Michael Grützkowski aus Bad Oeynhausen entdeckt in Zeiten der Corona-Pandemie ein altes Hobby neu für sich
Nächster Halt: Dachboden

Bad Oeynhausen -

Über die Jahre hinweg ist bei Familie Grützkowski der Dachboden zur Abstellkammer geworden. Mit dem ersten Lockdown im März 2020, als Michael Grützkowski langweilig ist, wird also der Dachboden entrümpelt. Schnell bemerkt der 53-Jährige das Potenzial des etwa 40 Quadratmeter großen Bodens, baut diesen aus und platziert seine Modelleisenbahn aus dem Garten dort. Mittlerweile fahren drei Loks gleichzeitig über den Dachboden der Familie – und ein Ende der Baumaßnahmen ist nicht in Sicht.

Dienstag, 02.03.2021, 07:10 Uhr
Dachboden statt Sofa: Das hat sich Michael Grützkowskiaus Rehme während des ersten Lockdowns gedacht. Seitdem baut der 53-jährige Rentner täglich an seiner Miniaturwelt. Foto: Louis Ruthe

 

„Schnell sind täglich mal vier, fünf Stunden vorbeigewesen“, berichtet Michael Grützkowski. Seit 45 Jahren hat der Rehmer eine Lehmann-Groß-Bahn (LGB). Diese hat er bis zum ersten Lockdown immer mal wieder im Garten aufgebaut. „Ein paar Schienen, eine Lok, das war es“, sagt er. Als mit dem Lockdown die Langeweile kommt, wagt sich der Frührentner mal wieder auf den Dachboden des Einfamilienhauses. „Kartons über Kartons mit Sachen, die keiner mehr braucht.“ Also geht es ans Entrümpeln. Schon nach der Hälfte kommt Michael Grützkowski dann die Idee, ein kleines Eisenbahnparadies auf dem Dachboden zu gestalten.

Doch anfangs behält er die Idee für sich. „Ich hab vorsichtig in der Familie nachgefragt, ob irgendwer den Dachboden nutzen möchte. Als keiner einen Anspruch erhoben hat, ging es für mich sofort an die Arbeit“, berichtet der Rehmer. Ein neuer, ebenerdiger Bodenbelag soll her. Mit Spanplatten sorgt Michael Grützkowski für den planen Untergrund, und seine Lehmann-Groß-Bahn aus dem Garten wird unterm Dach aufgebaut. „Die sah da oben irgendwie mickrig aus“, sagt er rückblickend.

Also ab an den Computer und nach Schienen, Gebäuden und Bahnen suchen. Fündig wird der Rehmer im Oktober bei einem Senior aus Saarbrücken. „Der hatte eine schöne große Anlage im Keller“, berichtet Michael Grützkowski. Zwei Fahrten sind erforderlich, um alle Bestandteile aus dem Saarland nach Ostwestfalen zu bringen.

Doch womit starten? Welchen Schienenkreis zuerst bauen? Michael Grützkowski entscheidet sich für eine Doppelbrücke als Ausgangspunkt. Bevor diese jedoch auf dem Dachboden ihren Platz findet, wird sie im Wohnzimmer der Familie zusammengebaut. „Noch hat sich keiner über mein neues Hobby beschwert“, schmunzelt Michael Grützkowski. Nur die Nachbarn hätten sich in den ersten Tagen gewundert, „was ich seit kurzem so oft auf dem Dachboden treibe“, vor allem, als er über eine kleine Musikbox Eisenbahngeräusche abspielte.

Bis heute hat der Rehmer 60 Meter Schaltkabel installiert, mehr als 25 Meter Schienen verlegt und zahlreiche Modellbauten errichtet. Gute 25 Quadratmeter groß ist seine kleine Anlage nun schon. Bis zum Herbst soll diese noch anwachsen. Das werde aber nach und nach passieren, denn der Modelleisenbahnbau ist kein günstiges Hobby. „Neuteile gibt es heute nicht mehr. Viele Bahnen haben einen enormen Sammlerwert“, berichtet er. Einige Teile seiner Lehmann-Groß-Bahn-Miniaturwelt hat er aus dem Verkauf der vermachten Märklin-Modellbahn seines verstorbenen Bruders finanziert. Als Andenken steht noch ein kleiner Baukran inmitten der Anlage.

„Ich bin froh, dass ich den Modellbau wieder für mich entdeckt habe“, sagt Michael Grützkowski. So habe er in der Corona-Zeit abschalten können und Ruhe gefunden.

Ihre Projekte und Ideen sind willkommen

Haben Sie selbst auch den Lockdown genutzt und ein Projekt gestartet? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an oeynhausen@westfalen-blatt.de und schildern Sie uns kurz, was Sie gemacht haben.

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