Bürgermeister stimmt in Antrittsrede auf die neue Ratsperiode in Bad Oeynhausen ein
„Projekte verständlich erklären“

Bad Oeynhausen (WB). Es war ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiger Start in die Amtsperiode des neuen Stadtrates. Angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie tagte das größer gewordene und 54 Mitglieder zählende Gremium im Saal des Bürgerhauses Rehme, mit Einhaltung geltender Abstandsregeln. In nur gut 40 Minuten war der öffentliche Teil der Tagesordnung bewältigt (diese Zeitung berichtete exklusiv). Auch einige Bürger verfolgten als Zuhörer die Sitzung im Bürgerhaus .

Freitag, 06.11.2020, 07:43 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 07:46 Uhr
Im Saal des Rehmer Bürgerhauses sind die 54 Frauen und Männer, die den neuen Stadtrat bilden, zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Die Einschränkungen durch die Pandemie machten dies notwendig. Die Projektionsfläche auf der Bühne zeigt eine Ansicht des Rathauses I. Regulär kommt der Rat dort im großen Sitzungssaal zusammen. Foto: Frank Dominik Lemke

In seiner Rede nach der Amtseinführung durch die Altersvorsitzende Helke Nolte-Ernsting stimmte der neue Bürgermeister Lars Bökenkröger fünf Wochen nach der Stichwahl den Stadtrat auf die neue Amtsperiode in schwierigen Zeiten ein.

Bewegender Moment

Bad Oeynhausen bedeute für ihn Heimat und Verbundenheit. So sei es ein bewegender Moment für ihn, „hier zu stehen“. Bei aller Freude beschleiche ihn aber auch ein Gefühl der Sorge „über die aktuelle Situation, in der wir uns befinden“. Corona verändere alles, auch die konstituierende Sitzung des Stadtrates. Das Bürgerhaus Rehme habe in der Vergangenheit schon vielfach seinen Zweck erfüllt. Das sei auch an diesem Abend so. Bökenkröger: „Ich bin froh, dass wir hier heute tagen dürfen, wahrscheinlich auch der ein oder andere Rehmer.“

Weitreichende Folgen

Die Folgen und Auswirkungen der Pandemie seien weitreichend. Bökenkröger: „Und sie werden weit in die neue Ratsperiode hereinreichen.“ Vor mehr als zehn Jahren habe man mit den Auswirkungen der Finanzmarktkrise zu kämpfen gehabt. Dennoch hätten in den Folgejahren wachsende Steuereinnahmen neue Möglichkeiten eröffnet. Das werde in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht immer so sein. Der neue Bürgermeister: „Es werden schwere Entscheidungen auf unsere Stadt zukommen, die wir verantwortungsvoll fällen müssen.“ Er reiche allen demokratischen Kräften im Stadtrat die Hand „zu einer vertrauensvollen und kollegialen Zusammenarbeit“. Seine Einschätzung für die neue Ratsperiode: „Nur gemeinsam können wir es schaffen, die Herausforderungen zu bewältigen.“ Von diesem Anspruch solle seine Amtsführung geprägt sein. Bökenkröger: „Es darf in unserer Stadt niemand verloren gehen.“ Er wolle die Menschen zusammenführen und sie einladen, bei der Entwicklung der Stadt mitzuwirken. Der größte Reichtum der Stadt seien die Menschen, „die hier wohnen, ihre Erfahrung und ihr Wissen“.

Bezug zu Paul Baehr

Paul Baehr habe im Schlusswort seiner Bad Oeynhausen-Chronik von einem opfermutigen Interesse am Wohlergehen des Bades, getragen von einem unerschütterlichen Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit der Stadt, gesprochen. Bökenkröger sagte mit Blick auf die Aussage des Alt-Bürgermeisters: „Das sollte auch uns leiten.“ In der gerade schwierigen Zeit komme es auf jeden Einzelnen an, auf Engagement und gegenseitige Rücksichtnahme. Die Bürger könne man nur für Projekte gewinnen, wenn man transparent und verständlich erkläre, „warum und wie wir entscheiden“. Die Wahlbeteiligung von etwa 49 Prozent bei einer Kommunalwahl könne Politiker und Demokraten nicht zufrieden stellen. Bökenkröger: „Wir machen auch Politik für die, die nicht gewählt haben.“

Viele Aufgaben

Nach seiner Einschätzung kommen in den nächsten Jahren viele Aufgaben auf die Stadt zu. Die Stadt brauche Investitionen, vor allem in den Bereichen Schule, Klima „und natürlich Unterhalt der Straßen“. Die Liste sei lang. Viele Verkehrsprojekte, etwa der Rückbau der Mindener Straße, würden alle Beteiligten in den nächsten Jahren auf eine Geduldsprobe stellen. Auch Bildung, Kultur und Sport seien wichtig für die Stadt. Er strebe an, Bürgern jedes Alters gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Mit Blick auf die Verwaltung sagte er: „Mit Stolz können wir auf sie blicken. Nicht nur, aber gerade auch in der Krise sehen wir, wie wichtig gute Mitarbeiter dort sind.“ Ihm als Bürgermeister sei es wichtig, auf die Prozesse und Strukturen dort Einfluss zu nehmen. Insgesamt betrachtet sei es wichtig, offen und konstruktiv im Austausch zu bleiben.

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