Team der mobilen Flüchtlingsberatung blickt auf vergangenes Jahr
Rückkehrberatung etabliert

Espelkamp (WB). Flüchtlingen Fragen zum Asylverfahren, zur Ausbildungsduldung oder zur Familienzusammenführung beantworten: Das leistet die mobile Flüchtlingsberatung des Hexenhauses. Doch nicht alle Angebote kommen zustande.

Donnerstag, 07.02.2019, 07:42 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 08:46 Uhr
Das Angebot zur mobilen Flüchtlingsberatung ist 2018 432 Mal in Anspruch genommen werden. Zum Team gehören (von links): Tabea Rybak, Elke Schmidt-Sawatzki, Natascha Pieper, Angel San Román Fiol und Marco Diekhues. Foto: Jan Lücking

Das wurde jetzt bei einem Blick der Verantwortlichen auf das vergangene Jahr betont. Das Angebot des Hexenhauses sei immer durch Bundesmittel projektfinanziert, die an die Länder weitergegeben werden, erklärt Elke Schmidt-Sawatzki, Geschäftsführerin des Hexenhauses. »Wir als Träger gehen dann oft in Vorleistung, weil die Bundesmittel noch nicht freigegeben sind.

Durch Personalwechsel und unsichere Finanzierung brechen immer wieder Angebote weg. Gerade Geflüchtete aus unsicheren Situationen brauchen hier ein Stück Kontinuität und Sicherheit und leiden besonders unter der unsicheren Finanzierung der Angebote.«

Offene Sprechstunde im Altkreis

Trotzdem wolle sie die mobile Flüchtlingsberatung mit ihrem Team auch in Zukunft weiter anbieten. Im vergangenen Jahr wurde das Angebot in Espelkamp 106 Mal in Anspruch genommen. 138 Beratungen gab es in Lübbecke. 62 Beratungen wurden in Preußisch Oldendorf durchgeführt, 46 waren es in Stemwede. Die Geflüchteten stammten überwiegend aus Syrien (114), Irak (64) und Afghanistan (55) – 336 der Geflüchteten waren Männer und 96 der Hilfesuchenden waren Frauen.

Die offenen Sprechstunden werden in Stemwede, Preußisch Oldendorf, Hüllhorst, Lübbecke und Espelkamp angeboten. Seit Mai des vergangenen Jahres gehört auch die Rückkehrberatung für Geflüchtete zur mobilen Flüchtlingsberatung. »Bei der Rückkehrberatung geht es nicht nur darum Optionen für eine Rückkehr aufzuzeigen, sondern alle bestehenden Möglichkeiten und Perspektiven anzusprechen. Das Ziel ist, die Klienten so umfassend zu informieren, dass sie eine selbstbestimmte Entscheidung treffen können«, erklärt Marco Diekhues von der Rückkehrberatung.

Beratung zur Ausbildung

Zu den Ansprechpartnern der Beratung gehören Rechtsanwalt Angel San Román Fiol, Natascha Pieper und Tabea Rybak (beide Sozialberatung) und Marco Diekhues (Rückkehrberatung). In den Orten arbeite man zudem mit Ehrenamtlichen zusammen, sagt der Rechtsanwalt. Schwerpunktmäßig würden sie Fragen zur Mobilität, zu Verbraucherfragen und zum Zurechtfinden im System beantworten, sagt Schmidt-Sawatzki. Aber auch über Themen wie Asylverfahren, Dublin-Verfahren, Umverteilungsanträge oder Ausbildungsduldung würden die Besucher oft beraten, ergänzt Anwalt Angel San Román Fiol.

»Für abgelehnte Asylbewerber ist ein Ausbildungsplatz oft die einzige legale Möglichkeit, um in Deutschland zu bleiben, deswegen gibt es auch viele Anfragen zur Ausbildungsduldung«, ergänzt er. Bei der Beratung haben Geflüchtete Zugang zu Computern, um zum Beispiel Lebensläufe anzufertigen. Darüber hinaus haben die Mitarbeiter mehrere offene Angebote für geflüchtete Frauen mit anderen Einrichtungen und Organisationen ermöglicht, wie der Verbraucherzentrale NRW, der Beratungsstelle für Schwangerschaftsprobleme und Familienplanung der AWO Lübbecke oder der Frauenberatung des Hexenhauses. Das Hexenhaus steht unter dem Dach des Vereins Hilfe für Menschen in Krisensituationen.

Angebote scheitern an Bürokratie

Die mobile Flüchtlingsberatung lud im vergangenen Jahr zu zwei Fachgesprächen mit Referenten zum Thema »Zugang zur Arbeitswelt für geflüchtete Menschen« ein. »Bei den Fachgesprächen, an denen sich auch Vertreter der Arbeitsagentur, der Kommunen und der Diakonie beteiligt haben, wird immer wieder deutlich, dass es sehr viel guten Willen an ganz vielen Stellen gibt, aber manches einfach nicht kompatibel ist.

Da findet dann zum Beispiel ein Integrationskurs für Frauen statt, der aber nicht voll wird, weil die Kinderbetreuung nicht geklärt ist. Und dann wird der Kurs beim nächsten Mal nicht mehr angeboten«, sagt Schmidt-Sawatzki. Das sei auf die Bürokratie und die geringe Vernetzung der Behörden zurückzuführen.

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