Jugendmigrationsdienst: Claudia Armuth unterstützt zahlreiche Asylbewerber Unschätzbare Hilfe für junge Flüchtlinge

Espelkamp (WB). Der Beruf des Sozialarbeiters ist in der jüngeren Vergangenheit immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dafür war aber nicht nur die Flüchtlingswelle des vergangenen Jahres verantwortlich.

Von Emma Hoppe und Lina Mantler
Für die jungen Flüchtlinge steht die Tür des Jugendmigrationsdienstes im Martinshaus Espelkamp immer offen: Die Jugendlichen (hinten, von links) Sherwan, Saad, Medya, (hinten, rechts) Mohammed, (vorne, von links) Muhamad und Mohammad werden von Claudia Armuth (3. von rechts) und Sebastian Windhorst (2. von rechts) betreut.
Für die jungen Flüchtlinge steht die Tür des Jugendmigrationsdienstes im Martinshaus Espelkamp immer offen: Die Jugendlichen (hinten, von links) Sherwan, Saad, Medya, (hinten, rechts) Mohammed, (vorne, von links) Muhamad und Mohammad werden von Claudia Armuth (3. von rechts) und Sebastian Windhorst (2. von rechts) betreut. Foto: Emma Hoppe

Claudia Armuth arbeitet nun schon seit mehr als 30 Jahren als Sozialarbeiterin beim Jugendmigrationsdienst Minden-Lübbecke. In Espelkamper Martinshaus hat sie ihr Büro. Und dort begleitet sie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums jugendliche Migranten während ihrer ersten Jahre in Deutschland.

»Allgemeinarzt«

Dabei hilft sie den jungen Menschen im Alter von 12 bis 27 Jahren bei der Orientierung und Weiterbildung. »Ich versuche gemeinsam mit den Migranten, Ausbildungsstellen oder passende Berufe zu finden, die ihren Qualifikationen entsprechen. Selbst wenn jemand in einem anderen Land einen Schulabschluss erworben hat, bedeutet das nicht automatisch, dass dieser in Deutschland anerkannt wird.« Armuth zeigt den jungen Menschen neue Möglichkeiten und versucht, sie an Betriebe weiterzuleiten.

Im Bereich der Mangelberufe würden auch in Deutschland noch Menschen für Ausbildungsplätze oder bereits ausgebildetes Personal gesucht. Armuth vergleicht ihren Beruf auch gerne mal mit dem Job eines »Allgemeinarztes«. Sie diagnostiziert das Problem, versucht zu helfen und andernfalls zu vermitteln.

Wiederholung

Diese Entwicklung scheint sich jedenfalls nach Ansicht von Armuth in der Geschichte zu wiederholen. Früher seien es eher Spätaussiedler, Menschen aus der Sowjetunion, Polen und der DDR gewesen, die nach Deutschland einwanderten. Heute seien es vermehrt Bürgerkriegs- und Armutsflüchtlinge sowie EU-Bürger auf der Suche nach Arbeit.

Doch die Ähnlichkeit bleibe: »Es geht darum, neue Perspektiven für das Leben zu schaffen.« Zudem sei es für die Migranten natürlich das Ziel, ihre Familien nachkommen zu lassen. Auch dies sei nicht unproblematisch.

Dabei sieht sich Claudia Armuth als »deutsch-deutsche Übersetzer«. Die deutsche Amtssprache könne selbst für sprachlich Begabte eine Herausforderung sein. Um die wichtigsten Aufgaben aus der Nachricht herauszulesen, stehe sie immer bereit.

Allein im vergangenen Jahr kümmerte sich der JMD um Menschen aus 18 verschiedenen Ländern. »Also ist es für die Angestellten und Helfer unmöglich, alle Sprachen zu lernen«, sagt Ar-muth. Meistens verständige sie sich beim JMD deshalb zu Beginn auch in englisch. »Die Sprache ist der Schlüssel, um sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden«, weiß Claudia Armuth.

Deutsch-Sprachkurse

Gerade deswegen bietet der Jugendmigrationsdienst auch Deutsch-Sprachkurse an. Die letzte Gruppe hat sich von Dezember bis Mai immer vier Mal die Woche getroffen. Dabei blieb es nicht nur bei der Grammatik. Auch durch Filme, Spiele und Aktivitäten in der Stadt wurde den Migranten die deutsche Sprache näher gebracht. Momentan treffen sie sich immer noch zwei Mal pro Woche.

Medya, die an dem von Sebastian Windhorst geleiteten Kurs teilnimmt, freut sich und sagt: »Die Leute hier sind sehr freundlich.« Mohammad fügt hinzu: »Die Diakonie-Arbeit und insbesondere Claudia hilft viel und gerne.« Darüber hinaus bestätigen alle Mitglieder, dass es auch sehr interessant sei, eine neue Sprache zu lernen.

Sehr gut angekommen sind die gemeinsamen Ausflüge. »Die waren super«, sagen alle unisono. Zuletzt besuchten sie den Zoo in Hannover. Davor waren sie schon in Hamburg und in Berlin im Bundestag. Dadurch seien bereits ein paar Freundschaften und eine »Clique« entstanden, wobei der JMD als Anlaufstelle und Treffpunkt dient.

Austausch

Claudia Armuth freut sich immer über den Austausch mit den Jugendlichen. Für sie ist es spannend von den verschiedenen, teils aufregenden Lebensgeschichten, Kulturen und Religionen zu hören. Sie habe schon viele Wege begleitet und selbst wenn der Anfang mal etwas schwieriger oder undurchsichtiger schien, »bis jetzt hat alles geklappt«.

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