Espelkamper Thomaskirche: Presbyterium beschäftigt sich mit der Zukunft der Empore »Es besteht kein Druck«

Espelkamp (WB). Die beiden Flügel rechts und links der Thomaskirche nehmen immer mehr Gestalt an. Der Umbau der Thomaskirche zum Thomas-Gemeindezentrum schreitet weiter voran. Doch was geschieht eigentlich mit der Empore des unter Denkmalschutz stehenden Kirchengebäudes?

Die Empore in der Thomaskirche ist über eine Wendeltreppe (rechts) zu erreichen. Da sie allerdings keinen zweiten Fluchtweg hat, ist sie derzeit für die Besucher gesperrt. Pfarrer Falk Becker erklärt, dass sich das Presbyterium derzeit intensiv mit dieser Thematik beschäftigt.
Die Empore in der Thomaskirche ist über eine Wendeltreppe (rechts) zu erreichen. Da sie allerdings keinen zweiten Fluchtweg hat, ist sie derzeit für die Besucher gesperrt. Pfarrer Falk Becker erklärt, dass sich das Presbyterium derzeit intensiv mit dieser Thematik beschäftigt. Foto: Felix Quebbemann

Kein zweiter Ausgang

In der Vergangenheit wurde bekannt, dass die Empore aus Brandschutzgründen nicht mehr genutzt werden darf. Pfarrer Falk Becker erklärte, dass das Presbyterium der evangelischen Martins-Kirchengemeinde, dessen Vorsitzender er ist, sich mit dieser Thematik derzeit beschäftige. Er blickte kurz zurück auf die Anfänge des Umbaus.

Nachdem der Architektenwettbewerb für den Umbau zum Gemeindezentrum beendet war, die Pläne vorlagen, durchgerechnet und auch finanziell auf sicherem Fundament standen, habe es eine Begehung gegeben. An der hätten unter anderem Vertreter der Stadt sowie der Denkmalbehörde und des Brandschutzes teilgenommen. Da sei dann festgestellt worden, dass die Empore so nicht weiter genutzt werden dürfe. Es gibt außer der Wendeltreppe, die in den Eingangsbereich der Thomaskirche führt, keinen zweiten Ausgang, so wie es der Brandschutz vorsieht. »Der zweite Ausgang muss ins Freie führen«, erläuterte Becker im Gespräch mit dieser Zeitung.

Keine Eile

Dies aber ist genau die Problematik, mit der sich die Verantwortlichen konfrontiert sehen. »Man muss ja erstmal einen Plan haben, wie man das auch machen kann. Wir können ja nicht durch das Vertreibungsfenster gehen«, erläuterte Becker die Schwierigkeit. Und warum diese Problematik nicht gleich gemeinsam mit dem neuen Thomaskirchen-Anbau vorgenommen wurde, fügte Becker auch an. »Die Pläne waren bereits fertig und bewilligt.« Die Empore musste also warten. Denn in die Kalkulation für den neuen Bau konnte sie keinen Eingang mehr finden. Dies aber ist unter anderem für einige Gemeindemitglieder nicht nachzuvollziehen.

Pfarrer Becker sagte jedoch, dass es derzeit gar keine große Notwendigkeit für Eile in dieser Frage gebe. »Wir hatten vor einigen Wochen das große Paulus-Oratorium. Dort hat sich gezeigt, dass die Bänke unten für die Besucher völlig ausreichten. Druck besteht nicht.« Er betonte allerdings auch, dass es »das Ziel ist, die Empore zu erhalten. Wir dürfen sie nur nicht nutzen, weil wir keinen zweiten Rettungsweg haben«, fügte Becker an.

Intensive Beschäftigung

Über mögliche Kosten für eben jenen zweiten Rettungsweg, konnte der Presbyteriums-Vorsitzende noch keine gesicherten Angaben machen. »Das Presbyterium ist an der Geschichte intensiv dran.« Auch im kommenden Gemeindebrief würden die Gemeindemitglieder über die Entwicklung bei der Empore unterrichtet werden. Eines aber vermochte Pfarrer Becker dann doch in jedem Fall zu sagen. »Vor der Fertigstellung des Anbaus an der Thomaskirche wird bei der Empore sicherlich nichts passieren.«

Das Thomas-Gemeindezentrum soll im kommenden Jahr im Frühsommer fertiggestellt sein. Veranschlagt für den Bau sind 1,4 Millionen Euro.

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