Der neue Bürgermeister Lars Bökenkröger (CDU) nimmt seine Arbeit im Rathaus auf
„Ich fühle mich gut vorbereitet“

Bad Oeynhausen (WB). Mitten in der Corona-Krise beginnt an diesem Montag die Arbeit im Rathaus für den neuen Bad Oeynhausener Bürgermeister Lars Bökenkröger (CDU). Der 46-Jährige, der in Oberbecksen lebt, hatte am 27. September die Stichwahl gewonnen und löst Achim Wilmsmeier ab. Am Mittwochabend wird Lars Bökenkröger in der ersten Sitzung des neuen Stadtrates im Amt vereidigt. Vor seinem Dienstbeginn beantwortet er im Interview die Fragen von Redaktionsleiter Claus Brand.

Montag, 02.11.2020, 08:00 Uhr
An diesem Montag beginnt für den neuen Bad Oeynhausener Bürgermeister Lars Bökenkröger die Arbeit im Rathaus. Er löst Achim Wilmsmeier ab. Der 46-jährige Lars Bökenkröger lebt in Oberbecksen. Seit 1996 ist er CDU-Mitglied. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

Das hatten Sie sich bestimmt anders erhofft: Ihr erster Arbeitstag fällt mit dem Beginn der Einschränkungen im neuen Teil-Lockdown zusammen. Wie bewerten Sie die jetzt eingeleiteten Schritte?

Lars Bökenkröger: Die Lage ist aktuell sehr ernst, deswegen sind die Schritte der Bundesregierung notwendig. Für die Freizeitbranche sind die Maßnahmen sehr hart, aber die Gesundheit der Bevölkerung steht an erster Stelle. Es ist richtig, dass der Bund die unmittelbar betroffenen Betriebe mit einer Wirtschaftshilfe für die finanziellen Ausfälle entschädigt. Es liegt jetzt an jedem Bad Oeynhausener, ob wir auch in unserer Stadt das Infektionsgeschehen eingrenzen können.

 

Wie hat der Teil-Lockdown mit Blick auf Ihre erste Arbeitswoche als Bürgermeister diese bereits verändert?

Bökenkröger: Mich hat die Entwicklung der Corona-Krise auch schon vor der Amtsübernahme beschäftigt. Ich war in einige Entscheidungen bereits mit einbezogen, zum Beispiel ob der Weihnachtsmarkt stattfinden könne. Der Krisenstab der Stadt wird jetzt aber sicher wieder häufiger tagen müssen, um die Entwicklungen für unsere Stadt immer wieder neu bewerten zu können.

 

Am Mittwoch werden Sie im Bürgerhaus Rehme vereidigt. Beschleicht Sie da auch mal etwas Lampenfieber?

Bökenkröger: Ich schaue der Aufgabe mit viel Optimismus entgegen. Ich habe immer gesagt, dass ich endlich in unserer Heimatstadt gestalten möchte. Das gilt sowohl für die Entwicklung der Stadt, als auch für die Verwaltung, der ich auch meinen Stempel aufdrücken möchte.

 

Wie bereiten Sie sich darauf vor, erstmals eine Sitzung des Bad Oeynhausener Stadtrates zu leiten?

Bökenkröger: Wie bei jeder zukünftigen Sitzung werde ich auch diese Sitzung selbstverständlich mit der Verwaltung vorbesprechen. Dazu gehören auch die besonderen Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen, die wir bei der Ratssitzung einzuhalten haben. Eine bestimmte Vorbereitung für die erste Sitzung wird es für mich aber nicht geben. Es ist aber ein schönes Gefühl, die Sitzung im Bürgerhaus Rehme durchzuführen. Die Zukunft des Bürgerhauses ist nach wie vor ein wichtiges Thema für viele Bad Oeynhau­sener.

 

Wie stellen Sie sich Ihre Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Bürgermeistern/innen vor?

Bökenkröger: Ich setze auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeistern, die mich insbesondere bei repräsentativen Anlässen vertreten. Ich werde mich mit den beiden Stellvertretern selbstverständlich regelmäßig über Termine und Aufgaben austauschen.

 

Mit welchen Mehrheitsverhältnissen rechnen Sie im neuen Stadtrat? Wird es eine schwarz-grüne Koalition geben?

