Haus der Geschichte in Espelkamp soll Modellcharakter haben Schwerpunkt liegt auf Stadtgründung

Espelkamp (WB). Etwa 40 Interessierte haben sich am Dienstag an einem öffentlichen Workshop zum »Haus der Geschichte« beteiligt.

Von Cornelia Müller

Sonderausstellungen

Das von der Stadt beauftragte Büro Dr. Ulrich Hermanns aus Münster hatte drei Themenschwerpunkte ausgewählt, über die in Arbeitsgruppen diskutiert wurde. In allen drei Gruppen konzentrierte sich das Gespräch zunächst auf das Verhältnis zwischen dem geplanten »Haus der Geschichte« und den bereits existierenden Museen und Heimathäusern.

Die neue Einrichtung solle weder reines Kernstadtmuseum werden, noch bestehende Sammlungen voll integrieren und ersetzen, so der allgemeine Konsens. Anzustreben sei vielmehr eine Zusammenarbeit, zum Beispiel in Sonderausstellungen. Diese könnten auch als eine Art »Schaufenster« für die Ortschaften dienen. Der Schwerpunkt solle aber eindeutig auf der Gründungsgeschichte der Stadt liegen. Denn damit habe Espelkamp ein »Alleinstellungsmerkmal«, das das Museum überregional – und damit auch für die Vergeber von Fördermitteln – interessant mache.

Vermittlung der Geschichte

Großen Wert legten die Workshop-Teilnehmer auf eine moderne Vermittlung dieser Geschichte: mit eigenen Laborräumen für Schüler, interaktiv und auch auf emotionaler Ebene ansprechend, indem persönliche Schicksale in den Mittelpunkt gestellt werden. Außerdem könne das »Haus der Geschichte« zugleich als Archiv dienen. Das alles werde nicht allein durch Ehrenamtliche zu schaffen sein. Hauptamtliche Mitarbeiter mit entsprechender Ausbildung seien unverzichtbar.

Damit aus dem »Haus der Geschichte« zugleich ein Ort der Begegnung und eine Zukunftswerkstatt werden könne, müsse das Museum vor allem auf eine Frage Antwort geben: »Wie haben die Leute, die so unterschiedlich gestrickt waren, es geschafft, gemeinsam etwas aufzubauen?« Das gelte nicht nur für die Gründergeneration, sondern auch für die späteren Zuzugswellen. »Wir müssen detailliert in die Bevölkerungsgruppen hineingehen, die Espelkamp heute ausmachen«, sagte Wilfried Jotter. Das »Haus der Geschichte« solle möglichst allen gesellschaftlichen Gruppen Espelkamps eine Identifikationsmöglichkeit bieten. Dieses grundsätzliche Ziel wurde von allen Workshop-Teilnehmern ausdrücklich befürwortet, allerdings befürchteten sie bereits, man werde nicht alle Gruppen erreichen.

Zweiter Workshop

Im Herbst soll nun zunächst ein zweiter Workshop veranstaltet werden. Bis aus den Plänen schließlich Realität wird, gehen aber wohl noch einige Jahre ins Land. »Man braucht Geduld«, mahnte Dr. Ulrich Hermanns. Zumal sich die Beteiligten vorgenommen haben: »Nicht nur die Gründung der Stadt hat Modellcharakter gehabt. Auch das »Haus der Geschichte« – wie immer es aussieht – soll Modellcharakter haben.«

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