Weißer Ring: Tag der Kriminalitätsopfer – Tegeler sucht neue Mitarbeiter Bewusstsein für die Opfer entwickeln

Espelkamp/Altkreis Lübbecke (WB/fq). »Wer beruflich mit Kriminalitätsopfern zu tun hat, muss sich besser in deren Situation hineinversetzen können.«

Der Weiße Ring fordert heute am Tag der Kriminalitätsopfer zu einem erhöhten Bewusstsein für die Opfer auf.
Der Weiße Ring fordert heute am Tag der Kriminalitätsopfer zu einem erhöhten Bewusstsein für die Opfer auf.

Mangelnde Sensibilität

Dies fordert der Weiße Ring am heutigen Tag der Kriminalitätsopfer. »Ob Anwälte, Richter oder Mitarbeiter von Behörden: Viele, die in ihrem Berufsleben mit Betroffenen zu tun haben, gehen zu wenig auf deren Anliegen und Wünsche ein, da sie sich nicht hinreichend in deren Lage hineinversetzen können«, kritisiert Friedhelm Tegeler, Außenstellenleiter im Kreis Minden-Lübbecke. »Das muss sich dringend ändern.« Oft sei es nicht nur das Verbrechen selbst, an dessen Folgen Opfer körperlich und psychisch leiden würden. Auch mangelnde Sensibilität derer, die beispielsweise im Verlauf eines Strafverfahrens mit Opfern in Kontakt kämen, sorge für zusätzliche Belastung. »Häufig fehlt der Blick dafür, was Opfer brauchen und was ihnen beim Verarbeiten der Tat hilft«, stellt Tegeler fest.

Der Weiße Ring fordert aus- und weiterbildende Einrichtungen der entsprechenden Berufsgruppen auf, die Perspektive von Kriminalitätsopfern fest in ihre Lehrpläne zu integrieren. »Es geht darum, das richtige Bewusstsein für die Situation von Opfern zu schaffen und so zu einem sensibleren Umgang mit ihnen beizutragen«, sagt Tegeler. Der Weiße Ring gibt seine mehr als 40-jährige Expertise in Sachen Opferhilfe und Opferrechte bereits an Externe weiter. So bietet die Weiße-Ring-Akademie für Berufsgruppen, die mit Opfern in Kontakt treten, spezielle Seminare und Schulungen an.

Opferrechte

Auch in der professionellen Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter steht die Vermittlung der Opferperspektive an oberster Stelle. Helfer durchlaufen unter anderem Seminare, in denen Inhalte zu den Themen Opferrechte in- und außerhalb von Strafverfahren vermittelt werden. Auch das Thema Psychotraumatologie nimmt einen hohen Stellenwert ein. »Opfer brauchen Profis«, sagt Tegeler. »Nach diesem Prinzip arbeitet der Weiße Ring seit mehr als 40 Jahren.«

Etwa 3200 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in bundesweit 420 Außenstellen für den Weißen Ring im Einsatz. Im Kreis Minden-Lübbecke sind es zurzeit acht Mitarbeiter. Sie leisten unter anderem Trost und Beistand, hören zu und begleiten bei Behördengängen.

Mitarbeiter gesucht

Die Außenstelle im Kreis Minden-Lübbecke sucht derzeit neue Mitarbeiter. »Wir freuen uns über jeden, der ein Ehrenamt übernehmen und sich in diese Gesellschaft einbringen will«, sagt Tegeler. Auch gerade junge Menschen könnten aus der Übernahme eines Ehrenamtes praktischen Nutzen und persönlichen Mehrwert ziehen. Weitere Informationen bei Friedhelm Tegeler unter Telefon 05743/9289059 oder E-Mail: wr.tegeler@t-online.de.

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