HDZ in Bad Oeynhausen hilft – Spenderherz, das für den BVB schlägt – Pandemie beeinflusst Organspende
Zwei Jahre Wartezeit

Bad Oeynhausen -

Was einer aus Dortmund niemals machen wird: Aufgeben. Andreas Schipper (50), gebürtiger Dortmunder und von Kindheit an Fan des Bundesligisten Borussia Dortmund oder kurz BVB, kann das nur bestätigen. Zwei lange Jahre hat er auf ein Spenderherz warten müssen, zuletzt mehrere Monate als hochdringlich geführter Patient auf der Transplantationsstation im Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) NRW in Bad Oeynhausen.

Samstag, 01.05.2021, 17:13 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 17:16 Uhr
BVB-Fans unter sich (von links): Carsten Meßer (Transplantationspflege), Andreas Schipper, Klinikdirektor Prof. Dr. Jan Gummert und Oberarzt PD Dr. Henrik Fox. Foto: Marcel Mompour

Jetzt endlich rückt der Tag seiner Entlassung in greifbare Nähe. Denn seit 14 Tagen schlägt ein kräftiges und gesundes Spenderherz in seiner Brust. Und natürlich schlägt es für den BVB.

„Nur dank einer künstlichen Herzunterstützung konnte ich die Wartezeit auf mein neues Herz überbrücken“, erzählt der Familienvater und gelernte CNC-Fräser, der an einer fortschreitenden Herzmuskelschwäche litt und aufgrund der strengen Hygienevorschriften in der Pandemie derzeit keinen Besuch erhalten darf. „Das war eine schwierige Zeit – in der mich das Team am HDZ immer unterstützt und begleitet hat.“ Seine Begeisterung für den Sport um das runde Leder hat zusätzlich dabei geholfen, die Wartezeit zu meistern. Und da Fußball bekanntlich die schönste Nebensache der Welt ist, hat er auch im Bad Oeynhausener Klinikum eine Reihe von Bekanntschaften geschlossen, mit denen es sich gut fachsimpeln lässt: „Die Pflegeleitung tickt Blau-Weiss, aber es gibt viele BVB-Begeisterte am HDZ und unter den Patienten.“

So kam es, dass sich die Fans der Schwarz-Gelben für ihren Patienten zusammengetan haben und Oberarzt PD Dr. Henrik Fox Kontakt zum BVB aufnahm. Der Verein ließ es sich nicht nehmen, postwendend ein persönliches Schreiben mit einem großen Überraschungspaket zurückzusenden, das Prof. Dr. Jan Gummert, Direktor der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie und bekennender BVB-Anhänger, mit Oberarzt Dr. Fox und Pflegekraft Carsten Meßer ihrem staunenden Patienten überreichten. Was darin war? Das mochte Andreas Schipper nicht sofort verraten. „Ich freue mich riesig und will ganz in Ruhe auspacken.“ Aber ein Erinnerungsfoto, das musste unbedingt noch aufgenommen werden. „Als Dankeschön an den BVB, und um darauf aufmerksam zu machen, dass das Thema Organspende auch in Zeiten der Pandemie nicht vergessen werden darf!“

Laut Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organspende hat die weltweite Ausbreitung des SARS-Cov-2-Virus bei Organspende und Transplantation Spuren hinterlassen. Die Erwartung, nach der Gesetzesnovelle 2019 wieder mehr Patienten auf der Warteliste helfen zu können, erfüllte sich nicht.

An Deutschlands größtem Herztransplantationszentrum, dem HDZ, wurden 2020 73 Spenderherzen transplantiert, 2019 waren es 89. So sei es wichtig, Information und Aufklärung zu verfolgen. Am HDZ warten rund 150 Patienten aller Altersstufen auf Herz oder Lunge eines verstorbenen Spenders. Info: www.organspende.de

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