Leiter des Gymnasiums wird Direktor am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung
Tom van de Loo verlässt das IKG

Bad Oeynhausen (WB). Tom van de Loo, seit Februar 2018 Leiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums (IKG), verlässt die Schule zum 1. Dezember. Zu diesem Termin übernimmt der 54-Jährige als Direktor die Leitung des Zen­trums für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) am Standort Bielefeld. Für ihn ist es eine neue berufliche Herausforderung zum richtigen Zeitpunkt.

Dienstag, 03.11.2020, 18:11 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 18:14 Uhr
Seit Februar 2018 ist Tom van de Loo Schulleiter am Immanuel-Kant-Gymnasium im Schulzentrum Süd. Links im Bild eine Büste des Namensgebers der Schule. Zum 1. Dezember wechselt der 54-Jährige als Leitender Direktor an das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Bielefeld. Angefangen hat er als Lehrer am Bad Oeynhau­sener Gymnasium im Jahr 1996. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

In Ostwestfalen-Lippe gibt es drei weitere ZfsL-Standorte in Paderborn, Detmold und Minden. Für den Norden der Region erfolgt in Bielefeld die Qualifizierung von etwa 500 Lehramts-Referendaren für alle Schulformen, von der Grundschule über Förderschulen und Berufskollegs bis hin zu Gesamtschulen und Gymnasien. In der neuen Funktion übernimmt van de Loo auch die Regiefäden in der Zusammenarbeit mit 140 Fachleitern, die sich sowohl am ZfsL in Bielefeld einbringen, aber auch durch den weiteren Unterricht an Schulen direkten Bezug zur Praxis haben.

„Es ist der richtige Zeitpunkt“

„Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, noch einmal eine neue Aufgabe zu übernehmen“, sagte van de Loo im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Den Reiz der neuen Tätigkeit machen für ihn mehrere Punkte in ihrem Zusammenspiel aus. Auf Basis einer vorherigen begleitenden Tätigkeit am ZfsL-Standort in Minden, von 2004 bis 2014, der Erfahrung als Schulleiter am IKG sowie der zehnjährigen Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Universität Bielefeld für den Bereich Latein kann er in der neuen Tätigkeit diese Erfahrungswerte vor allem auch bei der Zusammenarbeit mit der Uni Bielefeld einbringen. Dabei spielt die Betreuung der Praxissemester-Studierenden eine hervorgehobene Rolle für ihn. Gleiches gilt für die damit im Zusammenhang stehende Vermittlung von Fachwissen zur Didaktik und Methodik und den dabei umfassenden Austausch, „die enge Verzahnung“, wie er sagt, mit der Hochschule in der Lehrerausbildung.

Lehrerausbildung

Mit Blick auf seine eigene Fächerkombination ist Tom van de Loo Lateiner durch und durch. Am IKG unterrichtet er neben diesem Fach auch katholische Religion. Der Abschied vom IKG, seit 1996 unterrichtet er dort, seit 2013 als Mitglied der Schulleitung, falle ihm nicht leicht. „Das gilt natürlich auch für meinen Latein-Leistungskurs in der zwölften Jahrgangsstufe, den ich jetzt, kurz vor dem Abitur im nächsten Jahr, abgeben muss.“ Am IKG ist Tom van de Loo Chef für derzeit 83 Lehrer und neun Referendare. 1100 Schüler besuchen das Gymnasium im Schulzentrum Süd. Er unterstreicht: „Nicht bei jeder Stelle hätte ich mich so entschieden.“ Ausschlaggebend sei für ihn gewesen, sich in leitender Funktion noch einmal ganz direkt mit der Lehrerausbildung befassen zu können, Referendare bei ihrem Weg in den Beruf, an die Schulen begleiten zu können.

Zuhause im Dichterviertel

Mit seiner Familie lebt Tom van de Loo im Dichterviertel. „Ich bin Bad Oeynhausener und werde hier auch wohnen bleiben“, sagt er. Er ist verheiratet. Seine Frau Hiltrud (56) ist als Künstlerin tätig. Seine beiden Söhne, Dominik (25) und Jonathan (21), haben eine medizinische Laufbahn eingeschlagen. Der ältere Sohn arbeitet als Arzt am Universitätsklinikum in Münster, der jüngere studiert in Münster Medizin.

Mit Blick auf seine Hobbies nennt Tom van de Loo Lesen an erster Stelle, „gerne auch auf Latein“. Ebenso lieb ist ihm das Reisen, bevorzugt nach Italien, auch dies in Verbindung mit der lateinischen Sprache.

Bedrückende Lage für Künstler

Als bedrückend auch für ihn beschreibt er die Lage der Kulturschaffenden und Künstler in der Corona-Pandemie und im derzeitigen Teil-Lockdown. Der scheidende Schuleiter: „Bei der ‚Sonderbar-Reihe‘ des Löhner Kulturbüros hatten wir uns gerade für ein Abo entschieden. Zwei Veranstaltungen konnten wir besuchen. Jetzt ist wieder alles geschlossen.“

Zur Nachfolge: Annett Vetter übernimmt kommissarisch

Zum 1. Dezember wird mit dem Weggang von Schulleiter Tom van de Loo die stellvertretende Schulleiterin Annett Vetter kommissarisch diese Aufgabe übernehmen.

Bis es zu einer offiziellen Nachbesetzung der Stelle kommt, werden noch einige Wochen ins Land ziehen. Van de Loo: „Die Stelle wird offiziell ausgeschrieben werden. Es folgt das reguläre Bewerbungsverfahren mit einer Bewerbungsfrist von sechs Wochen.“ So rechnet der scheidende Schulleiter nicht damit, dass die Stelle bereits zum Beginn des zweiten Halbjahres dieses Schuljahres neu besetzt sein wird.

Er geht jedoch davon aus, dass es zu einer zeitnahen Ausschreibung kommt. Die Koordinierung des Bewerbungsverfahrens liegt bei der Bezirksregierung.

 

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