangenen Jahr vorgestellt worden.

Es habe sich im Vergleich zum Vorjahr nur wenig geändert. Allerdings, so Jürgensmeyer weiter, zeigten sich an den Zahlen auch Besonderheiten, die nur auf Espelkamp zuträfen. So gingen zwar deutschlandweit die insgesamt angezeigten Straftaten nach unten. Auf Espelkamp aber treffe dies nicht zu. Denn im Jahr 2018 wurden insgesamt 932 Straftaten angezeigt. Dies sind sechs mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote hat sich jedoch verbessert. Betrug diese noch im Jahr 2017 etwa 53 Prozent, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 57 Prozent.

Kriminalitätshäufigkeitszahl

Jürgensmeyer betonte, dass Espelkamp eine sichere Stadt sei. Immer wieder höre man, dass die Kriminalität in Espelkamp so hoch sei wie in Großstädten – zum Beispiel Frankfurt. Die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ), die die Anzahl von Straftaten, hochgerechnet auf 100.000 Bewohner angibt, zeigt jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Beträgt der Wert in Frankfurt etwa 16.000 liegt er in Espelkamp bei 3757. Damit könne es Espelkamp sogar mit der Stadt Erding im »Law-and-Order-Staat« Bayern aufnehmen, so Jürgensmeyer. Sie gilt als eine der sichersten Städte in Bayern und weißt eine KHZ von 3053 auf.

Jürgensmeyer zeigte sich jedoch etwas verwundert darüber, dass die Einsatzzahlen der Polizei in Espelkamp deutlich gestiegen sind. Er wisse nicht, woran das liege, könne sich aber vorstellen, dass die Menschen heutzutage eher die Polizei rufen würden.

Ein Ausreißer in der Kriminalitätsstatistik seien die Wohnungseinbruchsdiebstähle. Die seien von 27 im Jahr 2017 auf 42 im Vorjahr gestiegen. Dies sei zwar ein geringes Level. »Aber wir haben einen Zugang zu verzeichnen.«

Erfreut zeigte er sich, dass die rechtsradikalen Schmierereien beendet wurden, die eine Zeit lang in und um Espelkamp an verschiedenen Stellen angebracht wurden.

Bedauerliche Nachricht

Jürgensmeyer sagte, er sei froh, dass dies aufgehört habe und er sei sich auch sicher, dass die Espelkamper Polizei mit einem der Täter gesprochen habe. Der wohne aber mittlerweile nicht mehr in Espelkamp. Auch der Staatsschutz in Bielefeld habe sich für die Person sehr interessiert.

Jürgensmeyer erläuterte weiter, dass der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger an den Gesamtstraftaten in Espelkamp mit einem Viertel absolut im Soll liege. »Das ist für eine Stadt wie Espelkamp, die einen so hohen Anteil an Zuwanderern hat, nichts Besonderes.«

Eine bedauerliche Nachricht hatte Jürgensmeyer schließlich noch in eigener Sache zu verkünden. Denn nach knapp sechseinhalb Jahren als Wachleiter werde er am 15. April diesen Posten aufgeben und eine Stelle in Minden übernehmen. Er bedaure zwar, Espelkamp verlassen zu müssen, freue sich aber auf seine neue Aufgabe.

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