Modellbau: Dickschifftreffen am Gabelweiher – 500 Exponate präsentiert Ein Hobby mit viel Liebe zum Detail

Espelkamp (WB). Eines der größten Modellbautreffen im norddeutschen Raum ist über Pfingsten in Espelkamp veranstaltet worden: das Dickschifftreffen des Schiffs-Modellbau-Clubs (SMC) Espelkamp.

Von Cornelia Müller
Das Dickschifftreffen am Gabelweiher in Espelkamp zählt zu den größten Veranstaltungen der Modellbauer im norddeutschen Raum. Etwa 500 Modellschiffe sind über die zwei Veranstaltungstage am Samstag und Sonntag präsentiert worden.
Das Dickschifftreffen am Gabelweiher in Espelkamp zählt zu den größten Veranstaltungen der Modellbauer im norddeutschen Raum. Etwa 500 Modellschiffe sind über die zwei Veranstaltungstage am Samstag und Sonntag präsentiert worden. Foto: Cornelia Müller

Tische als »Trockendock«

Alle zwei Jahre macht der SMC den Gabelweiher zum Mekka für

Schiffsmodellbaufreunde. Wie viele Modelle diesmal dort zu sehen waren, kann SMC-Vorsitzender Klaus-Jürgen Aßmus nur schätzen. »500 sind es bestimmt. Wir hatten 160 Anmeldungen und in der Regel bringen die Teilnehmer gleich mehrere Modelle mit.« Das Einzugsgebiet der Traditionsveranstaltung reicht mittlerweile von Hamburg bis zur Pfalz. Auch aus den Niederlanden, Luxemburg und der Schweiz waren Modellbauer angereist. »Es scheint sich herumzusprechen, dass es sich lohnt, herzukommen«, sagte Aßmus zufrieden.

Freunde des Schiffsmodellbaus trafen auf Gleichgesinnte, mit denen Teile getauscht oder gefachsimpelt werden konnte. Und wer an den langen Tischreihen entlang schlenderte, die als »Trockendocks« für die Dickschiffe dienten, bekam eine riesige Modellvielfalt zu sehen. Nachbauten historischer Schiffe, Schnellboote, elegante Yachten und rustikale Fischerboote kreuzten über den Gabelweiher. Löschboote waren im Einsatz und starke Schlepper zogen Schlauchboote hinter sich her.

Große Liebe

Immer wieder faszinierend war die große Liebe zum Detail bei den Schiffen. Der Niederländer Jan Lindzen war mit einem 2,10 Meter langen, 75 Kilogramm schweren Nachbau eines »Diving Support Vessel« angereist. Solche Spezialschiffe werden beim Bau von Ölplattformen oder Öl-Pipelines eingesetzt.

»Mein Vater hat selbst auf der Werft gearbeitet, auf der das Originalschiff gebaut wurde. Zusammen mit ihm habe ich vor 14 Jahren mit der Arbeit an dem Modell begonnen. Als er vor vier Jahren starb, steckten bereits 7000 Arbeitsstunden darin.« Jan Lindzen baute weiter und fügte immer neue Funktionen und Details hinzu – Rettungsboote, die zu Wasser gelassen werden können und selbst lenkbar sind, zum Beispiel. »Fertig wird man eigentlich nie«, sagte er.

Schlachtschiff »Bismarck«

Auch Peter Rieneck aus Düsseldorf wird wohl noch jahrelang an seinem Modell zu tun haben. Sein Nachbau des Schlachtschiffes »Bismarck« im Maßstab 1:50 war mit fünf Metern Länge der mit Abstand größte Pott, der beim Dickschifftreffen zu sehen war. Die Streichholz-Modelle von Detlev Miersch hingegen waren Hingucker ganz anderer Art. »Etwa 6000 bis 7000 Streichhölzer« benötige er dafür, schätzte Miersch. Obwohl der Bastler auch »normale« Modelle aus Fiberglas oder Kunststoff baut, hat er sich eine Vorliebe für Alltagsmaterialien bewahrt. »So hat vor mehr als 40 Jahren auch meine Liebe zum Modellbau angefangen – als ich für die Schule ein Floß aus Streichhölzern gebaut habe.«

Der Lohn für die vielen Arbeitsstunden der Modellbaufreunde und für so manchen Fluch, wenn der Klabautermann mal wieder im Detail steckte: Ganz individuelle Schiffsmodelle, die zu Wasser und zu Land ein prächtiges Bild abgaben. Für die Veranstalter vom SMC Espelkamp und für alle Aussteller war dies sicherlich die beste Werbung für ihr Hobby.

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