Espelkamper »Camcore«-Team steckt mitten in den Schnittarbeiten
»Phantomschmerz« soll zur Berlinale

Espelkamp (WB). Der Raum ist schlicht gehalten. Große Computerbildschirme stehen auf einer weißen Schreibtischplatte. Die Wände sind ebenfalls weiß gehalten. In einer Ecke ist ein Board mit dem Drehplan aufgehängt.

Samstag, 09.09.2017, 05:00 Uhr aktualisiert: 09.09.2017, 19:08 Uhr
Der Schnitt von »Phantomschmerz« ist in vollem Gange. Daniel Littau (links) und Andreas Olenberg schauen sich eine Szene mt Sven Martinek genau an und machen sich Notizen. Nach der Berlinale ist auch eine Kino-Premiere in Espelkamp geplant. Foto: Felix Quebbemann

Premieren-Film

An den Rechnern sitzen Daniel Littau und Andreas Olenberg von der Espelkamper Filmcrew »Camcore«. Sie haben derzeit jede Menge zu tun. Denn sie sind dabei, ihren Film »Phantomschmerz« zu schneiden . Und dies nimmt jede Menge Zeit in Anspruch.

»Wir sitzen pro Tag acht bis zehn Stunden an dem Film«, sagt Littau. Das hat auch durchaus seinen Grund. Denn »Camcore« will seinen Premieren-Spielfilm mit Sven Martinek in der Hauptrolle auf der nächsten Berlinale ins Rennen schicken. Der Einsendeschluss dafür ist am 31. Oktober.

»Die Hälfte haben wir schon geschafft« sagen Olenberg und Littau und sehen sich derweil eine Szene genau an. Passt der Schnitt? Gibt es logische Fehler? All diese Fragen müssen dabei beachtet werden.

Grobschnitt

Olenberg erläutert, dass es zunächst einen Grobschnitt gebe und dann einen Feinschnitt. Beim Grobschnitt werden die einzelnen Szenen in die richtige Reihenfolge gebracht. »Die guten Aufnahmen werden gesichtet und aneinander gepuzzelt.« So würden sie aber für den Zuschauer noch keinen Sinn ergeben. Das geschieht erst mit dem Feinschnitt.

Olenberg und Littau rechnen damit, dass der Streifen am Ende eine Laufzeit von etwa 90 Minuten haben wird. Damit hätten sie die Hälfte der Schnittarbeiten geschafft. Welche Arbeit es ist, die richtigen Szenen herauszufiltern wird deutlich, wenn man erkennt, wieviel Material bei den Aufnahmen im Kasten landete. »Wir haben etwa 90 Stunden Material«, sagt Olenberg – verteilt auf 53 Drehtage. Das Schneiden sei vom Zeitaufwand viel intensiver als die Aufnahmen, die nicht nur in Espelkamp sondern unter anderem auch in Rahden und Bielefeld vorgenommen wurden.

Musik komponieren

Littau und Olenberg sind jedoch nicht nur mit dem Schnitt beschäftigt. Die Szenen müssen auch mit Musik unterlegt werden. »Nicolai Retzlaff komponiert parallel die Musik zum Film«, erklärt Littau. Dafür bekommt der Komponist fertige Szenen rübergeschickt.

Die Zeit drängt. Denn nicht nur der Einsendeschluss für die Berlinale steht an. Bei weiteren Festivals wie dem in Toronto oder in Cannes soll der Film ebenfalls eingesendet werden. »Camcore« sieht zudem »gute Chancen«, einen Verleiher für »Phantomschmerz« zu bekommen. Die Berlinale aber ist das Nahziel.

Das gesamte »Camcore«-Team im übrigen sei auch schon sehr gespannt auf den fertigen Film, erklärt Littau. Natürlich wollen sie den Film nicht nur in die deutschen Kinos bringen sondern auch international zeigen. Auch dafür sei bereits von verschiedenen Seiten Interesse signalisiert worden.

Bewerbungs-Auflagen

Als erstes aber muss »Phantomschmerz« bei der Berlinale laufen. Das verlangen unter anderem die Auflagen für eine Bewerbung. Auch dürfe der Film nicht älter als 12 Monate sein.

Littau und Olenberg betonen, dass »Phantomschmerz« ohne die großartige Crew, »die drei Monate ihrer Zeit geopfert hat«, und ohne die Hilfsbereitschaft der Bürger in Espelkamp, Rahden und anderen Drehorten nicht möglich gewesen wäre.

Um sich bei den verschiedensten Film-Festivals bewerben zu können, ist »Camcore« weiterhin auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Informationen erhalten alle Interessierten auf der »Camcore«-Homepage unter www.camcore.de .

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