Bökenkröger: Derzeit finden viele Gespräche statt. Eine Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen. Nach wie vor gibt es für die CDU zwei Optionen, entweder mit den Grünen oder mit der SPD ein Bündnis einzugehen. Gerade weil wir vor so großen Herausforderungen in unserer Stadt stehen, müssen wir jetzt genau ausloten, ob mit der SPD oder den Grünen eine tragfähige Vereinbarung gefunden werden kann. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir im November Klarheit über eine Zusammenarbeit bekommen werden.

 

Hat es noch eine Übergabebesprechung mit ihrem Vorgänger Achim Wilmsmeier gegeben? Im Interview mit dem WESTFALEN-BLATT hat er in der Vorwoche erklärt, dass Sie diesen Wunsch nicht geäußert hätten?

Bökenkröger: Ein Gespräch hat es nicht mehr gegeben, auch wenn ich es mir gut hätte vorstellen können. Ich habe den Oktober dazu genutzt, um viele Gespräche mit Bürgermeistern aus der Region und mit Verwaltungsbeamten zu führen. Ich kann außerdem durch meine bisherige berufliche Tätigkeiten auf ein großes Netzwerk an Entscheidern und Akteuren aus der Region zurückgreifen. Das hilft mir natürlich. Ich fühle mich für die neue Aufgabe gut vorbereitet.

 

Durch den Teil-Lockdown sind unter anderem auch das GOP, das Kino und das Theater im Park sowie die Gastronomiebetrieb zunächst im November wieder geschlossen. Sie sollen staatliche Förderung erhalten, bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes im November des Vorjahres. Wie kann die Stadt zusätzlich helfen?

Bökenkröger: Wir müssen schauen, wie sich die kommunalen Finanzen weiter entwickeln werden. Gewerbesteuerausfälle werden uns sicher noch einige Jahre begleiten. Trotzdem wollen wir natürlich auch die notwendigen Investitionen tätigen. Als Stadt müssen wir auch die digitale Ausstattung von Schulen weiter vorantreiben. Das hat uns die Krise deutlich vor Augen geführt.

 

Hat die Bali-Therme – angesichts der neuerlichen Schließungen – richtig gelegen, nicht zu öffnen? Die Geschäftsführung hat auch immer wieder auf die Gefahr eines zweiten Lockdowns hingewiesen.

Bökenkröger: Einige Thermen in der Region hatten ja bereits geöffnet, weil es das niedrige Infektionsgeschehen im Sommer zuließ und weil diese gut durchdachte Hygienekonzepte umgesetzt haben. Jetzt hat sich die Situation grundlegend geändert: Alle Thermen müssen wieder schließen. Wie lange das so bleiben wird ist ungewiss. Ziel ist es aber weiterhin, dass die Bali-Therme nach der Corona-Pandemie wieder öffnen muss.

 

Auch der Weihnachtsmarkt findet nicht statt. Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für die Stadt? Wie kann man gegensteuern, um gerade im sonst umsatzstarken Dezember dem innerstädtischen Einzelhandel zu helfen?

Bökenkröger: Alle Entscheidungsträger bedauern, dass der Weihnachtsmarkt abgesagt werden musste. Die Entscheidung war aber richtig. Mit dem Beleuchtungskonzept in der Innenstadt und insbesondere im Kurpark hat die Staatsbad GmbH eine tolle Alternative entwickelt. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit der verkaufsoffenen Sonntage im Advent. Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere sich auch überlegt, seine Weihnachtsgeschenke nicht online zu kaufen, sondern in den Geschäften unserer Stadt, um den Einzelhandel zu unterstützen.

 

Vorausgeschaut auf das Fest der Familie: Welches Geschenk würden Sie als neuer Bürgermeister der Stadt Bad Oeynhausen gerne zu Weihnachten machen?

Bökenkröger: Die Gesundheit für alle Bürgerinnen und Bürger steht derzeit ganz oben auf meinem Wunschzettel für Bad Oeynhausen. Wenn es uns gelingt, bis Weihnachten die Infektionszahlen wieder deutlich zu reduzieren, hoffe ich, dass es eben kein einsames Weihnachten wird, sondern dass wir alle mit unseren Familien das Weihnachtsfest begehen können.

 

Schlussfrage: Mit welchem Verkehrsmitteln machen Sie sich von Oberbecksen aus auf den Weg zur Arbeit?

Bökenkröger: Ich werde wohl mehrheitlich auf das Auto zurückgreifen. Wenn es die Termine und das Wetter zulassen, dann werde ich auch gelegentlich das Fahrrad nutzen.

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