Mann (61) muss sich vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen verantworten
Schläge verteilt, Polizisten beleidigt

Bad Oeynhausen (WB/wa). Ein 61-jähriger Obdachloser musste sich jüngst vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen wegen Körperverletzung verantworten. Zudem hatte er Polizisten übel beleidigt, die einen Streit schlichten wollten. „Sie verwenden auch immer die gleichen Wörter, das hatten wir doch schon im letzten Urteil“, stellte dazu die Staatsanwältin fest. Acht Monate Haft muss der Mann nun verbüßen, wenn das Urteil rechtskräftig wird.

Sonntag, 06.09.2020, 17:34 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 09:22 Uhr
Vor dem Amtsgericht in Bad Oeynhausen musste sich ein Mann (61) jetzt wegen Körperverletzung und der Beleidigung von Polizisten verantworten. Foto: Claus Brand/Archiv

Wie das Gericht unter Vorsitz von Amtsrichter Dr. David Cornelius feststellte, war der Mann im Mai in einer Unterkunft an der Königsstraße mit einem Bekannten in Streit geraten. Er habe „dem Typen links und rechts eine in die Fresse gehauen“, sagte der Angeklagte. „Mehr habe ich nicht gemacht.“ Ob er herbeigerufene Beamte auch in übler und ehrverletzender Weise beleidigt hätte, wollte daraufhin der Richter von ihm wissen. „Ich habe die beleidigt“, sagte der Angeklagte. „Das ist doch ein Wort“, kommentierte daraufhin Dr. Cornelius diese Bereitschaft zum Geständnis.

„Ich war angetrunken“

Nach eigener Aussage war der 61-jährige an der Königsstraße in Rage geraten, weil der Geschädigte seinem Freund ein Portemonnaie samt Geldkarte gestohlen habe. „Der verzieht sich in den Zug, kommt wieder, Geld ist weg, Karte ist weg“, erklärte der Obdachlose seinen Grund für die körperliche Auseinandersetzung. „Ich war angetrunken“, fügte er hinzu.

Zwei 24 und 28 Jahre alte Polizisten hatten nach ihren Angaben mit einem weiteren Kollegen die Auseinandersetzung schlichten wollen, bei der es „wohl um Schulden gegangen“ sei. Man habe dem 61-jährigen einen Platzverweis ausgesprochen, um den Geschädigten als Zeugen zu vernehmen. Dem Verweis habe sich der Mann mehrfach in renitenter Weise widersetzt. Dabei „hat er mir gesagt, dass er den Geschädigten umbringen möchte“, erklärte der 24-Jährige. Der 61-jährige sei „sehr aggressiv“ gewesen und „war augenscheinlich etwas alkoholisiert“, bestätigte auch der 28-Jährige das Verhalten des Beschuldigten. Obwohl bereits mehrere Menschen aus den umliegenden Häusern aufmerksam geworden seien, „juckte das den Herrn nicht.“ Er habe sie als Polizisten weiterhin übel und in ehrverletzender Art und Weise beleidigt.

Langes Vorstrafenregister

Wo er gegen das Urteil Einspruch einlegen könne, fragte daraufhin der Beschuldigte Dr. Cornelius. „Warten Sie doch erst mal ab, ich habe doch noch gar keines gesprochen“, entgegnete der.

Nachdem die Tat des Beschuldigten aufgrund seines Geständnisses feststand, brauchte der Richter allerdings mehrere Minuten, um das Vorstrafenregister des Mannes vorzulesen. Das sei „ein halbes Buch“, bemerkte daraufhin die Staatsanwältin. Dabei sei der Angeklagte in einem Alter, „da kann man es doch etwas ruhiger angehen lassen.“ „Alkoholisiert und enthemmt“ sei er dem Geschädigten gegenübergetreten, betonte sie, aber „das ist ja Ihr Normalzustand.“

„Nicht hinnehmbar“

„Ich weiß nicht, ob Sie eine Bewährung wollen. Sie haben keine durchgestanden“, sagte daraufhin Dr. Cornelius skeptisch zu dem Mann aufgrund mehrerer verbüßter Haftstrafen. Zudem sei es schlichtweg nicht hinnehmbar, die Polizeibeamten in Ausübung ihres Dienstes zu beleidigen „und schon gar nicht in dieser heftigen Art und Weise.“

Etwa in ein bis zwei Monaten müsse er die Haftstrafe antreten, wenn das Urteil rechtskräftig wird, erklärte der Richter dem Angeklagten. Der Beschluss des Gerichtes ist noch nicht rechtskräftig.

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