Entwurf überarbeitet: Anpassung an Hochwasserrichtlinien und veränderte Werre-Planung
Neue Sielwehrbrücke für 2021 geplant

Bad Oeynhausen (WB). So wie jetzt geplant, soll die neue Sielwehrbrücke allen an sie gestellten Ansprüchen gerecht werden. Und das sind eine ganze Reihe. Der ursprüngliche Entwurf des Ingenieurbüro CES aus München, im Sommer 2015 in einem Realisierungswettbewerb prämiert, hat ein verändertes Gesicht bekommen, ohne den Anspruch einer geschwungenen Linienführung grundsätzlich zu verlieren.

Samstag, 03.10.2020, 08:55 Uhr aktualisiert: 03.10.2020, 20:44 Uhr

Darauf hat Jens Grove, im Bereich Infrastrukturmanagement der Stadt für Brücken zuständig, bei der Vorstellung des aktuellen Planungsstandes im Ausschuss für Stadtentwicklung (ASE) hingewiesen. Gebaut werden soll die etwa 100 Meter lange Brücke 2021.

Kosten liegen bei zwei Millionen Euro

Die Kosten dafür liegen bei etwa zwei Millionen Euro. Jan-Martin Müller, ebenfalls im Infrastrukturmanagement der Stadt tätig, wies im ASE darauf hin, dass sich der Förderanteil, den das Land beisteuert, angesichts der aktuellen Haushaltslage von 80 auf 70 Prozent reduziert habe. Gemäß der aktuellen Prüfung der eingereichten Unterlagen seien von der Bezirksregierung Mittel in Höhe von 1.244.700 Euro in Aussicht gestellt worden. Dazu erklärte Grove ergänzend: „Im Rahmen der Regionale ist das Projekt hoch angesiedelt, was uns bei der Förderung hilft.“ Sie sei beantragt. Am Mittwoch habe er die Pläne und die Kostenberechnung an die Bezirksregierung übermittelt. Er hoffe auf ein positives Signal. Die wasserrechtliche Genehmigung stehe noch aus. Grove: „Die Hochwasserspiegel-Lagen sind abgestimmt. Es sollte eigentlich alles durchgehen, selbst ein hundertjähriges Hochwasser an Werre und Weser.“

Raue Gleite in der Flußmitte

Der Hochwasseraspekt und damit im Zusammenhang stehende wasserrechtliche Bestimmungen aber auch veränderte Überlegungen zur Gestaltung der Flusslandschaft der Werre mit einer rauen Gleite in der Mitte des Flusses hatten eine Überplanung des Brückenbauwerkes, bei dem zunächst ein Pfeiler in der Mitte vorgesehen war, notwendig gemacht. Bislang gibt es im Bereich des Sielwehres auch eine Fischtreppe, die mehr oder weniger gut funktioniere, wie Grove erklärte.

Vergabe zum Jahreswechsel ist Ziel

Der Mitarbeiter der Stadt rechnet damit, dass die Ausschreibung für das Bauvorhaben noch im Herbst werde erfolgen können und sich im nächsten Schritt um den Jahreswechsel die Vergabe der Arbeiten anschließen könne. Vor diesem Hintergrund ist vom ASE der Beschluss gefasst worden, dass der Bürgermeister als Behörde ermächtigt wird, im Zuge der öffentlichen Ausschreibung zum Bau der Nahmobilitätsbrücke den Auftrag – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Rechnungsprüfung – an den wirtschaftlichsten Bieter zu erteilen.

Wichtig für Radfahrer und Fußgänger

Die Sielwehrbrücke ist eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen dem Parkplatz an den Sielterrassen und Werste auf der anderen Uferseite. Auch für die Anbindung des geplanten Radschnellweges spielt sie eine Rolle. Auf Anfrage sagte Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich, dass es auch während des Neubaus der Brücke eine Verbindung vom einen zum anderen Werreufer geben wird. Der Stadtsprecher erklärte: „Die alte Brücke und das Sielwehr sind miteinander verbunden.“ Die alte Brücke wird auch nach Fertigstellung der neuen zunächst bestehen bleiben, bis es zu einer Umgestaltung des Wehres komme. Nach Fertigstellung der neuen werde man die alte und „abgängige“ Brücke wohl sperren, „schon aus Verkehrssicherungsgründen und der Notwendigkeit, sonst womöglich noch in die Unterhaltung der alten Brücke investieren zu müssen“.

Frage nach dem Kokturkanal

Rainer Müller-Held (BBO) fragte im Ausschuss zum Thema Wasserstand im Kokturkanal nach. Alles was man jetzt mache, habe nach seiner Auffassung darauf keinen Einfluss. Grove: „Die Brücke ändert an der heutigen Wasserstelle nichts.“ Das Wehr bleibe so bestehen. Wie sich das entwickele mit „Wasserspiegellagen, dass der Kokturkanal nicht trocken fällt“, hänge mit der zukünftigen Gestaltung des Flusslaufes und seines Umfeldes zusammen.

Folge des schlechten Zustands

Die Planung für die Brücke auf Basis des alten Entwurfes sah ein Bauwerk im Bereich der Wehranlage vor. Die Errichtung hätte dann nur nach vorherigem Abriss der alten Wehranlage inklusive bestehender Brücke erfolgen können. Dies wäre frühestens nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens zur Umgestaltung der Werre möglich gewesen. Der Neubau erfolgt nun außerhalb dieses Verfahrens zur Neugestaltung der Werre, insbesondere auch vor dem Hintergrund des schlechten Zustandes des alten Bauwerkes.

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