Weihnachtsschmuck im Wandel der Zeit – In Espelkamp wird auch gemalt Viele bunte Ideen zum Fest

Espelkamp (WB). Es geht hoch her im Schwedenkindergarten. Die Jungen und Mädchen sind dabei, für das Weihnachtsfest noch tollen Schmuck zu basteln.

Von Felix Quebbemann
Weihnachtsschmuck selbst basteln, die Weihnachtsgeschichte aufmalen und dabei auch noch etwas von Erzieherin Susanne Meyer (im Hintergrund) lernen – die Begeisterung bei Maja (5 Jahre), Veronika (4) Madleen (5) und Lea (3) ist riesig.
Weihnachtsschmuck selbst basteln, die Weihnachtsgeschichte aufmalen und dabei auch noch etwas von Erzieherin Susanne Meyer (im Hintergrund) lernen – die Begeisterung bei Maja (5 Jahre), Veronika (4) Madleen (5) und Lea (3) ist riesig. Foto: Felix Quebbemann

Zudem beschäftigen sie sich mit der Weihnachtsgeschichte. »Einzelne Stationen werden von den Kindern gemalt«, sagt Annegret Simes, Leiterin des Kindergartens.

Aus welchen Materialien aber basteln die Kinder eigentlich ihren Schmuck von heute? Wird noch gerne Holz oder Stroh verwendet oder gibt es ganz andere Stile, die den Weihnachtsschmuck ins »21. Jahrhundert katapultieren«?

Neue Ideen

Annegret Simes und ihr Team haben sich ein paar Ideen aus dem Internet geholt. »Wir haben mal bei Pinterest geschaut«, sagt sie. Dort findet man tatsächlich jede Menge Ideen für Schmuck, der schnell gemacht ist. »Strohsterne jedenfalls machen wir nicht mehr«, sagen auch die beiden Erzieherinnen Michaela Rixen und Susanne Meyer, die gemeinsam mit den Kindern der Margeritengruppe verschiedene Figuren aus transparentem, aber festem Papier zaubern.

Schmuck im Mittelalter

Einer der Klassiker – der Strohstern – gerät also etwas in Vergessenheit. Der Behang des Christbaums lässt sich mindestens bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Strohsterne suchte man da am Baum auch vergeblich. Vielmehr gab es damals jede Menge Naschereien wie Nüsse und Äpfel am »Tannenbaum«. Deswegen wurde dieser auch zu der Zeit gerne als »Zuckerbaum« bezeichnet.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts schließlich wurde der Baum gerne mit gläsernen Kugeln geschmückt. Natürlich suchten sich auch Strohstern und Lametta ihren Platz innerhalb des Weihnachtsschmucks und waren bis in die 80-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts »der Renner« zu Weihnachten.

Der beleuchtete Zapfen

Im Geschäft Blickfänge an der Breslauer Straße sucht man diese »Renner« aus dem vergangenen Jahrhundert jedoch vergeblich. Vielmehr zeigt Kerstin Schmidt, was sich heute einer großen Nachfrage erfreute. »Die beleuchteten Glas-Zapfen sind beinahe alle weg.« Zudem könnten die Kunden der Kombination von Silber und Weiß nicht widerstehen. Rot hingegen sei in diesem Jahr nicht mehr »in«, sagt Schmidt. Ob die Zapfen nun vor dem Baum hängen oder im Baum, das mag jeder selbst für sich entscheiden.

Der Trend jedenfalls zeigt, dass nicht nur das Aussehen des Weihnachtsschmucks einem steten Wandel unterworfen ist. Immer mehr Technik hält Einzug. So verströmen die beleuchteten Zapfen angenehmes LED-Licht – der Umwelt zuliebe.

Der Klassiker

Ein Klassiker hat alle Trends überlebt – der Adventskranz. Diesen hat Johann Heinrich Wichern vor 178 Jahren erfunden. Er war Leiter eines Waisenhauses in Norddeutschland und hat aus einem Wagenrad einen Kranz gebaut. Der hatte damals 20 kleine Kerzen und vier große – für die vier Adventssonntage. Noch heute erinnern »Adventsspiralen« mit 24 Kerzen an den ersten Kranz.

Dass auch Klassiker weiterhin neben dem moderneren Weihnachtsschmuck ihre Bedeutung haben, zeigt die fünfjährige Lotti aus dem Schwedenkindergarten. Sie hält zwei selbstgebastelte rote Weihnachtsglöckchen in der Hand. Darauf sind Goldsterne geklebt, die die Kinder der Margeritengruppe aufgebracht haben. Die Jungen und Mädchen freuen sich schon darauf, am Heiligabend ihre Geschenke unter dem Weihnachtsbaum zu öffen; ob der dann klassisch, modern oder mit selbst gebasteltem Schmuck dekoriert ist, ist in dem Moment völlig egal.

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