Corona: Patienten infizieren sich über die Weihnachtsfeiertage – Klinik-Geschäftsführer kritisiert Landesregierung
70 Patienten beenden Reha vorzeitig

Bad Oeynhausen (WB) WB -

Bei Routinetestungen mit Corona-Schnelltests sind zwischen den Feiertagen acht Patienten der Klinik Porta-Westfalica positiv getestet worden. Erst am 5. Januar hat die Leitung der Reha-Einrichtung nach ihren Angaben die Ergebnisse der anschließend notwendigen PCR-Tests vom Gesundheitsamt Minden bekommen. Ebenfalls acht positive Tests. Nun haben 70 Patienten freiwillig ihre Reha vorzeitig beendet. Von Montag an dürfen neue Patienten aufgenommen werden.

Donnerstag, 07.01.2021, 14:47 Uhr
Acht Reha-Patienten der Klinik Porta-Westfalica sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Foto: Louis Ruthe

 

„Erst mit dem Erlass der Landesregierung, Kliniken, Altenheime und ähnliche Einrichtungen für Besucher wieder zu öffnen, ist das Virus in unsere Klinik gekommen“, sagt Holger Schuermann, Geschäftsführer der Klinik Porta-Westfalica. Er könne die Entscheidung der Landesregierung vom 23. Dezember nicht nachvollziehen. „Unser Hygienekonzept hat funktioniert. Doch heimliche Treffen mit Angehörigen, mit Umarmung und Küsschen kriegen wir nicht kontrolliert“, sagt Holger Schuermann. Künftig wolle er von seinem Hausrecht Gebrauch machen und Besuche verbieten, „sonst bekommen wir das Virus nicht zielführend unter Kontrolle“.

Dass das Hygienekonzept der Reha-Klinik funktioniere zeige, dass sich seit dem Beginn der Corona-Pandemie nicht ein Mitarbeiter mit dem Virus infiziert habe. „Das Gesundheitsamt hat uns nochmals bescheinigt, dass wir hier einen super Job machen“, sagt Holger Schuermann. Beinahe täglich würden Teile der Belegschaft sowie der Patienten getestet. Dass nun 70 Patienten freiwillig die Reha unterbrechen, kann der Geschäftsführer nachvollziehen. „Es gab die Möglichkeit, eine Reha light zu machen“, berichtet er. Dafür müssten die Patienten jedoch auf ihren Zimmern verbleiben. Auch die Therapie und das Essen wären nur dort möglich gewesen.

„Die meisten Patienten haben sich für eine Abreise entschieden und werden sich Zuhause in Quarantäne begeben“, sagt Holger Schuer­mann. Am Donnerstag seien die letzen Patienten abgereist. Jeder Patient habe für solch einen Fall die Option, die Reha zu einem späteren Zeitpunkt komplett nachzuholen. Bereits am Montag dürfen nach Absprache mit dem Kreisgesundheitsamt wieder neue Patienten an der Steinstraße aufgenommen werden.

„Ich bitte nun darum, dass jeder Patient sich an die Regeln hält“, sagt Holger Schuer­mann. Das Risiko sei sonst zu groß. Die Patienten könnten sich die drei Wochen frei im Haus bewegen, auch ein Spaziergang ums Haus stelle kein Problem dar. „Doch auf die Küsschen und Umarmungen mit Besuchern muss bitte zum Wohl der Gemeinschaft verzichtet werden“, unterstreicht Holger Schuer­mann.

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