50. Todestag von Wilhelm Kern – Stadt würdigt ehemaligen Stadtdirektor Gedenkfeier für einen Pionier

Espelkamp (WB). »Wir verneigen und in Dankbarkeit vor einem großen Pionier« – So haben die Abschlussworte der Gedenkrede von Bürgermeister Heinrich Vieker gelautet. Etwa 50 Besucher haben die Gedenkfeier für den im Jahr 1967 verstorbenen Stadtdirektor Wilhelm Kern, des Namensgebers des großen Platzes in der Innenstadt, verfolgt.

Von Michael Nichau
Zahlreiche Gäste haben an der Gedenkfeier für Wilhelm Kern teilgenommen.
Zahlreiche Gäste haben an der Gedenkfeier für Wilhelm Kern teilgenommen. Foto: Michael Nichau

Unter ihnen waren viele Politiker der SPD, der auch Kern angehörte und die bis in die 80er Jahre die bestimmende Kraft in Espelkamp war. Erschienen waren auch Ehrenbürger Dr. Horst Eller, ebenfalls ehemaliger Stadtdirektor, mit seiner Frau Brigitte sowie die Kinder von Wilhelm Kern, Ernst Ulrich Kern und Gerhild Halfmeier.

Vieker sprach zum 50. Todestag Kerns die Leistungen des früh verstorbenen ehemaligen Bürgermeisters und Stadtdirektors aus der Gründerzeit Espelkamps an. »Sie zeigen, wie nachhaltig Wilhelm Kern diese Stadt geprägt hat«, sagte Vieker.

Glücksfall für die Stadt

»Man muss es schon als einen Glücksfall bezeichnen, dass dem versierte Verwaltungsfachmann nach der Flucht eine Baracke in der Kolonie zugewiesen wurde«, meinte Vieker in seiner Rede. »So gestaltete Wilhelm kern den Aufbau der Stadt entscheidend mit.«

1956, als er Bürgermeister geworden sei, hätten Kern und seine Weggefährten bereits viel Arbeit geleistet. »Doch die großen Schritte sollten noch folgen.«

In Kerns Amtszeit fielen die Vergabe der Stadtrechte für Espelkamp, der Bau des Rathauses. Von Vorteil sei gewesen, dass er gleichzeitig Prokurist der Aufbaugesellschaft gewesen sei. »1965 wurde Kern zum Stadtdirektor gewählt. Er machte daraufhin Espelkamp vollends autark. Ein schwieriger Prozess, der Jahre gedauert hatte«, erklärte Vieker.

Pragmatiker mit Visionen

Wilhelm Kern charakterisierte er als »pragmatisch und visionär«: »Er konnte Türen öffnen und Menschen zusammenbringen. Er verfügte über enormes Fachwissen, Tatkraft und Verhandlungsgeschick«, sagte Vieker. Dieses Fachwissen habe Kern stets zum Wohle der Stadt eingesetzt. »Er ist der Gründervater unseres Gemeinwesens.«

Im Anschluss an die Gedenkrede legten Reinhard Bösch und Wilfried Windhorst den Kranz des Stadt Espelkamp an der Grabstätte Kerns nieder. »In Memoriam, Stadt Espelkamp« stand auf der Schleife des Gestecks mit weißen Rosen.

In stillem Gedenken verharrten die Gäste vor dem Grab des verdienten Bürgers der Stadt, das weiterhin ihn Ehren gehalten und gepflegt wird.

Kerns Werdegang war der eines Flüchtlings, der durch Zufall in die Stadt verschlagen wurde. Er fand jedoch eine Heimat in Espelkamp und brachte sich mit seinen Talenten zugunsten des Gemeinwesens ein.

Kern hatte in seiner Amtszeit den Ausbau der Schulen vorangetrieben und mit dem Rathaus-Neubau den Mittelpunkt der heutigen Innenstadt vorgegeben. Ganz nebenbei hatte der Stadtdirektor ein Faible für Kunst. So sind heute noch einige seiner Anschaffungen rund um öffentliche Gebäude vorhanden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.