Zum übernächsten Kitajahr sollen in Bad Oeynhausen zwei Einrichtungen öffnen – 4,6 Millionen Euro Landesmittel
141 neue Kita-Plätze bis Sommer 2022

Bad Oeynhausen -

Zwei Neubauten sollen bis Sommer 2022 für mehr Entspannung bei der Vergabe der Kitaplätze in Bad Oeynhausen sorgen. Aktuell haben etwa 200 Kinder in der Kurstadt noch keinen festen Kita-Platz.

Donnerstag, 04.02.2021, 18:02 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 18:07 Uhr
Hans-Jürgen Weber (von links), Christian Rehberg, Stefan Tödtmann, Corinna Mertens und Lars Bökenkröger haben die neuen Kita-Pläne vorgestellt. Foto: Louis Ruthe

Die Jungen und Mädchen sollen laut Stadt aber bei Tagesmüttern oder durch eine Überbelegung in den bestehenden Kita-Einrichtungen untergebracht werden. Dies soll künftig durch die neuen Kitas in Eidinghausen (Auf der Horst) sowie in der Innenstadt (Rolandstraße) nicht mehr der Fall sein.

„Doch bis dahin ist noch die eine oder andere Herausforderung zu bewältigen“, sagt Bürgermeister Lars Bökenkröger. Trotzdem sehe er zuversichtlich ins Kitajahr 2022/2023. Auch weil mit dem Kreisverband Minden des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie dem Regionalverband Minden-Ravensberg der Johanniter gleich zwei „erfahrene künftige Träger“ gewonnen werden konnten. Zudem werde die Eröffnung der Kita an der Hermann-Löns-Straße für etwas Entspannung sorgen. Wie bereits mehrfach berichtet, sollen dort von Sommer an in vier Gruppen 85 Jungen und Mädchen betreut werden.

Eigentlich hat die Stadt mit den beiden anderen Neubauten schon „einen Schritt weiter“ eher geplant. Laut Stefan Tödtmann, der für die Kindergärten zuständiger Beigeordneter der Stadt ist, hat es bei den Neubauten an der Rolandstraße und Auf der Horst jedoch einen großen rechtlichen Klärungsbedarf gegeben, da für die Kitas Investitionskostenzuschüsse des Landes fließen sollen. „Das heißt, dass die Träger nicht auf einen Investor oder Generalunternehmer für den Bau zurückgreifen können, sondern die Regeln für eine öffentliche Ausschreibung beachten müssen und selbst als Bauherr durch einen Architekten die einzelnen Gewerke engagieren müssen“, erklärt Tödtmann. Das nehme viel Zeit in Anspruch. Doch nur so würden beide Kita-Neubauen mit einer Investitionssumme von jeweils etwa 2,3 Millionen Euro vom Land unterstützt werden.

An beiden Standorten sollen jeweils vier Gruppen mit 71 Plätzen entstehen. „Wir werden leider aufgrund der Grundstücksgröße zweistöckig bauen müssen“, berichtet Hans-Jürgen Weber, Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Minden. Geplant sei eine Gruppe für Kinder im Alter ab drei Jahren sowie drei Gruppen für Kinder im Alter von unter sowie über drei Jahren. „Wir wollen so dem Bedarf gerecht werden“, sagt Hans-Jürgen Weber. Der Neubau Auf der Horst soll klimafreundlich werden durch die Nutzung von Sonnenenergie und Wärmepumpen. Die Pläne für die neue Kita seien bereits abgeschlossen. „Wir warten jetzt auf eine Baugenehmigung“, sagt Hans-Jürgen Weber. Er plane noch im Juni mit dem Spatenstich für die neue Kita, „sonst ist eine Eröffnung zum Kitajahr 2022/2023 nicht möglich.“ Im Kreis Minden-Lübbecke betreibt der DRK-Kreisverband bislang drei Kindertageseinrichtungen - zwei in Minden, eine in Petershagen. „Wir können keine Eigenmittel in den Neubau investieren, also müssen wir schauen, dass wir mit den Landesgeldern auskommen“, sagt Hans-Jürgen Weber. Als „komplex, aber nicht unmöglich“ sieht er das Vorhaben des Neubaus.

Ähnlich äußert sich Christian Rehberg vom Regionalverband Minden-Ravensberg der Johanniter. Die Johanniter werden Träger sowie Bauherr der Kita an der Rolandstraße. „Es ist in diesen Zeiten nicht ganz einfach“, sagt Rehberg. Es sei eine große Aufgabe, die Kosten einzuhalten bei einer derzeitig jährlichen Steigerung der Baukosten von etwa fünf Prozent. „Es wird eine große Aufgabe, denn wir sind von der Realisierung noch einen Schritt weiter entfernt“, meint Rehberg. Konkrete Pläne gebe es noch nicht und auch der Architekt sei noch nicht gefunden. Puffer für eine mögliche Nicht-Fertigstellung der Kita an der Rolandstraße könne weiter die Nutzung des Martin-Luther-Hofes in Rehme sein.

„Uns ist wichtig, dass jedes Kind einen Platz bekommt“, sagt Stefan Tödtmann. Mit der Eröffnung beider Einrichtungen wäre dies in der Theorie bei den Jungen und Mädchen über drei Jahren in der Kurstadt geschafft. „Wir hätten sogar noch 50 Plätze über“, sagt er. Bei den Kindern unter drei Jahren würden dennoch 27 Kinder übrig bleiben. „Wir werden nun in Gespräche mit den Trägern gehen, damit auch in der Praxis jedem Kind im Kitajahr 2022/2023 ein regulärer Platz angeboten werden kann“, sagt Tödtmann.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7800834?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Studie: Veganismus könnte Knochengesundheit beeinflussen
Vegane Ernährung - also der komplette Verzicht auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs - könnte einer kleinen Studie zufolge negative Folgen für die Knochengesundheit haben.
Nachrichten-Ticker