Podiumsdiskussion mit vier Bürgermeisterkandidaten im Kaiserpalais Bad Oeynhausen
Wie halten Sie es mit der Kultur?

Bad Oeynhausen  (WB). Über die Bedeutung von Kultur für die Stadt Bad Oeynhausen haben am Mittwoch auf Einladung des Vereins Agora die Bürgermeisterkandidaten Henning Bökamp (FDP), Lars Bökenkröger (CDU), Dr. Volker Brand (Grüne) und Achim Wilmsmeier (SPD/BBO/Linke/UW) im Varieté-Saal des GOP-Kaiserpalais diskutiert.

Freitag, 04.09.2020, 04:00 Uhr
Auf Initiative des Vereins Agora haben die Bürgermeisterkandidaten Henning Bökamp (FDP, von rechts), Achim Wilmsmeier (SPD/BBO/Linke/UW), Lars Bökenkröger (CDU) und Volker Brand (Grüne) im Varieté-Saal im Kaiserpalais über Kultur gesprochen. Jürgen Keimer (links) führte durch den Abend. Foto: Malte Samtenschnieder

Etwa 100 Zuhörer verfolgten die von Journalist Jürgen Keimer geleitete, zweistündige Gesprächsrunde. Bürgermeisterkandidat Werner Birtsch (unabhängig) war nicht mit dabei.

Jürgen Keimer schonte die Podiumsgäste nicht. Der Moderator forderte von Beginn an klare Positionen ein. Seine erste Frage: „Wie geht es weiter mit dem Märchenmuseum, wenn die aktuelle Leiterin in absehbarer Zeit in den Ruhestand geht?“ Alle vier Bürgermeisterkandidaten hoben den hohen Stellenwert des Märchenmuseums hervor und betonten, dass sie unbedingt daran festhalten wollen. „Man sollte aber überlegen, ob man die Leitungsposition künftig anders dotiert“, gab Volker Brand zu bedenken.

Wie wahrscheinlich es sei, dass es aufgrund coronabedingter finanzieller Einbußen zu Einschnitten im Kulturbereich komme, wollte Jürgen Keimer anschließend wissen. Er wolle dies verhindern, indem er eine Prioritätenliste für alle freiwilligen Leistungen aufstelle, zu denen auch der Kulturbereich gehöre, sagte Henning Bökamp . „Kultur ist ein wichtiger weicher Standortfaktor, den wir entsprechend bedienen und ausstatten müssen“, meinte Achim Wilmsmeier.

Ähnlich äußerte sich Lars Bökenkröger : „Kultur ist prägend für die Stadt. Wir dürfen hier nichts abbauen, sondern müssen Bestehendes stärken.“ Das sah auch Volker Brand ähnlich: „Kultur stärkt das Wir-Gefühl. Bei Einsparungen sollten wir zuerst auf andere Bereiche schauen.“

Verschiedene Blickwinkel

Aus verschiedenen Blickwinkeln beschrieben die Bürgermeisterkandidaten danach ihre Position zur Schaffung eines Dritten Ortes für Kultur. Achim Wilmsmeier verteidigte ein Konzept, das vorsieht, Druckerei, Volkshochschule, Musikschule, Stadtarchiv und Stadtbücherei an einem Ort zusammenzuführen. Das führe zu Synergien: Gemeinschaftsflächen könnten zudem auch Dritten für Veranstaltungen und Ausstellungen zugänglich gemacht werden.

Henning Bökamp stellte nicht das Konzept an sich, wohl aber den geplanten Standort in Frage. Er sehe ein derartiges Kulturzen­trum nicht im Bereich der Druckerei, sondern im Haus des Gastes im Kurpark. Das Gebäude wird frei, wenn die Mitarbeiter der Tourist-Info und der Staatsbad GmbH nach der Fertigstellung ihrer neuen Räumlichkeiten im Nordbahnhof dorthin umziehen.

Podiumsdiskussion im GOP-Kaiserpalais

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  • Podiumsdiskussion im GOP-Kaiserpalais
Foto: Malte Samtenschnieder
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Ablehnung äußerte Lars Bökenkröger. „ Ich halte nichts von immer neuen Leuchtturmprojekten “, sagte der CDU-Kandidat. Ihm sei es wichtiger, die Kulturarbeit in der Breite zu fördern, als einige Bereiche an einem neuen Standort zu bündeln.

Klare Vorstellungen für die künftige Nutzung vom Haus des Gastes hat derweil Volker Brand: „Ich könnte mir dort eine Jugendkunstschule nach Löhner Vorbild vorstellen. Alternativ würde sich das Gebäude auch für eine Seniorenuniversität für Gesundheitswissenschaften eignen.“

Zur aktuellen Lage der Kulturszene sagte Volker Brand, es sei wichtig, Kulturveranstaltungen soweit wieder zuzulassen, wie die jeweilige Corona-Situation dies hergebe. Den Wunsch nach mehr Hilfen für Kulturschaffende äußerte Lars Bökenkröger.

Achim Wilmsmeier betonte, dass es bei der Stadt feste Ansprechpartner gebe, die Betroffene über mögliche Hilfsprogramme informieren. Hennig Bökamp wies darauf hin, dass die Einschränkungen im Kulturbetrieb auch gravierende Auswirkungen auf andere Bereiche haben. „Speziell in den Hotels gibt es Probleme“, sagte der Liberale.

Unterschiedliche Vorschläge

Um das kulturelle Leben in Bad Oeynhausen weiter zu beleben, machten die Bürgermeisterkandidaten ganz unterschiedliche Vorschläge. Volker Brand könnte sich Jazz- und Tanz-Festivals oder einen Poetry Slam vorstellen.

Lars Bökenkröger möchte die Bäderkultur mehr in den Mittelpunkt stellen und Sole stärker erlebbar machen. Achim Wilmsmeier arbeitete heraus, dass es schon ein umfangreiches Kulturangebot mit diversen Facetten gibt. Henning Bökamp knüpfte an Lars Bökenkrögers Aussagen an: „Wir müssen die Kultur des Ortes stärken.“

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