Celtic-Folk-Trio „Norland Wind“ spielt vor dem neuen Lockdown noch in der Druckerei
Mit Sicherheit der vorerst letzte Auftritt

Bad Oeynhausen (WB). Mit melancholischen und keltischen Klängen hat es am Freitagabend in der Druckerei die letzte Kulturveranstaltung vor dem einmonatigen Lockdown für den Kultur- und Freizeitbereich, aufgrund der angestiegenen Infektionszahlen der Corona-Pandemie, gegeben. Die Celtic-Folk-Formation „Norland Wind“ aus Berlin trat als Trio mit selbstkomponierten Liedern auf der Bühne auf. Die drei hauptberuflichen Musiker freuten sich, vor der Zwangspause noch einmal vor einem Publikum auftreten zu dürfen.

Montag, 02.11.2020, 05:00 Uhr
„Die Maßnahmen mussten getroffen werden, aber sie hätten verhindert werden können“, sagt Sängerin Kerstin Blodig zur Corona-Situation. Sie und ihre beiden Musikerkollegen von „Norland Wind“ haben am Freitag in der Druckerei gespielt. Foto: Natalie Lydia Meyer

„Norland Wind“ besteht aus Harfenist Thomas Loefke, Sängerin und Gitarristin Kerstin Blodig und Gitarrist Ian Melrose. Seit 27 Jahren gibt es die Gruppe, die von der erfolgreichen Folk-Sängerin gegründet wurde.

Sehnsucht und Melancholie

„Wir alle haben Wurzeln zu dieser Musik. Ich bin fasziniert von der Sehnsucht und Melancholie dieser Musik“, erzählte Sängerin Kerstin Blodig. Sie hauchte mit ihrer klaren ausdruckstiefen Stimme den nordischen Liedern und Melodien Leben ein. Gespielt wurden von der Gruppe hauptsächlich selbst komponierte Lieder und ein paar Klassiker der irischen und schottischen Folkmusik.

Alle Drei komponieren und schreiben selber Lieder über das Leben, die Liebe, Familie und Heimat. Inspirationsquellen für den kreativen Prozess neuer Lieder können dabei auch durchaus ein kleiner Hund oder ein großer Mond sein, wie die Gruppe verriet. Gemeinsam verbindet sich ihr musikalisches Können zu einer keltischen und lyrischen Klanglandschaft.

Die Lieder von „Norland Wind“ haben oft Bezug zur gälischen und anglo-irischen Musik. Sie wurden im Trio, als Duett und auch solo vorgetragen. Alle in dem Trio sind erfahrende Musiker und stehen seit Jahren regelmäßig auf der Bühne. Der Lockdown hat auch sie schwer getroffen.

„Es ist schade“

„Es ist schade, dass es durch Leugner des Corona-Virus und die Missachtung der Regeln von Wenigen wieder zu einem Lockdown kommen musste. Die Maßnahmen mussten getroffen werden, aber sie hätten verhindert werden können“, meinte Musikerin Kerstin Blodig zur aktuellen Situation. Ursprünglich war auch der Auftritt in der Druckerei größer geplant – mit mehr Musikern und Sängern auf der Bühne.

Die Veranstaltung wurde aufgrund des Hygiene-Abstandskonzeptes der Druckerei umgeplant. „Wir können nicht beurteilen, ob der Lockdown im Freizeit- und Kulturbereich für die Verhinderung der Ausbreitung des CoronaVirus notwendig ist, aber er trifft uns erneut besonders hart. Wir müssen wieder komplett schließen. Dabei haben wir ein sehr gutes Hygiene-Abstandskonzept, eine neue moderne Lüftungsanlage mit Frischluftzufuhr, die Veranstaltungen der Situation angepasst. Niemand hat sich bei uns infiziert. Wir können nur hoffen, dass es im Dezember wieder losgehen darf“, sagte Claus Brinkmann vom Druckereiteam.

Kritik und Hoffnung

Mit einem Sicherheitsabstand von 1,5 Metern saßen die Besucher der Druckerei bei dem Auftritt von „Norland Wind“ an Tischen mit maximal fünf Personen. „Ich fühle mich hier sehr gut geschützt vor dem Corona-Virus. Es mussten Maßnahmen getroffen werden, aber ich halte den totalen Lockdown für den Freizeit- und Kulturbereich nicht für sinnvoll. Wenn die Restaurants und Kulturzentren geschlossen sind, werden sich die Menschen an anderen Orten zusammentreffen, nur dass dort kein Hygienekonzept existiert“, stellte Besucher Andreas Nicolaus fest.

Auch Besucherin Bianca Lücke kritisierte die Maßnahme eines Teil-Lockdowns: „Der Lockdown ist unfair. Die Kultur-und Veranstaltungsbranche hat exzellente Hygiene- und Abstandskonzepte entwickelt und umgesetzt. Die Gefahr, sich dort anzustecken, ist minimal – und die Auffanghilfen werden nicht ausreichen. Im Gegensatz zu anderen Bereichen haben leider die Gastronomie und die Kultur- und Veranstaltungsbranche keine starke Lobby, um diese Maßnahmen zu verhindern oder sicher aufzufangen.“

Dennoch: Auch die Druckerei muss ihre Veranstaltungen im November gemäß der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW absagen. Daher genossen das Publikum und die Musiker den vorerst letzten Auftritt im Begegnungszentrum besonders.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7658968?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Kurz vor dem Kontrollverlust
Mit Megafonen wiesen Ordnungsamtsmitarbeiter die Schnäppchenjäger darauf hin, dass die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten sind.
Nachrichten-Ticker