„Kulturbühne“ – Folge 14 – Heute: Staatsbad-Jugendorchester
Musik als Chance begreifen

Bad Oeynhausen (WB). Noch ist es ein „zartes Pflänzchen“, das Staatsbad-Jugendorchester. Doch dass es einmal ein kräftiges junges Projektorchester sein wird, daran lassen Denise Gruber und ihre Mitstreiter keinen Zweifel. Auch dann nicht, wenn durch die Corona-bedingten Einschränkungen die Anlaufphase des Jugendensembles erheblich erschwert ist.

Donnerstag, 08.10.2020, 06:00 Uhr
Die Musiker vom Staatsbad-Jugendorchester treffen sich zur ersten Probe nach der Corona-Pause in der Wandelhalle im Kurpark (hintere Reihe, von links): Lena Hermelink, Simon Bollenbach, Gerrit Ulrich, David Pühler, Mika Tom Flaig, Elias Pühler, Ingeborg Kunz und Nike Heidenreich sowie (vorne, von links) Katharina Bock, Kathrin Heberle und Tobias Hermelink. Foto: Gabriela Peschke

Es war der Startschuss in die Verjüngung des traditionellen Kurorchesters und zugleich eine erfolgversprechende Symbiose aus Staatsbad, Städtischer Musikschule und Gymnasium: die Gründung des Projektorchesters.

Es sollte „die musikalische Landschaft in Bad Oeynhausen bereichern, ohne zu vorhandenen Ensembles in Konkurrenz zu treten“: So hatten es sich Denise Gruber (Leiterin Staatsbad-Orchester), Beate von Rüdiger (Leiterin Städtische Musikschule) und Manuel Dohrmann (Immanuel-Kant-Gymnasium) auf die Fahnen geschrieben. Nicht zuletzt sollte mit dem Staatsbad-Jugendorchester gezielt die Jugend an die symphonische Arbeit herangeführt werden.

Pause nach dem ersten Treffen

Doch nach dem ersten Treffen im Februar wurde das Vorhaben jäh ausgebremst: Von März an waren Zusammenkünfte und somit Proben verboten. „Es war wie ein Schlag ins Gesicht“, erinnert sich Denise Gruber. 30 Nachwuchs-Instrumentalisten hatten sich gemeldet, die meisten zwischen 11 und 16 Jahren alt. „Die jungen Leute brauchen unbedingt eine Perspektive, wie es weitergeht“, fordert Gruber.

Also haben die drei Hauptverantwortlichen alle Kräfte gebündelt, um neu zu organisieren, was in diesem Sommer hätte passieren sollen: nämlich eine Orchesterfahrt, ein Probenwochenende und nicht zuletzt ein großes Sommerkonzert. Alles wurde auf 2021 verschoben. Den Aufwand dafür schultern sie ehrenamtlich.

„Viel Arbeit, viele Doppelkosten“, fasst Denise Gruber die ungezählten Stunden nach Feierabend zusammen. Da muss der bereits fertige Flyer neu gedruckt werden, da müssen Rollups als Trennwände beschafft werden, um proben zu können. Termine sind zu koordinieren, Räumlichkeiten zu buchen. „Und vieles geschieht noch ins Ungewisse hinein. Ob es im nächsten Jahr auch tatsächlich so kommen kann, wie wir es jetzt ansteuern, ist offen“, gibt Denise Gruber zu bedenken.

Das heißt: Klappt die Orchesterfahrt? Wird das Sommerkonzert am 26. Juni 2021 stattfinden? Viele Fragen sind noch offen. Ein Praktikant, der zuletzt hilfreich zur Seite stand, wird 2021 nicht mehr mitwirken. Das Organisationsteam sieht sich vor vielen Aufgaben – aus heutiger Sicht ganz allein. Ob vielleicht aus der kulturaffinen Bürgerschaft jemand Interesse an Mitwirkung hätte? Denise Gruber will den Gedanken zumindest in den Raum stellen.

Jugendliche machen super mit

„Wir fühlen uns den Jugendlichen verpflichtet“, sagt sie. Denn: „Die sind derzeit so positiv drauf, seit die wissen, dass seit Anfang September wieder geprobt werden darf.“ Die Proben seien mit Einhaltung aller Abstandsregeln verlaufen. Das bedeutet: Bläsersektion und Streicher müssen getrennt üben. Derzeit seien weiterhin große Abstände der Musiker untereinander einzuhalten. Wie man da den Orchesterklang wahrnehmen solle, müsse sich noch zeigen. Aber versuchen will sie es auf jeden Fall.

„Wissen Sie, die Kultur muss farbig sein. Und sie muss das Gemeinsame betonen“: Mit diesem Credo stellt sich Denise Gruber erneut hinter das Vorhaben. Und hofft, dass auch andere Menschen das so sehen können.

Denn wo kein Konzert Einnahmen einspielen kann, da kann man auch nicht mit Ausgaben spekulieren – zum Beispiel für die Orchesterfahrt. „Da wäre es zum Beispiel toll, wenn ein Unternehmen aus Bad Oeynhausen unser Vorhaben unterstützen würde“, sagt Gruber. Ein vorsichtiger Appell – mit langfristiger Wirkung. Für alle.

Rubrik: „Nachwuchs“

Im Rahmen der Reihe „Kulturbühne“ sind bislang diese Beiträge erschienen:

Vorhang auf für die Kulturbühne

Folge 1: Bildhauerin Astrid Mulch

Folge 2: Theatergruppe Newcomers

Folge 3: Quartettverein Bad Oeynhausen

Folge 4: Violinistin Veronika Bejnarowicz

Folge 5: Kleines Theater Rehme

Folge 6: Handstand-Artist Sven Böker

Folge 7: Flechtwerkgestalterin Kerstin Eikmeier

Folge 8: Kantorei an der Auferstehungskirche

Folge 9: Last Action Heroes

Folge 10: Improtheater Spek-Spek

Folge 11: Oboistin Hannah Mörchen

Folge 12: Rollschuhabteilung des RRC Lohe

Folge 13: Comedienne Joanna Steinmann

Anrufen und GOP-Karten gewinnen

Sie möchten im Rahmen der „Kulturbühne“ dem Staatsbad-Jugendorchester Ihre Stimme geben? Dann rufen sie bis Sonntag, 11. Oktober, über die Gewinn-Hotline 01379/883007 (0,50 €Euro/Anruf dt. Festnetz, ggf. andere Mobilfunkpreise) an. Unter allen Anrufern werden ein Mal zwei Karten für den Besuch einer Vorstellung im GOP-Varieté verlost. Nach einer Corona-Zwangspause läuft der Spielbetrieb dort wieder seit dem 24. Juli. Der Rechtsweg ist bei der Aktion ausgeschlossen.

 

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