Benkhausen: Videoprojektion nimmt Besucher auf spannende Weihnachtsweltreise mit
Schloss verwandelt sich in Leinwand

Espelkamp (WB). »Feliz Navidad« und »Buon Natale«: Schon von weitem strahlen in großen Lettern Weihnachtsgrüße über das Gelände. Sie ziehen Besucher an und lassen erahnen, welch buntes Spektakel noch kommen mag. Das Schloss Benkhausen erscheint wie ein riesiges Pfefferkuchenhaus und im Innenhof stehen Winzerglühwein, heißer Punsch und andere Leckereien bereit.

Montag, 04.12.2017, 03:00 Uhr aktualisiert: 04.12.2017, 07:42 Uhr
Weihnachten in Japan: Hier feiert man an Weihnachten den Tag der Liebe. Foto: Wiebke Henke

Dann ist es endlich soweit: Eine fast viertelstündige Videoprojektion entführt die Besucher auf eine spannende Weihnachtsweltreise und lässt trotz eisiger Temperaturen erstaunte Münder offen stehen.

»Wow, was für ein beeindruckendes Erlebnis«, unterhält sich ein älteres Paar, das mit einem heißen Kakao in der Hand versucht, sich die Finger zu wärmen und dabei weiter gespannt auf die etwa 35 mal 9 Meter große Schlossfassade starrt, während dort die schwedischen Kobolde Tomte, Tomtebisse und Nisse durch das Bild huschen und schon im nächsten Moment der Blick auf Italien gerichtet wird.

Die Darbietung, die fast ein dreiviertel Jahr Vorbereitung, Ideensammlung und künstlerische Arbeit »gekostet« hat, beeindruckte Menschen allen Alters. Nicht nur die tollen Bilder und Farben, auch die vielen Informationen über Traditionen und Bräuche in anderen Ländern ließen staunen.

Eine Reise um die Welt

Und so sah die Reise um die Welt aus: In Schweden werden den Kindern am 24. Dezember die Geschenke durch die drei Kobolde Tomte, Tomtebisse und Nisse überbracht, während man in Italien Natale, das italienische Weihnachtsfest feiert. Die Italiener glauben an eine alte Hexe mit Namen Befana, die in der Nacht zum 6. Januar artigen Kindern Geschenke oder Strümpfe bringt und den bösen Kindern Kohlestückchen in die Stiefel steckt.

In den USA kommt Santa Claus in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember mit seinem roten Rentierschlitten durch die Luft geflogen und steigt durch die Schornsteine in die Häuser. Die Kinder entdecken die Geschenke von Santa dann am ersten Weihnachtsmorgen. In Australien feiert man ebenfalls zumeist weiße Weihnachten. Allerdings tauscht Santa bei 35 Grad Celsius im Schatten hier den Schlitten und den roten Mantel gegen Wasserski und Badehose ein.

In Griechenland kündigt die Kalanda die Geburt Christi an. Am Heiligen Abend ziehen die Kinder mit Trommeln, Glocken und Triangeln durch die Straßen und bringen das Glück in die Häuser. Um die Kobolde, die sogenannten Kalikanzari zu vertreiben, zünden die Griechen an zwölf Abenden ein Feuer. In Japan sind nur etwa ein Prozent der Bevölkerung Christen, daher ist für die Japaner das Weihnachtsfest eher ein Fest der Liebe als das Fest Christi Geburt. Doch auch hierher haben es einige Bräuche geschafft, sich durchzusetzen. So bringt auch in Japan Santa Claus den Kindern Geschenke und die Straßen und Häuser werden bunt geschmückt.

Ausflug in ferne Länder

In Russland feiert man Heiligabend nach einer Fastenzeit am 7. Januar mit einem langen Gottesdienst. Väterchen Frost bringt jedoch bereits am 31. Dezember gemeinsam mit seiner Enkelin Schneeflocke die Geschenke für die aufgeregten Kinder. In Mexiko ist Weihnachten der wichtigste Feiertag des Jahres. Für die Kinder bringt der Brauch der Piñata den größten Spaß: Am Weihnachtsfest dürfen die Kinder Pappmaché-Figuren, die mit riesigen Früchten und Süßem gefüllt sind, mit einem Stock zerschlagen – ein großes Vergnügen für Groß und Klein.

Schloß Benkhausen verwandelte sich in den vergangenen Jahren immer wieder zum Winterwunderland, wenn am vierten Advent der Geschichtsverein zum »Winterlichen Schlossvergnügen« einlud. In diesem Jahr ist der letzte Sonntag der Adventszeit bereits Heiligabend und so überlegten die Familie Gauselmann und das Team um das Schloss Benkhausen, wie man den Weihnachtszauber dennoch zur Adventszeit nach Benkhausen holen könne.

»Weihnachtsleuchten überall« hieß es nach langer Planungsphase zwischen den Veranstaltern und dem Team rund um die Technik, für das sich die Firma LSM aus Stemwede verantwortlich zeigte. Geschäftsführer Mike Möller sowie das fünfköpfige Team um den 24-jährigen Veranstaltungstechniker Alexander Breuer setzten um, was sich das Projektteam ausgedacht hatte.

Team hat an der Veranstaltung gearbeitet

Während Breuer für alle technischen Umsetzungen zuständig war, zeichnete Luca Langenberg aus Berlin die Bilder der viertelstündigen Animation. Andi Pique aus Bremen war für den Ton verantwortlich. Er schrieb die Musik und komponierte die Melodien.

Um die Sprachaufnahmen kümmerten sich Sascha Blomke sowie Sprecher Florian Weißbrich aus Kirchlengern. Zu diesem Projektteam gehörten auch Angelika Gauselmann und Sylvia Blaha aus dem Geschäftsbereich Merkur Immobilien der Gauselmann-Gruppe sowie Larissa Mattlage, Leiterin des Schlosses Benkhausen. »Wir sind überwältigt von dem Zuspruch«, freute sich Blaha, die zudem den mehr als 70 Helfern dankte, die an diesem Wochenende vor und hinter den Kulissen tatkräftig unterstützten.

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