Inklusive Disko »Let’s Dance« feiert zehnjähriges Bestehen im Bürgerhaus 750 Besucher tanzen ausgelassen

Espelkamp (WB). Seit zehn Jahren gibt es »Let's Dance«, die inklusive Disko im Bürgerhaus. Veranstalter sind die Lebenshilfen Lübbecke und Minden, der Ludwig-Steil-Hof Espelkamp, die Diakonie Lübbecke und die Diakonische Stiftung Wittekindshof. Die Gäste wiederum kommen aus dem ganzen Mühlenkreis – viele mit, manche ohne Behinderung, aber alle gut gelaunt.

Von Cornelia Müller
Gut gelauntes Orgateam (von links): Mechthild Hitzeroth, Wolfgang Piel, Jörg Albrecht, Michael Biesewinkel, Johanna Hopmeier, Claudia Dierkes, Achim Steinmeier und Volker Müller.
Gut gelauntes Orgateam (von links): Mechthild Hitzeroth, Wolfgang Piel, Jörg Albrecht, Michael Biesewinkel, Johanna Hopmeier, Claudia Dierkes, Achim Steinmeier und Volker Müller. Foto: Cornelia Müller

Hier erlebt man weder Alkoholexzesse noch Randale. Hier gibt's nur eines: Tanzen, tanzen, tanzen und mit toleranten Menschen feiern.

»Man kommt und tanzt mit. Ganz egal wie man aussieht oder wie man sich auf der Tanzfläche bewegt. Hier wird man nicht begutachtet. Hier wird man genommen, wie man ist – und das ist toll«, findet Sylvia Bergmann. Seit acht Jahren hat sie keine inklusive Disko ausgelassen. Nicht nur, um ihre Tochter Madeline zu begleiten, die im Rollstuhl sitzt. Sondern weil sie die herzliche Atmosphäre und die gute Stimmung bei Let's Dance liebt.

»Hier geht von halb acht bis zwölf die Post ab«, weiß auch Bürgermeister Heinrich Vieker. »Wie hier gefeiert wird, davon kann sich manch andere Veranstaltung eine Scheibe abschneiden.«

Kirstin Korte staunte

Die stellvertretende Landrätin Kirstin Korte, die zum ersten Mal bei Let's Dance war, staunte nicht schlecht darüber, wie viele Besucher sich am Freitag wieder auf den Weg gemacht hatten. Zum Zehnjährigen waren es sogar noch mehr als in den Vorjahren. Auf 650 Gäste hatten die Veranstalter gehofft, am Ende waren es etwa 750. Ein neuer Rekord. »Man könnte meinen, dass wir hier ein Jubiläum zu feiern haben«, witzelte Moderator Mirko Heinze und forderte: »Ich will 1500 Hände oben sehen!«

Heinze hat »Let's Dance« von Anfang an begleitet und musste in den vergangenen Jahren nur zweimal passen, »aus rein familiären Gründen«, wie er betonte. »Kein anderer Termin kommt mir da in die Quere. Diese Veranstaltung ist etwas Besonderes.« Zusammen mit den DJs vom Musik Team Haldem heizte der ehemalige Stadionsprecher des VfL Bochum den Tänzern ein, mischte sich unter die Menge, schüttelte Hände, tauschte Umarmungen aus und schwärmte: »Ich bin wieder zu Hause«.

Spaß steht im Vordergrund

Getanzt wurde zu allem, was Spaß macht, von Helene Fischer bis Ed Sheeran. Genauso wichtig wie die Musik war zumindest für die 24-jährige Madeline Bergmann, ihre Freunde und frühere Mitschüler wiederzusehen. Aufregend sei das alles, sagte sie und genoss die Gelegenheit, sich mal wieder richtig schick zu machen und auszugehen.

Auch die Mitglieder des Country Clubs Isenstedt wollten sich das Zehnjährige von Let's Dance nicht entgehen lassen. Vor zwei Jahren waren sie bereits als Show-Act hier aufgetreten. Diesmal waren sie eigentlich nur »ganz privat« zum Feiern gekommen, legten aber trotzdem spontan eine kleine Line-Dance-Vorführung hin. »Das Drumherum, die große Herzlichkeit, die Stimmung – das macht einfach Spaß«, sagte Manfred Coors.

Denn bei Let's Dance wird über Inklusion nicht nur geredet, hier wird sie gelebt. Hier sind auch Menschen ohne Behinderung willkommen und werden so akzeptiert, wie sie sind.

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