Hennig und Kleine-Beek erläutern das neue Radverkehrskonzept für die Stadt Radler sollen auf die Straße

Espelkamp (WB). Die Radfahrer werden künftig auf die Straße ausweichen müssen. Diesen Plan hat Marko Hennig, Ordnungsamtsleiter, bereits im Stadtentwicklungsausschuss erläutert.

Von Felix Quebbemann
Marco Hennig (links) und Peter Kleine-Beek aus dem Ordnungsamt haben im Rathaus die Radverkehrsplanung erläutert.
Marco Hennig (links) und Peter Kleine-Beek aus dem Ordnungsamt haben im Rathaus die Radverkehrsplanung erläutert. Foto: Felix Quebbemann

Sicherheitsbehörden

Nun erläuterte Hennig mit dem Verwaltungsexperten Peter Kleine-Beek, was hinter dem Radverkehrskonzept steckt. Sowohl die Straßenverkehrsordnung wie auch alle beteiligten Sicherheitsbehörden teilten mit, dass »Radfahrer auf die Straße gehören«.

Kleine-Beek erläuterte, dass vor allem damit argumentiert werde, dass es auf Radwegen an Einmündungen zu Problemen komme. Mit dieser Maßnahme solle die Sicherheit des Fahrradverkehrs erhöht werden. Denn dadurch werde das Rad durch die Autofahrer als gleichberechtigtes Verkehrsmittel anerkannt. Auf der Beuthener Straße, auf der General-Bishop-Straße, der Rahdener Straße und der Birger-Forell-Straße sollen künftig Radfahr- und Schutzstreifen aufgebracht werden.

Vorgaben

Hennig fügte an, dass mit diesen vier Straßen nur der Anfang gemacht werde. Weitere würden folgen. »Es gibt Regelungen dafür. Wir haben die Vorgaben und die müssen wir umsetzen.« Es sei klar, dass das ganze Stadtgebiet angepackt werde.

Diese Vorgaben gehen unter anderem auf eine Verkehrsschau im November 2017 zurück, ebenso wie auf die Besichtigung verschiedener Stellen durch die Unfallkommission. Darüber hinaus wurde das Thema auch beim Besuch des Radfahrexpertens Heiner Monheim im vergangenen Jahr thematisiert.

»Anderer Radweg«

Wie das künftig aussehen kann, erläuterten Kleine-Beek und Hennig am jetzigen Zustand der General-Bishop-Straße und am künftigen. Derzeit gebe es einen »benutzungspflichtigen Geh- und Radweg« auf einer Straßenseite. Künftig werde daraus ein »Anderer Radweg«. Demnach können Radfahrer in Richtung Osten entweder auf der Fahrbahn oder dem Radweg fahren. In Richtung Westen ist zwingend auf der Straße zu fahren. Der vorhandene Radweg sei lediglich zwei Meter breit, so Hennig. »Die Breite ist schon das Ausschluss-Kriterium«, sagte er mit Blick auf die ursprüngliche Zweirichtungsbenutzung.

Die General-Bishop-Straße werde täglich von 4680 Fahrzeugen in Richtung Westen und 6070 in Richtung Osten befahren. Aber weil dort so viele Ausfahrten sind, sei es sicherer, die Radfahrer auf die Straße zu bringen. Zur Verdeutlichung der Neuerung würden Piktogramme auf dem Radstreifen angebracht. »So sollen die Autofahrer erkennen, dass die Radfahrer auf die Straße gehören«, erläuterte Kleine-Beek.

Unfallkommission

Auf der Rahdener Straße müssten die Radler künftig in beiden Richtungen auf der Straße fahren. Gleiches soll für die Birger-Forell-Straße gelten. Dort sollen ebenfalls Piktogramme aufgebracht werden.

Der Kreisverkehr Birger-Forell-Straße/Gabelhorst wurde zudem als Unfallhäufungsstelle identifiziert. »Die Unfallkommission hat gesagt, dass der Radverkehr auf die Straße gehöre. Der Beschluss ist zwingend umzusetzen.« Auf der Beuthener Straße wird es künftig einen »anderen Radweg« geben. In Fahrtrichtung Osten kann auf dem Radweg oder der Fahrbahn gefahren werden. In Fahrtrichtung Westen ist auf der Fahrbahn zu fahren.

Vorbereitungen

Der Baubetriebshof habe bereits mit den Arbeiten begonnen, sämtliche Straßenzüge zu erfassen und die Beschilderung zu checken. Danach werde man sich mit den Straßenbaulastträgern und der Polizei zusammensetzen. »Das wird eine ganze Zeit in Anspruch nehmen«, so Kleine-Beek. »Vermutlich Mitte des Jahres werden Markierungen auf die Straße gebracht.«

»Im gesamten Stadtgebiet sollen wir diese Grundsätze und Regelungen umsetzen«, erklärte Hennig. Mit »Augenmaß« und »sukzessive« soll dies geschehen. Hennig sagte weiter, dass sich die Radfahrer natürlich erst mit den neuen Gegebenheiten abfinden müssten. Doch gebe es in der Umgebung zum Beispiel mit Detmold ein Paradebeispiel, das zeige, dass die Idee funktioniere.

Beispiel Frotheim

Hennig verstehe die Bedenken der Radfahrer, die vom vermeintlich sicheren Radweg auf die Straße müssten. Die Zahlen belegten jedoch, dass es sicherer sei, auf der Straße zu fahren. Und nicht zuletzt zeige das Beispiel Frotheim, dass es funktioniere, die Radler auf die Straße zu bringen.

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