Elisabeth Prause ist seit 50 Jahren Gemeindesekretärin in St. Johannes Evangelist
„Ich sollte Ordnung ins Pfarrbüro bringen“

Bad Oeynhausen -

Für acht Pfarrer ist Elisabeth Prause eine helfende Hand gewesen. Seit mehr als 50 Jahren gilt sie als erste Ansprechpartnerin für jedes Mitglied der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist in Eidinghausen. Nun geht die Wersterin nach 50 Jahren als Pfarrsekretärin der katholischen Gemeinde in den Ruhestand. Doch eine Sache möchte Elisabeth Prause, die von vielen Annelise genannt wird, bis Ende April noch erledigen.

Donnerstag, 07.01.2021, 10:00 Uhr
Elisabeth „Annelise“ Prause ist seit 50 Jahren Pfarrsekretärin in der katholischen Gemeinde St. Johannes in Bad Oeynhausen-Eidinghausen. Foto: Louis Ruthe

 

Geboren als Anna Elzbieta in Schlesien, flüchtet die Jubilarin mit ihrer Familie kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges ins Münsterland. „Sieben Stunden pro Woche hatte ich Religionsunterricht. Jeden Tag vor der Schule und am Wochenende“, berichtet die Jubilarin. Den Katholizismus kenne sie dadurch auswendig.

Die Religion ist es auch gewesen, die die Münsterländerin letztlich nach Ostwestfalen zieht. Beim Verein der Heimatvertriebenen St. Hedwigshaus in Oerlinghausen lernt sie als junge Frau ihren späteren Mann Alfred Prause kennen und lieben. Durch die Liebe wird aus der geborenen Schlesierin und aufgewachsenen Münsterländerin schließlich eine Wersterin.

„Ich habe damals Industriekaufmann gelernt. Die Bezeichnung als Frau in diesem Beruf gab es noch nicht“, erinnert sie sich. Buchführung und Lohnbuchhaltung hätten ihren Arbeitsalltag bestimmt. Im Alter von 25 Jahren sei ihre Tante auf sie zugekommen. „Sie war Küster und Haushälterin in der Gemeinde und hatte gemerkt, dass der Pfarrer dringend etwas Unterstützung gebrauchen könnte. Und sie meinte, ich sollte Ordnung ins Pfarrbüro bringen“, blickt sie zurück. Da die Wersterin schon in jungen Jahren aktives Mitglied der Gemeinde ist, „hab ich mir gut vorstellen können, dass die Arbeit im Pfarrbüro mir Freude bereiten wird“.

Am 1. Januar 1971 wird Elisabeth Prause als erste Pfarrsekretärin in St. Johannes Evangelist eingestellt. „Anfangs waren es drei Stunden am Tag, dann fünf Stunden“, erzählt sie. Dass sich daraus eine Beschäftigung für mehr als 50 Jahre ergeben würde, daran habe sie zu der Zeit nicht gedacht.

„Und das, obwohl es wirklich viel zu tun gab“, sagt sie. Erst durch ihr Zutun sei eine Mitgliederkartei in der Gemeinde aufgebaut worden. Diese hat sie bis heute gepflegt – auf Karteikarten und nach Straßen sortiert. Denn einen Computer hat die Sekretärin bis heute nicht für ihre Arbeit genutzt. „Ein PC ist nicht als notwendig betrachtet worden. Eine elektrische Schreibmaschine und ein Fax-Gerät sind so das Modernste gewesen“, berichtet sie. Den regen Austausch mit den Gemeindegliedern hat dies jedoch beeinflusst. „Die Leute kommen einfach im Pfarrbüro vorbei, man tauscht sich bei Gottesdiensten oder Festen aus, oder auch per Telefon“, sagt sie. Jedes Gemeindeglied kenne sie beim Namen.

Ihr erstes Büro habe sich im Dachgeschoss des ehemaligen Pfarrhauses befunden. „Mein Stuhl bestand aus drei Stoffen und der Schreibtisch hatte auch schon die beste Zeit hinter sich“, erzählt sie. Durch den Bau der Kirche am Alten Postweg und den anschließenden Anbau des Gemeindezentrums ist dann Platz für ein neues Pfarrbüro geschaffen worden.

„Für die Gemeindeglieder bin ich immer die erste Kontaktstelle gewesen“, berichtet Elisabeth Prause. Sei es eine Taufe oder ein Trauerfall, jedes Ereignis habe sie händisch in die Kartei eingetragen. „Als letzte große Aufgabe möchte ich diese Mitgliederkartei noch auf Stand bringen und gegebenenfalls digitalisieren“, sagt Elisabeth Prause. Ende April wird sie ihre Tätigkeit als Pfarrsekretärin der St.-Johannes-Evangelist-Gemeinde aufgeben.

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