Stadt informiert über Pläne für Sportplatz am Hindenburgring
Gerodete Bäume werden im Verhältnis 2:1 ersetzt

Espelkamp (aha). Die Stadt Espelkamp hat jetzt die Planungen für das Gewerbegebiet Beuthener Straße Süd-Ost öffentlich vorgestellt. Dort ist in der vergangenen Woche eine Fläche von zwei Hektar Wald gerodet worden, um einen neuen Sportplatz für den Verein Türk Gücü zu errichten. Das hat der Stadt einiges an Kritik eingebracht . Die Infoveranstaltung im Rathaus war der erste Schritt der für den Bebauungsplan notwendigen Bürgerbeteiligung.

Dienstag, 05.03.2019, 07:00 Uhr
Die Stadt Espelkamp hat in einer öffentlichen Bürgerinformation die Pläne für deb Sportplatz am Hindenburgring vorgestellt und die Rodungen erklärt. Foto: Felix Quebbemann

Thorsten Blauert und Johannes Hatebur vom Espelkamper Bauamt erklärten, warum das Fällen der Bäume bereits vor dem Beschluss eines B-Plans aus Sicht der Stadt zulässig und sinnvoll war. »Das Areal ist im Flächennutzungsplan bereits seit 1977 als Gewerbegebiet ausgewiesen«, sagte Hatebur im Gespräch mit dieser Zeitung. Somit sei auch die Nutzung als Sportanlage möglich. Zudem gebe es einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, der im August 2018 mit Mehrheit von der Politik beschlossen worden sei. Im Haushalt der Stadt für 2019 seien zudem bereits 250.000 Euro für den Bau des Sportplatzes eingestellt.

Waldumwandlungsverfahren

»Um die Bäume fällen zu können ist ein Waldumwandlungsverfahren in Gang gesetzt worden, an dem sowohl der Landesbetrieb Wald und Holz als auch der Kreis als Untere Naturschutzbehörde beteiligt worden sind«, sagte Johannes Hatebur. Es sei festgeschrieben, dass die Stadt für das Waldstück eine doppelt so große Ersatzfläche schaffen müsse. »Dafür werden vier Hektar in Schmalge und Gestringen aufgeforstet, weil wir natürlich in der Innenstadt nicht über so große geeignete Flächen verfügen«, erklärte er. Ausgleichpflanzungen im Verhältnis 2:1 seien durchaus üblich, manchmal auch 3:1 oder mehr. »Das hängt von der Qualität des zu ersetzenden Waldstücks ab«, sagte Hatebur.

Allerdings habe die Stadt eine zusätzliche Ausgleichsfläche südlich des gefällten Waldstücks geschaffen. Sie wurde in besonderer Weise vorbereitet, weil Gutachter in dem Wäldchen am Hindenburgring Bestände seltener Brutvögel (insbesondere Stare und Kleinspechte) und Fledermäuse gefunden haben. »Südlich des Gebietes entwickeln wir deshalb eine 7000 Quadratmeter große Waldfläche am Schlüsselbruchweg. Dort wurden zehn Weichholzbäume entsprechend präpariert, um dem Kleinspecht einen guten Lebensraum zu bieten«, sagte Hatebur. Diese Bäume seien geringelt und angebohrt worden, damit sie später als Totholz gute Voraussetzung für die Ansiedlung der Vögel böten. Zudem sein fünf Nistkästen in dem Waldstück angebracht worden.

Sportplatz soll 2020 nach Möglichkeit nutzbar sein

Der Zeitpunkt für das Fällen vor Ende Februar sei überdies notwendig gewesen, wenn der neue Sportplatz 2020 nutzbar sein solle. »Es ist eine enge Zeitplanung. Unser Wunsch ist schon, dass wir die Baumaßnahme in diesem Jahr umsetzen können. Sonst könne der Rasen 2020 noch nicht genutzt werden. Den Wunsch nach einer neuen Sportanlage hegt der Verein Türk Gücü schon langer Zeit. Am bisherige Sportplatz an der ehemaligen Martinsschule müssen die Sportler die Umkleideräume an der Auewaldschule nutzen. Ein Neubau soll auch Ärger mit dortigen Nachbarn wegen Lärm-Emissionen vorbeugen.

Am Infoabend nannte Hatebur auch Eckdaten des Sportplatzes. Dieser soll 67 mal 108 Meter groß werden. Hinzu kämen 35 Parkplätze. as Grundstück soll im Süden und Westen von einem zehn Meter breiten Grünstreifen mit Bäumen eingefasst sein.

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