Radol GmbH und Malerbetrieb Color Design wollen in Bad Oeynhausen bauen
Gewerbegebiet Lohe: zwei Neuzugänge

Bad Oeynhausen (WB). Das Gewerbegebiet auf der Lohe bekommt weiteren Zuwachs. Schon im nächsten Jahr will die Radol GmbH, derzeit noch mit einem anderen Unternehmen in einer Halle in Bremen ansässig, dort eine etwa 1800 Quadratmeter große Produktionsstätte errichten. Hergestellt werden sollen dort Reiniger für gewerbliche Kunden. Von der Stadt hat das Unternehmen ein etwa 4700 Quadratmeter großes Areal gekauft.

Samstag, 07.11.2020, 14:24 Uhr aktualisiert: 07.11.2020, 14:26 Uhr
16 Grundstücke sind inzwischen im Gewerbegebiet Lohe-Hellerhagen verkauft worden. Zu den jüngsten Neuzugängen zählen die Radol GmbH und der Malerbetrieb Color Design, die dort im nächsten Jahr bauen möchten. Foto: Louis Ruthe

„Wir brauchen mehr Platz“, sagt Dr. Daniel Noveski, promovierter Chemiker und Geschäftsführer des Unternehmens. Gegründet worden ist es im Juli 2013 in Lübbecke. Fünf Jahre später folgte, auch seinerzeit aus Platzgründen, der Wechsel nach Bremen. An diesem Standort arbeitet das Unternehmen in einem Gebäude mit einem anderen Betrieb partnerschaftlich seit Anfang November 2018 zusammen. „Wir brauchen Platz“: Bereits knapp zwei Jahre nach dem Wechsel nach Bremen kann der 44-jährige gebürtige Herforder diese Aussage auf der Basis von Wachstumsraten des Unternehmens erneut treffen. Der Umsatz sei von 35.000 Euro im Gründungsjahr 2013, mit einem halben Jahr Produktion, über 170.000 Euro im Jahr 2014, 300.000 Euro im Jahr 2015, 420.000 Euro im Jahr 2016 auf 630.000 Euro im vergangenen Jahr gewachsen. Tendenz steigend. Für das Jahr 2020 rechnet Noveski mit einem Umsatz von „mehr als einer Millionen Euro“. Damit stehe das Unternehmen ohne Frage derzeit auf der Gewinnerseite, ohne dass der Geschäftsführer dies angesichts der Pandemie in den Vordergrund stellen möchte.

Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Hergestellt werden Reinigungs-, aber auch Desinfektionsmittel. Diese wiederum werden über Handelspartner an Unternehmen in der Möbel- und Automobilbranche, auf deren Erfordernisse zugeschnitten, aber auch Gebäudereiniger geliefert. Die Zeit bis zum Jahresende will der Geschäftsführer für die weitere Planung des Gebäudes auf der Lohe, in Zusammenarbeit mit einem Bielefelder Architekten, nutzen: „Den Bauantrag wollen wir Anfang nächsten Jahres stellen. Mit dem Bau beginnen möchten wir so schnell wie möglich.“ Wenn Genehmigungsverfahren, Witterung und die Entwicklung der Pandemie dies zulassen würden, hofft er darauf, im Februar oder März nächsten Jahres mit den Arbeiten für den Neubau starten zu können. Das wiederum sei die Voraussetzung, um die Produktion am neuen Standort Ende des nächsten Jahres aufnehmen zu können. Wenn die positive Entwicklung des Unternehmen sich weiterhin so positiv fortsetze, könne man auf der Lohe auch wieder an Kapazitätsgrenzen kommen. Noveski sieht dort jedoch durchaus die Option für eine Erweiterung.

Mehr Lebensqualität

Ausschlaggebend für den Wechsel von Bremen nach Bad Oeynhausen ist für Daniel Noveski auch ein Stück mehr Lebensqualität. Legt er auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz im Norden bislang 135 Kilometer – „Das bedeuttet in der Regel zwei Stunden Fahrzeit“ – zurück, würde sich diese Wegstrecke auf eine Distanz von etwa viereinhalb Kilometern reduzieren. Er wolle zurück in die Region Ostwestfalen-Lippe: „Mein Lebensmittelpunkt ist in Bad Oeynhausen.“ Seit 2017 lebt er in der Stadt. Er ist Vater einer dreijährigen Tochter. Bei der Entwicklung des Unternehmens ist ihm zu Gute gekommen, dass er 2013 auch als chemischer Berater für kleinere Firmen tätig war. Noveski: „Bei dieser Tätigkeit sind viele Kontakte zu Herstellern in der Branche entstanden.“

Bundesweiter Kundenkreis

Der Kundenkreis der Radol GmbH erstreckt sich inzwischen bundesweit, reicht von Eutin in Schleswig-Holstein bis ins bayerische Rosenheim. Pläne, auch den Markt im europäischen Ausland zu bespielen, gibt es aktuell nicht. „Dafür hätten wir gar nicht die Kapazitäten“, sagt der Geschäftsführer. Am neuen Standort auf der Lohe sollen zehn bis zwölf Arbeitsplätze entstehen.

Auch Malerbetrieb zieht es auf die Lohe

Auch der an der Steinstraße in Bad Oeynhausen ansässige Malerbetrieb Color Design will ins Gewerbegebiet auf der Lohe wechseln. Die Malermeister Siegmar Wilk und Ricky Friedrich leiten den Betrieb gemeinsam. Der Handwerksbetrieb ist aktuell Arbeitgeber für etwa zehn Beschäftigte.

Im Gewerbegebiet auf der Lohe hat das Unternehmen eine Fläche von etwa 2200 Quadratmetern von der Stadt erworben. Errichtet werden soll dort ein Gebäude mit Büro- und Aufenthaltsräumen sowie Räumen für die Lagerung von Materialien, so auch von Fassadengerüsten. Siegmar Wilk: „Der Bauantrag ist inzwischen gestellt.“ Er hofft, dass der Betrieb im März oder April 2021 die Räume beziehen kann. Die Ausstellungsräume in Löhne sollen erhalten bleiben.

Die Entwicklung seit 2012

Seit Februar 2012 ist der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet auf der Lohe rechtskräftig. Mit dem Bau der erschließenden Straße ist 2013 begonnen worden. Ende 2013 ist die Stadt in die Vermarktung der Grundstücke eingestiegen. Die ersten Flächen sind Anfang 2015 verkauft worden.

Bislang haben nach Angaben von Patrick Zahn, Wirtschaftsförderer bei der Stadt, 16 Firmen im Gewerbegebiet auf der Lohe ein Grundstück gekauft. Neun Käufer haben es bislang auch bebaut. Zu den 16 Käufern zählen auch der Malerbetrieb Color Design und die Radol GmbH, die dort voraussichtlich im nächsten Jahr ihre Gebäude errichten wollen. Mit Blick auf zwei weitere Grundstücke, insgesamt etwa 11.000 Quadratmeter umfassend, führt der Wirtschaftsförderer aktuell Gespräche. Er hofft, möglicherweise noch in diesem Jahr einen weiteren Kaufvertrag schließen zu können.

Darüber hinaus stehen noch drei Grundstücke auf der Gesamtfläche zur Verfügung. Darunter ist eines, das an der Hellerhagener Straße liegt. Dieses umfasst etwa 10.500 Quadratmeter.

 

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