Ärztliche Versorgung: Hauptausschuss stimmt für Gründung einer Arbeitsgruppe – Pläne für das Ostlandviertel »Das ist ein wichtiges Thema«

Espelkamp (WB). Mit diesem Thema haben sich auch die Espelkamper Politiker im Hauptausschuss am Mittwoch auseinandergesetzt.

Von Felix Quebbemann
Die Planungen für das Ostlandstraßenviertel schreiten langsam voran. Neben dem Bau von Seniorenwohnungen ist auch vorgesehen, ein medizinisches Versorgungszentrum am Standort der ehemaligen Grundschule zu platzieren.
Die Planungen für das Ostlandstraßenviertel schreiten langsam voran. Neben dem Bau von Seniorenwohnungen ist auch vorgesehen, ein medizinisches Versorgungszentrum am Standort der ehemaligen Grundschule zu platzieren. Foto: Felix Quebbemann

Am Ende waren sich fraktionsübergreifend alle Mitglieder einig, dass die Gründung einer Arbeitsgruppe initiiert werden soll. Diese soll den eventuellen Bau eines medizinischen Versorgungszentrums akribisch vorbereiten. Geplant ist ein solches Zentrum im Ostlandviertel – auf dem ehemaligen Gelände der Ostlandschule.

Neujahrsempfang

In der Ausschuss-Sitzung, die in Abwesenheit von Bürgermeister Heinrich Vieker von seiner Stellvertreterin Christel Senckel geleitet wurde, ist zunächst ein Antrag der Sozialdemokraten zur Ärzteversorgung besprochen worden. Dazu äußerte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Bösch und sagte, dass dieses ein wichtiges Thema sei. Er erinnerte an den SPD-Neujahrsempfang, bei dem der Ärztemangel auf dem Land das zentrale Thema gewesen sei und unter anderem Harald Stender, einer der Initiatoren des »Büsumer Models«, als Referent vor Ort war (die ESPELKAMPER ZEITUNG berichtete am 1. Februar).

Bösch sagte weiter, dass durch die Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum und dem Johannes-Wesling-Klinikum künftig jährlich 60 angehende Mediziner ihr klinisches Studium im Mühlenkreis absolvieren könnten. »In den nächsten sechs Jahren sind die ersten fertig«, sagte Bösch.

Ziel ist, einige dieser Mediziner nach Espelkamp zu locken. »Wir sollten diesen Zeitraum nutzen, um das Organisatorische voranzutreiben, damit wir auch vernünftige Angebote machen können.« Die SPD schlug in ihrem Antrag die Gründung einer Arbeitsgruppe vor.

Fahrt nach Büsum

Matthias Tegeler, Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, erklärte, dass die Verwaltung dieses Thema auf der Agenda habe. Es sei unbefriedigend, wenn zahlreiche Hausärztestellen nicht mehr besetzt seien. Tegeler sprach alleine im Bereich Espelkamp, Rahden und Stemwede von acht Stellen. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe sehe das jedoch anders, weil ihre Berechnungen sich auf den gesamten Mühlenkreis beziehen würden. Für Espelkamper sei es jedoch nicht befriedigend, wenn sie bis nach Bad Oeynhausen zu einem Arzt fahren müssten.

Tegeler erklärte, dass sich die Verwaltung mit verschiedenen Modellen wie dem Ärztehaus in Büsum oder dem Modell in Kirchlengern beschäftigt habe. »Die Verwaltung war im Oktober auch in Büsum«, sagte Tegeler. Der Unterschied zu Büsum jedoch sei, dass dort die Ärzte noch vor Ort gewesen seien. Die Kommune habe das vorhandene Ärztehaus gekauft, eine Gesellschaft gegründet und daran hätten sich die Ärzte dann beteiligt, erläuterte Tegeler.

Gespräche mit Ärzten

Bürgermeister Heinrich Vieker habe bereits persönliche Gespräche mit Espelkamper Ärzten geführt und werde darüber in der nächsten Ratssitzung im nicht-öffentlichen Teil berichten. Tegeler sagte, dass eine Arbeitsgruppe möglich sei. »Wir haben aber nicht alleine das Heft des Handelns in der Hand. Die Kassenärztliche Vereinigung ist ein wichtiger Partner.« Sie hätten aber die Interessen des gesamten Versorgungsgebietes im Blick und nicht nur die der einzelnen Kommunen.

Dr. Oliver Vogt (CDU) erklärte, dass seine Fraktion die Gründung einer Arbeitsgruppe positiv sehe. Er machte jedoch den Vorschlag, in die Arbeitsgruppe neben dem Bürgermeister, Ärzte- und Fraktionsvertretern auch die Sachbearbeiter der Stadtverwaltung zu holen. Jedoch sehe die CDU es als nicht notwendig an, einen Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in die Arbeitsgruppe zu holen. Die Gründung der Gruppe könne mit der KV abgestimmt werden. Diesem Vorschlag konnten alle Fraktionen im Hauptausschuss folgen.

Reinhard Bösch erklärte: »Hauptsache, wir bringen es nach vorne.« Und Christel Senckel sagte abschließend.»Ich hoffe, das ist ein guter Anfang für unsere Stadt.«

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