Lockdown ist auch für Antonino Scarcella in Bad Oeynhausen eine Herausforderung
Jetzt bleibt die Küche wieder kalt

Bad Oeynhausen (WB). Anto­nino Scarcella mag keine halben Sachen. Bei ihm ist der Kunde König. „Frische Zutaten, bester Service, angenehme Atmosphäre“, preist der Inhaber der Pizzeria Piazza die Vorzüge seines Restaurants in der Klosterstraße. Seit 1981 backt der gebürtige Sizilianer hier seine Pizza, „die in Bad Oeynhausen sehr geschätzt wird“, wie er versichert.

Montag, 02.11.2020, 05:30 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 08:22 Uhr
Auch die Pizzeria Piazza von Antonino Scarcella an der Klosterstraße ist vom neuerlichen Lockdown betroffen. Foto: Dominik Rose

100 Plätze hat das italienische Restaurant, im Sommer zusätzlich noch Außenbestuhlung auf der Terrasse. „In guten Zeiten hieß das bis zu 130 Essen pro Tag“, rechnet der Inhaber vor. „Doch durch die Corona-Schutzauflagen mussten wir bis jetzt auf die Hälfte reduzieren“, erzählt er.

Deutliche Einbußen

Das bedeutet: „Halber Verzehr, halber Umsatz“, fügt er hinzu. Für Antonino, genannt Nino, und seine Brüder, von denen aktuell noch einer im Familienbetrieb mitwirkt, ein Rückgang von bis zu 3500 Euro Tageseinnahme auf bestenfalls knapp 2000 Euro, wenn’s im Sommer auf der Terrasse gut lief.

Das alles sei noch zu verkraften gewesen. Aber das erneute „Stoppschild“ des Lockdowns sei nun eine Existenzfrage, so der Gastronom. „Einmal schaffe ich es noch – aber dann…?“, stellt er in den Raum.

Eine dritte Schließung wäre sein wirtschaftlicher Ruin, vermutet Scarcella. Denn sieben feste Mitarbeiter und bis zu vier Aushilfen beschäftigt der Geschäftsmann. „Die Leute sind alle lange im Team, die möchte ich gern halten“, stellt der 62-Jährige klar. Doch seine finanziellen Reserven seien „angestrengt“, berichtet er, nicht zuletzt durch hohe Kapitalbindung für Vorratseinkäufe.

„Im Keller liegt ein Warenwert von knapp 6000 Euro“, berichtet der Gastronom. Langlebige Konserven mit Tomaten und Thunfisch, Mehl und Käse müssen in größeren Mengen vorgehalten werden, um immer die reichhaltige Speisekarte bedienen zu können.

Verständnis zeigen

Nun bleibt die Küche vorübergehend kalt. Take-away-Food sei nicht sein Kerngeschäft, sagt Nino. Man müsse jetzt Verständnis zeigen und Maßnahmen mittragen – auch wenn es schwerfalle.

„Essen ist ein Stück Lebensfreude: miteinander am Tisch sitzen, das Weinglas heben, Gutes genießen“, beschreibt er sein Verständnis von Gastlichkeit. „Aber das wird sicher wiederkommen“, hofft er.

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