Stickstoffmessung in Espelkamp: Grüne erneuern Forderung nach Radverkehrskonzept Werte über der Belastungsgrenze

Espelkamp (WB). Die Diskussion über Fahrverbote in den Großstädten aufgrund schlechter Luftqualität ist allgegenwärtig. Und auch in Espelkamp sei die Luft nicht sauber. Dies jedenfalls teilte jetzt Andreas Sültrup, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grüne, mit.

An der Isenstedter Straße in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums wurden die Stickoxidwerte gemessen.
An der Isenstedter Straße in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums wurden die Stickoxidwerte gemessen.

Großes Verkehrsaufkommen

Die Deutsche Umwelthilfe hatte Anfang des Jahres eine Aktion ausgeschrieben. Dabei konnten sich 500 kleine und mittlere Städte für eine einmonatige Messung der Luftqualität bewerben.

Der Espelkamper Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen ist in das Programm aufgenommen worden. »Im Februar 2018 haben wir an der Isenstedter Straße in Höhe des Schulzentrums die Messanlage aufgebaut. Einen Monat lang wurde dort eine Stickoxidmessung vorgenommen, deren Ergebnisse Mitte März durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) im Internet veröffentlicht wurde«, sagte Sültrup.

Zwar sei an der Isenstedter Straße das wohl größte Verkehrsaufkommen in der Innenstadt, aber sie habe nur eine Fahrspur in beide Richtungen. Trotzdem liege dort der Mittelwert schon bei 26 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m³). Damit liege der Wert über der gesundheitlich bedenklichen Belastungsgrenze von 20 μg/m³. »Zu bedenken gab dabei die DUH, dass bei großer Kälte, wie wir sie im Februar hatten, die Werte etwa zehn Prozent niedriger sind als bei Temperaturen über 0 Grad Celsius.«

Viele junge Menschen

An der Messstelle würden sich zu Schulzeiten viele junge Menschen aufhalten, die auf den Bus warten würden. Gleichzeitig kämen Eltern mit ihren Autos, um ihre Kinder abzuholen. »Das heißt, hier wird der errechnete Mittelwert wahrscheinlich deutlich nach oben abweichen. Leidtragende sind insbesondere die wartenden Kinder und Jugendlichen, aber auch die Anwohner«, sagte Sültrup.

Die Grünen machten schon seit einiger Zeit darauf aufmerksam, »dass ein Umdenken in der Verkehrspolitik auch bei uns stattfinden muss. Wie notwendig das ist zeigt diese Studie. Wenn wir nicht jetzt schon die Weichen stellen, um Fahrradfahren attraktiver und sicherer zu machen, den ÖPNV stärken und den Elektroverkehr durch ein gutes Netz von Ladesäulen stärken, werden uns nachher Gerichte vorschreiben, was wir zu tun haben.«

Radverkehrskonzept

Bündnis 90/Die Grünen begrüßen in diesem Sinne, dass die CDU »unseren Vorschlag aufgenommen hat, ein Radverkehrskonzept erstellen zu lassen. Die Mobilität ändert sich derzeit in riesigen Schritten. Wir sollten nicht unvorbereitet sein.«

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