Schulleiter Dirk Rahlmeyer berichtet aus dem kräftezehrenden Alltag an der Europaschule in Bad Oeynhausen
Rund um die Uhr im Corona-Dauereinsatz

Bad Oeynhausen -

Das Coronavirus und seine Auswirkungen begleiten Dirk Rahlmeyer derzeit „rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche“. Dass das Kreisgesundheitsamt für 190 Schüler der Jahrgänge EF und Q1 der Europaschule häusliche Quarantäne bis einschließlich 13. Dezember angeordnet hat, ist für den Schulleiter nur die Spitze des Eisbergs

Donnerstag, 03.12.2020, 03:15 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 03:20 Uhr
Wegen einer Häufung von Corona-Infektionen sind 190 Schüler der Jahrgangsstufen EF und Q1 der Europaschule bis 13. Dezember in Quarantäne. Auch darüber hinaus ist die Pandemie ein Dauerthema in der Bildungseinrichtung. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

 

„Nachdem es in der vergangenen Woche zunächst vereinzelte Corona-Infektionen im Jahrgang Q1 gab, haben wir uns am Montag mit dem Anliegen an das Gesundheitsamt gewandt, den gesamten Jahrgang testen zu lassen“, sagte Dirk Rahlmeyer am Mittwoch im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Behörde sei noch einen Schritt weitergegangen. Dirk Rahlmeyer: „Am Montagmittag wurde nach dem Jahrgang Q1 auch der Jahrgang EF am Johannes-Wesling-Klinikum in Minden getestet.“ Nach Auswertung der Tests gibt es 16 Corona-Infizierte. ( Am Dienstag war zunächst von 17 die Rede. Der Kreis korrigierte diese Zahl jedoch am Mittwoch. )

„Da die Infektionswege diffus und nicht vollständig nachvollziehbar sind, hat das Gesundheitsamt Quarantäne für die beiden kompletten Jahrgänge angeordnet“, sagte der Schulleiter. Eine familiäre Verbindung zwischen zwei weiteren Corona-Fällen im Jahrgang 9 und Einzelfällen in der EF und Q1 lasse sich zwar herleiten, nicht aber, wie sich das Coronavirus darüber hinaus verbreitet habe. Dirk Rahlmeyer: „Durch das Kurssystem lässt sich nur begrenzt nachvollziehen, wer wann mit wem wie viel Kontakt gehabt hat.“

Parallel zu den ersten Überlegungen der Schulleitung am Wochenende, das Gesundheitsamt einzubeziehen, habe ihn am Sonntag der Brief eines besorgten Schülers erreicht. „Darin war vom unverantwortlichen Verhalten einiger Mitschüler die Rede“, sagte Dirk Rahlmeyer. Der Absender habe vor allem kritisiert, dass andere Schüler den Mund-Nasen-Schutz nicht konsequent tragen oder sich trotz Infektionsrisiko per Handschlag beziehungsweise Umarmung begrüßen.

Jeder mit dem Coronavirus infizierte Europaschüler bedeutet für Schulleiter Dirk Rahlmeyer und seine Stellvertreterin Andrea Brabender aufwändige Recherchearbeit – und das auch nach Schulschluss und an den Wochenenden. Seit drei Wochen sei die Situation besonders extrem.

„Wenn uns das Gesundheitsamt per E-Mail über einen Corona-Fall informiert, sind wir aufgefordert, bei der Rückverfolgung der Infektionsketten zu helfen – auch am Samstag oder Sonntag“, erläuterte Dirk Rahlmeyer. Über einen gewissen Zeitraum – meist von drei Tagen – müsse dann in Formularen eingetragen werden, mit wem der jeweilige Schüler im Unterricht Kontakt gehabt habe, beispielsweise wer seine direkten Sitznachbarn gewesen seien. Alle Angaben würden zur weiteren Bearbeitung – und Nachverfolgung der Kontakte – an das Gesundheitsamt geschickt.

Jeder bekannt werdende Corona-Fall ziehe zudem schulintern zahlreiche Nachfragen nach sich. „Besorgte Eltern melden sich, aber auch Schüler, die glauben, mit einem der Infizierten Kontakt gehabt zu haben“, sagte Dirk Rahlmeyer. Die meisten Fragen drehten sich darum, wie man sich in einer derartigen Situation zu verhalten habe.

Doch nicht nur das Wohl der Schüler, sondern auch das Wohl der Lehrer hat Dirk Rahlmeyer in der coronabedingten Ausnahmesituation genau im Blick. „Es lässt sich nicht leugnen, dass wir momentan innerhalb des Kollegiums einen hohen Krankenstand haben“, sagte der Schulleiter. Aber nicht bei allen Krankmeldungen gehe es originär um Corona-Infektionen.

Für die 190 Schüler in Quarantäne bedeutet die häusliche Isolation übrigens keine Freizeit. Dirk Rahlmeyer: „Die Schüler haben zwar keinen Präsenzunterricht, sie sollen aber zu Hause Aufgaben bearbeiten. Dafür nutzen wir auch unsere Online-Möglichkeiten.“

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