Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche“ beobachtet Rückkehr erster Adebare in den Mühlenkreis
Weißstorch-Männchen zurück in Volmsen

Bad Oeynhausen -

Die Storchensaison beginnt immer früher: „Schon seit Anfang Februar sind zahlreiche Nester – vor allem im Nordkreis besetzt.“ Das teilt Naturschützer Erwin Mattegiet für den Vorstand des Aktionskomitees „Rettet die Weißstörche“ im Kreis Minden-Lübbecke mit.

Dienstag, 02.03.2021, 15:50 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 15:52 Uhr
Der in Volmsen gesichtete Weißstorch hat dort schon 2020 gebrütet. Das Junge wurde Opfer eines Rotmilans. Foto: Ulrich Wehmeier

 

Auch südlich des Wiehen sind laut Erwin Mattegiet erste Adebare aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. Es handele sich dabei durchweg um sogenannte Westzieher, deren Flugroute von Afrika über die Meerenge von Gibraltar führt. „Die Ostzieher kommen aus Südafrika über den Bosporus zurück und sind wegen der langen Rückreise erst später bei uns“, sagt der Naturschützer. Inzwischen spare sich ein Großteil den langen Flug und überwintere in Südfrankreich, Spanien oder Portugal.

In Tengern und Eisbergen sind laut Erwin Mattegiet bereits zwei Storchenpaare auf dem Nest. Auch aus Volmerdingsen würden immer wieder Kurzbesuche von der Volmser „Storchenmutter“ Christiane Röckemann gemeldet, die das Pfahlnest in den Grellewiesen immer fest im Blick hat.

„Aber am 27. Februar bekam ich vom Eidinghausener Fotografen Ulrich Wehmeier ein tolles Foto von einem beringten Storch, der etwa 400 Meter vom Storchennest entfernt nach Futter suchte“, berichtet Erwin Mattegiet. Der Fotograf hatte die Ringnummer M DEW 6T819 ablesen können und stellte gleich fest, dass es sich um einen alten Bekannten handelte: Es ist der männliche Storch, der dort im vergangenen Jahr mit seiner Partnerin einen Jungstorch aufzog. Der Ringträger wurde am 13. Juni 2017 als Nestling in Gronau im Kreis Hildesheim beringt.

Weil seine Eltern die „Aufsichtspflicht“ vernachlässigt hatten, wurde das Storchenküken Opfer eines Rotmilans. Die Storcheneltern hatten ihren Schützling über mehrere Stunden in praller Sonne allein gelassen, was der unweit nistende Greifvogel zur Beutejagd nutzte.

Eigentlich ist die Rückkehr des Weißstorch-Männchen laut Erwin Mattegiet ein gutes Zeichen. Denn oft kehrten Störche nach missglückter Brut nicht zu dem alten Standort zurück. Nun bleibe zu hoffen, dass sich eine Partnerin findet, um erfolgreich zur Brut zu schreiten.

Da Störche nicht immer treu sind, könnte sich diesmal eine andere Partnerin finden. Vor allem die Volmser Storchenfreunde warten gespannt auf die weitere Entwicklung im Storchenhorst Grellewiesen.

Der erfreuliche Anstieg der Storchenbruten mit 89 Brutpaaren und 194 ausfliegenden Jungstörchen ergab nach Aussage des Naturschützers für 2020 erneut einen Brutrekord im Mühlenkreis. Darauf sind die Storchenfreunde in der Kurstadt vorbereitet. Denn es warten noch drei weitere Kunstnester auf die rotbeinigen Großvögel. In Rehme (Im Meerfeld), in Dehme (Lohbusch) und in Wulferdingsen (Heuental) wurden Pfahlnester von Storchenfreunden errichtet.

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