Rat spricht über den Frauenförderplan in der Stadtverwaltung – Ziele vorgestellt Frauenanteil bleibt quasi unverändert

Espelkamp (WB/fq). Die Forderung nach mehr Frauen in Führungspositionen hat Gisela Vorwerg (FDP) in der vergangenen Ratssitzung am Mittwochnachmittag bekräftigt.

Im Rat der Stadt ist nun der neue Gleichstellungsplan der Verwaltung vorgestellt worden. Derzeit beträgt die Frauenquote im Rathaus 68,2 Prozent. Jedoch sind sie in den Führungspositionen stark unterrepräsentiert.
Im Rat der Stadt ist nun der neue Gleichstellungsplan der Verwaltung vorgestellt worden. Derzeit beträgt die Frauenquote im Rathaus 68,2 Prozent. Jedoch sind sie in den Führungspositionen stark unterrepräsentiert.

»Ich finde es schade«

Anlass ihrer Forderung war die Beschäftigung mit dem Frauenförderplan und dem nun verabschiedeten Gleichstellungsplan in der Stadtverwaltung.

Vorwerg betonte nach den Ausführungen von Kerstin Klute, Sachgebietsleiterin Verwaltungsservice: »Ich finde es schade, dass wir nicht mehr Frauen in Führungspositionen haben, die man fördern kann.«

Zuvor hatte Klute einen Blick auf den nun ausgelaufenen Frauenförderplan geworden und im Anschluss den Entwurf für den bis 2022 geltenden Gleichstellungsplan vorgestellt. Klute resümierte zunächst einmal, dass »der Frauenanteil in der Verwaltung sich gegenüber dem Jahr 2012 so gut wie nicht geändert hat«. Demnach arbeiteten zum 31. Dezember des vergangenen Jahres 133 Frauen und 62 Männer in der Verwaltung. Der Frauenanteil betrage nun 68,2 Prozent (2012: 68,3 Prozent). Im Bereich der Vollzeitbeschäftigten habe sich eine leicht positive Entwicklung gezeigt. Demnach arbeiteten jetzt 38,9 Prozent der Frauen in Vollzeit (2012: 37,9 Prozent).

Ein Defizit

Ein Defizit sah Klute vor allem in der Besetzung von Führungspositionen durch Frauen. »Wir haben nur zwei Frauen in Führungspositionen.« Dies spiegelt sich auch in den Besoldungsgruppen wieder. Demnach sei keine Frau im höheren Dienst beschäftigt. Im gehobenen Dienst seien zwar 57 Stellen von Frauen besetzt. Dort würden sie jedoch vorrangig die unteren Besoldungsgruppen einnehmen und nur vereinzelt die mittleren bis oberen.

Marius Schumacher (CDU) wollte wissen, ob es Tendenzen gebe, dass die Zahl der Frauen in besseren Besoldungsgruppen zunehmen werde. Klute sagte, dass dies noch im Ungewissen liege. Bürgermeister Heinrich Vieker erklärte, dass einer der Gründe für den Mangel an Frauen in höheren Stellen die Teilzeitbeschäftigung sei. Darüber hinaus wollten manche Frauen auch gar keine höhere Stelle wie zum Beispiel Teamleiter oder Sachgebietsleiter einnehmen. Dies sei in Teilzeitarbeit auch kaum möglich.

Ziele

Beate Henke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, bestätigte, dass die Verwaltung erst vor kurzem noch einer weiblichen Fachkraft eine Leitungsstelle angeboten habe. Die Kollegin habe aber abgelehnt. »An die Motivation müssen wir ran«, sagte Henke daraufhin. Frauen müssten auch motiviert werden, höhere Stellen zu übernehmen.

Klute stellte im Nachhinein die Pläne für den neuen Gleichstellungsplan vor. Demnach sei es unter anderem das Ziel, Führungspositionen dahingehend zu überprüfen, ob sie auch – mit Blick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – in Teilzeit auszuüben sind. Darüber hinaus sei es ebenfalls Ziel, unterschiedliche Fortbildungsmaßnahmen für Frauen zur Stärkung der persönlichen Kompetenzen zu initiieren.

Eine Prognose

Eine Prognose des Plans sieht vor, dass es gelingt, in der Gruppe der Beamten den Frauenanteil auf 50 Prozent dort zu erhöhen, wo die Frauen derzeit noch unterrepräsentiert sind. Denn es stehe ein Beförderung an.

Beate Henke erklärte zudem, dass es künftig jährlich eine Frauenversammlung geben solle, um sich untereinander besser zu vernetzen. Darüber hinaus wolle sie jeweils vierteljährlich zu einem Frauenstammtisch außerhalb der Arbeitszeit einladen. Dieser solle in Verbindung mit dem Unternehmerinnen-Treff UTE ausgerichtet werden. Dazu seien auch Männer eingeladen, sagte Henke abschließend.

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