»Camcore«-Team beendet die Dreharbeiten für »Phantomschmerz« Blaulicht und Krimi in Schmalge

Espelkamp (WB). Tatort Schmalge, Samstag, 22 Uhr. Das Blaulicht ist schon von weitem zu sehen. Polizeiautos, ein Rettungswagen, ein Taxi und ein Leichenwagen parken vor dem Haus, dessen Zufahrt bereits mit Flatterband abgesperrt ist. Aber einige Schaulustige, die wissen wollen, was passiert ist, sind trotzdem schon da.

Von Cornelia Müller
Drehort »Bens Haus« in Schmalge. Die Vorbereitungen laufen. Mit Polizeiband ist der Drehort abgesperrt.
Drehort »Bens Haus« in Schmalge. Die Vorbereitungen laufen. Mit Polizeiband ist der Drehort abgesperrt. Foto: Cornelia Müller

Zum Glück ist das alles nur eine Szene aus einem Film. Fünf Tage lang hat das Camcore-Filmteam in Schmalge gedreht – die letzten Drehtage ihres Kinofilms

»Phantomschmerz«. »An diesem Wochenende sind wir durch«, sagt Aufnahmeleiter Marcel Schöfer. »Dann kommen vielleicht noch ein paar Nachdrehs, aber im Prinzip sind die Dreharbeiten abgeschlossen.« Die Dreharbeiten – nicht der Film. Der muss erst noch geschnitten werden und geht jetzt in die Nachproduktion. 2018 soll »Phantomschmerz« in die Kinos kommen und auf großen Festivals gezeigt werden. So lautet die Planung des Camcore-Teams um die drei jungen Espelkamper Filmemacher Daniel Littau (Buch), Andreas Olenberg (Regie) und Sebastian Sellner (Kamera).

Thema ist Organspende

Ihr Film packt ein heißes Eisen an: Es geht um Organspende. Hauptfigur ist der junge Taxifahrer Finn (gespielt von Daniel Littau), der zufällig den Chirurgen Ben Eisenberg (Sven Martinek) wiedertrifft. Als zuständiger Arzt hatte Ben ihm vor zwei Jahren die Nachricht vom Tode seines Bruders überbracht. Langsam beginnt Finn zu ahnen, dass damals etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könnte.

Die Szene, die an diesem Abend gedreht werden soll, spielt vor Bens Haus, das in Wirklichkeit einem Schulfreund von Daniel Littau und Sebastian Sellner gehört. Dort hat es eine Schießerei gegeben. Eine Frau ist getötet worden und Hauptkommissar Adler (gespielt von Hartmut Lehnert) und Kommissar Janzen (Thomas Gimbel) verhören die einzige Zeugin, Finns Freundin Ellie (Christine Kroop). Für die Darsteller der beiden Hauptfiguren heißt das: Sie werden in dieser Szene nicht gebraucht und haben frei, für Sven Martinek sind die Dreharbeiten sogar schon ganz beendet.

Großer Aufwand am Drehort

Der Rest des Teams dagegen ist damit beschäftigt, das Licht für die Aufnahme einzurichten, Mikrofone zu platzieren, letzte Hand an die Kostüme zu legen. So müssen die falschen Polizisten schnell noch mit schwarzem Tape die Markenzeichen auf ihren Turnschuhen abkleben: Nur keine Schleichwerbung. Was zum Filmen auch dazugehört: Warten. Und bei diesen Temperaturen: Frieren.

Fünf Stunden hat das Team allein gebraucht, um alles so aufzubauen, dass es für die Kamera gut aussieht und Regisseur Andreas Olenberg zufrieden ist. Bevor die Szene gedreht wird, wird alles noch einmal mehrfach durchgespielt. Das dauert: »Voraussichtlich um fünf Uhr morgens« wollen sie heute fertig sein.

Herausforderung für alle Akteure

Die langen Drehnächte sind nicht nur für die Schauspieler und Techniker, sondern auch für die Nachbarn eine Herausforderung: »Seit Mittwoch ist es bei uns im Schlafzimmer taghell«, sagt Carola Grothus, trägt es aber wie die übrigen Nachbarn mit Gelassenheit: »Wenn direkt vor der eigenen Haustür ein Film gedreht wird – das ist ja ein Erlebnis, das man nicht alle Tage hat. So etwas muss man einmal gesehen haben. Spannend!« Nachbar Oliver Schröder hat sogar eine kleine Statistenrolle übernommen: Er mimt einen Schaulustigen. »Das hat sich so ergeben und natürlich habe ich da mitgemacht.«

Er bekommt genau Anweisungen, wo er stehen, was er machen soll. Dann wird es ernst: »Achtung: Wir drehen . . .«

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