Verein BSG: Pläne für Therapie- und Sportzentrum unter dem Dach des „Curateum“ in Bad Oeynhausen vorgestellt
Ohne Barrieren, mit digitalem Ansatz

Bad Oeynhausen -

Der Verein Bewegung-Sport-Gesundheit (BSG) mit etwa 1500 Mitgliedern hat ein neues Zuhause gefunden. Wie berichtet, verlagert der Verein, dem viele Menschen mit Behinderung angehören, sein Angebot in weiten Teilen ins Untergeschoss der ehemaligen Weserklinik. Auch anderen BSG soll die Nutzung möglich sein.

Mittwoch, 03.02.2021, 17:51 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 07:47 Uhr
BSG-Vorsitzender Holger Diekmann (links) und „Curateum“-Inhaber Dr. Thies Boysen freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit. Ende Februar sollen nun die Pachtverträge unterschrieben werden. Die Nutzung des Therapiebeckens mit Thermalsole im ehemaligen Klinikkomplex ist ein wesentlicher Bestandteil. Foto: Lydia Böhne/Archiv

2019 hatte die Medaceum-Gruppe aus Hamburg die Immobilie nahe der Aqua Magica gekauft. In einem ersten Schritt wurde dort die Seniorenresidenz „Vitalis“ angesiedelt. Unter dem Namen „Curateum“ will Medaceum-Geschäftsführer Dr. Thies Boysen den Komplex in ein Gesundheitszentrum verwandeln. Neben altersgerechten Wohnungen sollen zum Beispiel auch zwei Arztpraxen, Physio- und Ergotherapie angesiedelt werden. Im Sportausschuss haben er und Holger Diekmann, BSG-Vorsitzender, den Projektstand vorgestellt. Der Verein will vor allem auch das Therapiebecken im Untergeschoss nutzen, gerade auch vor dem Hintergrund der für ihn derzeit nicht vorhandenen Möglichkeiten in diesem Bereich. Ausschlaggebend dafür ist die Schließung der Bali-Therme in der Pandemie seit März 2020.

„Die Pachtverträge werden voraussichtlich Ende Februar unterschrieben“, sagte Diekmann am Mittwoch auf Nachfrage. Das finanzielle Engagement, das der Verein einbringen will, beziffert er auf einen „mittleren sechsstelligen Betrag“. Dazu gebe es Gespräche mit der Förderbank des Landes, um Fördermittel, ausgelegt auf 15 Jahre, in Anspruch nehmen zu können. Nutzen will der Verein auch das Sporthallenangebot im Gebäudekomplex. Auf einer Wiese im Siekertal sollen Möglichkeiten für inklusiven Bogensport geschaffen werden.

Dem Engagement des Vereins schreibt der Vorsitzende die Wirkung eines Brückenkopfes zu. Mit der im Gebäude ebenfalls angestrebten Tagespflege werde sich das Gesundheitszen­trum „nach außen hin öffnen, Verbindungen schaffen“. Diese Rolle schreibt er auch einem Café zu, das entstehen soll. Diekmann: „Das kann Verbindungen zur Aqua Magica schaffen. Vielleicht kann es ein Ort für Lesungen werden.“ Zudem verwies er auf die Bedeutung, mit dem Projekt Verbindungen zwischen Kurpark und Aqua Magica zu entwickeln. Die Wegeverbindungen seien in keinem guten Zustand. Beispielsweise seien die zur Landesgartenschau entstandenen Gambionen nicht mehr auszumachen.

Dem Ausschuss stellte sich Dr. Thies Boysen auch kurz mit seiner beruflichen Laufbahn vor. Dazu gehört, dass er vor dem Schritt in die Selbstständigkeit im Jahr 2015 zuvor 15 Jahre im Gesundheitswesen tätig war und Klinik- und Pflegeheimgruppen geleitet hat. Inzwischen habe er sechs Pflegeheime und zwei ambulante Dienste im Raum Hamburg. Bad Oeynhausen sei der südlichste Punkt der kleinen Gruppe. Den Rest des Gebäudes wolle man nun sanieren. Der Bauantrag werde derzeit im Austausch mit der Stadt verfeinert und ergänzt. Boysen: „Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten eine Baugenehmigung haben.“

Für Diekmann geht es darum, „Menschen mit Behinderungen Perspektiven zu geben“. Problem sei aktuell, dass die BSG keine Möglichkeit habe, freie Wassertherapieplätze zu nutzen. Das sei in der Bali-Therme der Fall gewesen, „zu überteuerten Preisen, sozial ungerechtfertigt“, wie er ergänzte. In der Vergangenheit habe man das für die Mitglieder gemacht. Diekmann: „Viele Menschen mit kleiner Rente haben den Rehasport nicht mehr wahrnehmen können.“ Im „Curateum“ werde man die Möglichkeit haben, im Schwimmbad „Thermalsole zu sozialverträglichen Kosten anzubieten, für Gesundheits- und Rehasport.“

Ziel sei ein innovatives Sportzentrum, C0-neutral und barrierefrei. Mit Ärzten strebe man einen digitalen Austausch an. Angesichts der Pandemie werde man auf eine moderne Filtertechnik und antivirale Beschichtungen setzen. Die Bali-Therme könne er sich als Ergänzung zum Projekt vorstellen. Im neuen Hallenbad im Siel sieht er aufgrund großer Nachfrage vieler Vereine wenig Optionen für den BSG.

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