Ärger wegen Corona: Sicherheitsdienst schützt das Krankenhaus Bad Oeynhausen
Krankenhaus-Mitarbeiter bitten um mehr Respekt

Bad Oeynhausen -

Besuche in den Krankenhäusern der Mühlenkreiskliniken (MKK) sind aufgrund der aktuellen Corona-Situation leider nur sehr begrenzt möglich – auch in der Weihnachtszeit. Die Entscheidung, ob ein Besuch möglich ist, wird ausschließlich nach medizinischen Kriterien von dem Direktor der jeweiligen Klinik getroffen. Die Mühlenkreiskliniken bitten darum, diese zum Teil menschlich nicht leichtfallenden Entscheidungen zu akzeptieren.

Dienstag, 08.12.2020, 10:51 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 10:00 Uhr
Die Mühlenkreiskliniken haben die Entscheidung getroffen. Vor dem Krankenhaus in Bad Oeynhausen hat zum Schutz der Mitarbeiter ein Angestellter eines Sicherheitsdienstes Position bezogen. Foto: Mühlenkreiskliniken

„Wir wissen, wie schwer es ist, einen geliebten Menschen alleine im Krankenhaus lassen zu müssen, vielleicht einen Ehepartner nicht sehen zu dürfen – gerade wenn es dem anderen nicht gut geht. Auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fällt es schwer, diesen wichtigen zwischenmenschlichen Kontakt unterbinden zu müssen. Aber wir müssen dafür Sorge tragen, dass wir unsere Patientinnen und Patienten vor dem Eintrag des Corona-Virus in unser Haus schützen. Mit jedem zusätzlichen Kontakt steigt das Risiko für alle“, erklärt in diesem Zusammenhang Michael Winkler. Er ist Geschäftsführer des Krankenhauses Bad Oeynhausen an der Wielandstraße.

Gleichzeitig richtet der Krankenhauschef eine Bitte an die Bevölkerung: „Bitte treten Sie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Respekt entgegen – auch wenn sie einen verständlichen Besuchswunsch ablehnen müssen. Leider ist es wiederholt vorgekommen, dass sich Patientenangehörige gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ton vergriffen haben. Vereinzelt gab es auch Beleidigungen oder Drohungen. Das geht gar nicht und hat uns zum Handeln gezwungen“, führt Michael Winkler weiter aus. Aus diesem Grund hat das Krankenhaus Bad Oeynhausen nun auch seit einiger Zeit einen Sicherheitsdienst am Eingang eingesetzt.

Michael Winkler verweist in diesem Zusammenhang auf die schwere Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus in der Coronazeit. „Es war ein sehr herausforderndes Jahr für uns alle. Unsere Mitarbeiter im Krankenhaus arbeiten seit dem Frühjahr im Ausnahmezustand und an der Belastungsgrenze. Das sollte sich jeder im Umgang mit Pflegefachkräften sowie Medizinerinnen und Mediziner bewusstmachen“, verdeutlich Michael Winkler.

Michael Winkler, Geschäftsführer des Krankenhauses Bad Oeynhausen

Michael Winkler, Geschäftsführer des Krankenhauses Bad Oeynhausen Foto: Sven Olaf Stange/MKK

Der Sicherheitsdienst im Krankenhaus soll – wenn es nach Meinung von Michael Winkler geht – in Bad Oeynhausen nicht zum Alltag werden. „Ich würde mich sehr freuen, wenn wir wieder auf einen Sicherheitsdienst im Krankenhaus verzichten könnten und wenn man sich darauf einigen könnte, dass Rettungskräfte und Mitarbeiter in Krankenhäusern einen wertschätzenden Umgang verdient haben.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7713726?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
NRW stellt Impfungen ein
In den nächsten Tagen werden in Krankenhäusern und Pflegeheimen in NRW keine Menschen mehr geimpft.
Nachrichten-Ticker