Kreisjägerschaft unterstützt Volksinitiative für praxisgerechtes Jagdrecht – Versammlung in Isenstedt Jäger sammeln mehr als 3000 Unterschriften

Espelkamp-Isenstedt (WB). Die aktuelle Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht in NRW findet auch in Minden-Lübbecke große Unterstützung. Darüber informierte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Dr. Walter Jäcker, bei der Jahreshauptversammlung im Dorfkrug Kaiser in Isenstedt

Dr. Walter Jäcker, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Minden-Lübbecke (links), hat dem Präsidenten des Landesjagdverbandes NRW, Ralph Müller-Schallenberg, 3000 Unterschriften zur Volksinitiative übergeben.
Dr. Walter Jäcker, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Minden-Lübbecke (links), hat dem Präsidenten des Landesjagdverbandes NRW, Ralph Müller-Schallenberg, 3000 Unterschriften zur Volksinitiative übergeben.

»Insgesamt haben unsere Mitglieder bisher mehr als 3000 Unterschriften gesammelt«, erklärte Jäcker den Anwesenden von der Kreisjägerschaft und der Jägerschaft Lübbecker Hegeringe. Anfang April habe er die ausgefüllten Sammelunterschriftsbögen dem Präsidenten des Landesjagdverbandes NRW, Ralph Müller-Schallenberg, übergeben können. Zeichnungsbefugt seien nur die in NRW Wahlberechtigten, was im weiteren Verfahren auch behördlich überprüft werde.

100 Neuregelungen

Die Volksinitiative fordere deutliche Verbesserungen im Landesjagdgesetz NRW, erläuterte Jäcker. »Im Jahr 2015 ist durch dieses rot-grüne Gesetz der gesamte ländliche Raum schlechter gestellt worden. Es enthält über 100 Neuregelungen und behindert durch zahlreiche praxisferne Ge- und Verbote die nachhaltige Jagd an sich und deren Möglichkeiten, Tier-, Natur- und Artenschutz flankierend zu unterstützen.« Das Gesetz sei trotz gemeinsamer massiver Proteste der Betroffenen entstanden, also der Jäger, Land- und Forstwirte, Grundeigentümer und vieler anderer Naturschützer und Naturliebhaber. »Zahlreiche Bodenbrüterarten sind in unserer Region gefährdet und im Bestand weiter rückläufig. Durch die Reduktion ihrer Fressfeinde, wie Fuchs, Marder und Waschbär, konnten wir Jäger den Bodenbrütern bisher helfen und ihnen zumindest bei diesem Faktor Entlastung verschaffen. Genau dies wird jetzt durch das rot-grüne Landesjagdgesetz erheblich erschwert. Politik zum Erhalt der Biodiversität sieht anders aus«, erklärte der Vorsitzende weiter.

Ziel: mindestestens 66.500 Stimmen

Noch bis Ende Juni würden die Jäger aktiv Unterschriften sammeln. Unterstützen am Ende mehr als 0,5 Prozent der Wahlberechtigten Nordrhein-Westfalens – das sind etwa 66.500 Stimmen – die Volksinitiative im Land, so wird der NRW-Landtag verpflichtet, sich erneut mit dem Landesjagdgesetz zu befassen. Wer die Initiative unterstützen oder mehr über die Forderungen der Jäger wissen will, möge sich an seinen Jäger vor Ort wenden, sagte Jäcker. Jedes Mitglied des Landesjagdverbandes NRW sei mit Sammelunterschriftsbögen für die Initiative ausgestattet.

Während der Versammlung erfolgten außerdem die Berichte des Vorstandes. Anton Maas hielt einen Vortrag über den Aufbau eines Niederwildreviers. Zudem war die Hegeschau für das im Jahr 2015/16 erlegte Schalenwild im Dorfkrug Kaiser zu sehen.

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