DRK-Ortsverein organisiert Termin am Gestringer Hof – Freiwillige stehen Schlange Bürger nutzen Feiertag zur Blutspende

Espelkamp (WB). »Ich möchte anderen Menschen helfen«, erklärt Veronika Albeck (40), während ihr eine dicke Hohlnadel in den Arm geschoben wird. Über einen Schlauch beginnt das Blut aus ihrer Vene in einen Plastikbeutel abzulaufen. Es tue überhaupt nicht weh, sagt die Espelkamperin. Und möglicherweise könne durch diese Tat ein Leben gerettet werden.

Von Mareile Mattlage
Veronika Albeck (40) aus Espelkamp spendete gestern zum siebten Mal Blut. Maria Hagenlücke, stellvertretende Teamleiterin des DRK-Blutspendendienstes OWL, zapft ihr den kostbaren Lebenssaft im mobilen Blutspendewagen ab.
Veronika Albeck (40) aus Espelkamp spendete gestern zum siebten Mal Blut. Maria Hagenlücke, stellvertretende Teamleiterin des DRK-Blutspendendienstes OWL, zapft ihr den kostbaren Lebenssaft im mobilen Blutspendewagen ab. Foto: Mareile Mattlage

Veronika Albeck war eine von vielen Bürgern, die gestern an der Blutspendenaktion des DRK-Ortsvereins Espelkamp teilgenommen haben. Vor dem Gestringer Hof hatte der DRK-Blutspendendienst OWL einen Wagen positioniert, um Freiwilligen den kostbaren Lebenssaft »abzuzapfen«. Teilweise war die Resonanz so groß, dass sich vor dem Eingang des Busses sogar eine kleine Menschenschlange bildete.

Aktion hat sich über die Jahre etabliert

Die Spendenaktion an Ostermontag hat sich in den vergangenen Jahren etabliert. »Die Leute habend Zeit. Viele verbinden die Blutspende gerne mit einem Ausflug und nutzen den Gestringer Hof danach zur Einkehr«, erklärten Inge Schreiner und Claudia Riesen vom DRK-Ortsverein im Gespräch mit dieser Zeitung. Es würden jedes Jahr etwa 50 bis 60 Spender zu der Aktion kommen, darunter auch immer wieder Erstspender. Das sei besonders wichtig, da die Spenderzahl insgesamt rückläufig sei. Inge Schreiner und Claudia Riesen sehen die Ursache hierfür im demografischen Wandel: »Die Wiederholungsspender sind irgendwann zu alt oder verstorben. Gleichzeitig ziehen die jungen Leute weg aus der Region, sind mit Studium und anderen Dingen beschäftigt.«

Spender Bernd Hagemeier aus Gestringen bestätigte diesen Eindruck. Das Thema sei ihm in jungen Jahren gar nicht präsent gewesen, sagte er. Erst als sowohl seine Mutter als auch sein Schwiegervater im hohen Alter mehrere Spenden benötigten, sei ihm die Wichtigkeit bewusst geworden. Gestern hat der 55-Jährige nun bereits seine 23. Blutspende abgegeben. »Wer weiß, ob man selbst mal eine Spende braucht«, gab er zu bedenken.

Blutgruppe »0 Negativ« wird stark benötigt

»Viele junge Menschen wissen ihre Blutgruppe nicht«, erklärte Jan-Dirk Jungvogel, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins. Dabei sei dies sehr wichtig. Menschen mit der Blutgruppe »0 Negativ« gelten zum Beispiel als Universalspender, da ihre Blutgruppe von fast jedem Patienten vertragen und bei Notfällen daher überproportional benötigt wird. Die Spender selbst können allerdings nur ihre eigene Blutgruppe vertragen.

Blut kann nicht künstlich hergestellt werden und werde im Grunde immer gebraucht, erklärte Jan-Dirk Jungvogel gegenüber dieser Zeitung weiter. Sei es bei Unfällen oder durch eine Grippewelle. Was viele nicht wissen: Das meiste Blut wird für die Behandlung von Krebspatienten benötigt.

Wer ebenfalls Blut spenden möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein, einen Personalausweis besitzen und sollte sich am Tag der Spende fit fühlen.

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