Camcore: Erste Hälfte von »Phantomschmerz« in Espelkamp abgedreht – Premiere im Sommer 2018 »Unterstützung ist unglaublich«

Espelkamp (WB). Die Kameras der Camcore-Filmcrew haben in den vergangenen Wochen so manchen Bürger Espelkamps und des gesamten Kreises Minden-Lübbecke neugierig gemacht.

Von Felix Quebbemann
Ein sehr hilfreiches Utensil. Mit dem Trailer sind Aufnahmen von Szenen während einer Autofahrt möglich. Das Gefährt hat die Camcore-Filmcrew von einem befreundeten Filmteam aus Gelsenkirchen zur Verfügung gestellt bekommen.
Ein sehr hilfreiches Utensil. Mit dem Trailer sind Aufnahmen von Szenen während einer Autofahrt möglich. Das Gefährt hat die Camcore-Filmcrew von einem befreundeten Filmteam aus Gelsenkirchen zur Verfügung gestellt bekommen. Foto: Camcore

Pläne durchkreuzt

»Dort werden Kameras aufgebaut. Was wird denn hier gedreht?« Diese Frage hat das Camcore-Team um Daniel Littau, An-dreas Olenberg und Sebastian Sellner ein ums andere Mal gestellt bekommen. »Viele aber wussten auch schon, dass wir für ›Phantomschmerz‹ drehen«, sagt Littau im Gespräch mit dieser Zeitung. Und so seien Bürger dann auch einfach mal stehen geblieben und hätten sich die Dreharbeiten angeschaut.

Die sind nun zur Hälfte abgeschlossen. Littau ist mit den derzeitigen Ergebnissen zufrieden. »Es läuft alles.« Doch der Plan des jungen Filmteams wurde an so manchen Tagen auch durchkreuzt. »Uns sind zwei Kameras kaputt gegangen. Das ist eigentlich ein Horrorszenario. Aber von den Ergebnissen her sind wir sehr zufrieden.«

Auffälliger Trailer

Besonders die Atmosphäre beim Drehen begeistert das junge Team. Derzeit dreht es in Espelkamp und fährt mit einem sehr auffälligen Trailer durch die Gegend. Auf dem Trailer ist ein Auto geladen. Mit Hänger und Pick-Up ist es so möglich, Szenen während einer Autofahrt zu drehen.

Ein großes Lob spricht Littau bereits den Espelkampern und den Bürgern der anderen Drehorte aus. »Wir sind unglaublich dankbar für die Unterstützung. Damit haben wir nicht gerechnet.« Die Menschen seien so unkompliziert. »Das ist wirklich sehr cool.«

Nachtschicht

Der Dreh eines Spielfilms sei etwas komplett anderes als einen Kurzfilm zu produzieren. Für diesen setze man etwa fünf bis sieben Tage an. Für »Phantomschmerz« hat die Camcore-Crew etwa 45 Drehtage eingeplant. Einige Drehtage hatten es zudem wirklich in sich. So wurden unter anderem die Kameras schon vor dem Elite-Kino aufgebaut – am Abend gegen 18 Uhr. Der Dreh hat letztlich bis zum Sonnenaufgang des folgenden Tages gedauert. »Wir konnten nachher beim Aufbauen des Wochenmarkts mithelfen«, sagte Littau lachend.

Ein weiteres Lob sprach er auch den vielen Komparsen aus, die freiwillig beim Dreh mithelfen. So habe der erste Drehtag in der Rahdener Marktschänke allen Beteiligten einiges abverlangt. »Wir dachten schon, am nächsten Tag kommen die Komparsen nicht wieder, weil es alles so lange gedauert hat.« Aber weit gefehlt. Drei Tage lang waren die gleichen Statisten da.

Besuch von der Feuerwehr

Mit einem leichten Schrecken denkt Littau an die Aufnahmen in der Herforder Disco »Go Park« zurück. Die Statisten durften auf der Tanzfläche abfeiern und es wurde zu lauter Musik getanzt – ganz nach Drehbuch. Leider aber habe es dann etwas zu viel Nebel von der Nebelmaschine gegeben. Ein Rauchmelder sprang an. »Und zack, kurze Zeit später stand die Feuerwehr da.«

Gerne erinnert sich Littau an die Dreharbeiten im Krankenhaus Lübbecke  (wir berichteten) . Dort hätten sie die Gelegenheit bekommen, während des laufenden Betriebs zu drehen. Dies hätte in Großstädten wie Berlin finanziellen Aufwand bedeutet. In Lübbecke hätten sie dies kostenlos machen können. Das Team erfahre eine »unglaubliche Unterstützung« auch vom Hotel Mittwald und dem Schloss Benkhausen als kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten.

Premiere im Elite-Kino

Das Team jedenfalls sei glücklich, dass sie den Film nicht in einer Großstadt sondern in Ostwestfalen drehen. Nicht nur, dass dies sehr viel günstiger sei. Die Landschaft sei teilweise einfach schöner. Dies habe auch Hauptdarsteller Sven Martinek erkannt. »Er findet es gemütlich und entspannt hier«, sagte Littau.

Noch bis Mitte April wird Camcore in Espelkamp drehen. Ab Mitte Mai bis Mitte Oktober werden die Aufnahmen dann geschnitten und bearbeitet. Nach den großen Film-Festivals soll »Phantomschmerz« in die Kinos kommen. »Der offizielle Start ist für Sommer nächstes Jahr vorgesehen«, verrät Littau, der im Film auch die Hauptrolle spielt. Die Premiere solle natürlich im Elite-Kino in Espelkamp stattfinden.

Doch erstmal steht die zweite Hälfte des Drehs an. »Vom Plan her wird sie ein bisschen aufwendiger. Aber wir hoffen, dass es so weiter läuft wie bisher, wir den Zeitplan einhalten und nicht allzu viel nachdrehen müssen.«

Auf den Geschmack gekommen

Die Jungs von Camcore sind mit den Dreharbeiten zu »Phantomschmerz« so richtig auf den Spielfilm-Geschmack gekommen. »Wir haben Lust auf lange Filme und sind schon heiß auf das nächste Projekt«, sagt Littau, der sich aber noch nicht weiter in die Karten schauen lassen will.

Die aktuellen Drehorte und Fortschritte von »Phantomschmerz« erfahren alle Interessierten auch im Internet unter

 www.facebook.com/camcore2017

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