Sieben Pferde starben in Bad Oeynhausen in den Flammen: Reitgemeinschaft unter Schock
Nach Reitstallbrand: 15.000-Euro-Belohnung ausgelobt

Bad Oeynhausen (WB). Noch immer kann Andreas Kollmeyer, Betreiber der Pferdepensionsanlage an der Jahnstraße in Werste, nicht begreifen, was vor einer Woche geschehen ist. Sieben Pferde, darunter eine trächtige Stute, ein Therapie- sowie ein Handelspferd, verendeten bei dem nach ersten Ermittlungen der Polizei gelegten Brand.

Freitag, 07.08.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 17:41 Uhr
Vor einer Pferdebox erinnert ein Strauß mit weißen Rosen an die verstorbenen Pferde. Foto: Louis Ruthe

Bilder zweier Überwachungskameras zeigen, wie sich in der Nacht unmittelbar vor den Ausbruch des Brandes eine Person am Strohlager zu schaffen macht. Die Kripo ermittelt, erste Zeugen wurden verhört, und die Polizei geht nun einigen Hinweisen nach. Die Reitgemeinschaft sowie Freunde und Bekannte der Familie Kollmeyer loben zudem eine hohe Belohnung aus – für Hinweise, die zur Überführung der Täter führen.

Nach Reitstallbrand: Große Trauer in Bad Oeynhausen

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Foto: Louis Ruthe
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„Viele Freunde, Bekannte, Reitliebhaber, aber auch Nachbarn haben sich sofort nach dem Brand mit uns solidarisch gezeigt“, sagt Andreas Kollmeyer. Das habe dazu geführt, dass die Betreiberfamilie nun 15.000 Euro für Hinweise, die bei der Überführung der Täter helfen, ausloben kann. Denn auch eine Woche nach dem Brand stellt sich für die Gemeinschaft die Frage, warum sieben Pferde sterben mussten.

Schreckliche Bilder

Gemeinsam mit seiner Frau Maike Kollmeyer und Tochter Kira hatte er am frühen Freitagmorgen keine Chance, den Tieren im brennenden Stall zu helfen. „Die Flammen schlugen so hoch, dass wir nicht einmal in die Nähe der Boxen kommen konnten“, berichtet er. Von den Pferden hatte es keinerlei Geräusche gegeben, erinnert sich Tochter Kira Kollmeyer.

Hilflos musste die Betreiberfamilie den verheerenden Brand mit ansehen. „Hinter jedem Pferd steckt eine Geschichte“, sagt An­dreas Kollmeyer. Die Tiere seien von ihren Haltern wie Familienmitglieder behandelt worden. „Es sitzt einfach allen in den Kochen“, berichtet er. So schnell bekomme man die „Bilder des Schreckens“ nicht aus dem Kopf.

Dass es sich bei dem Feuer um eine mutwillige Brandstiftung handelt, zeigen laut dem Betreiber auch Aufnahmen zweier Überwachungskameras, die derzeit zur Auswertung bei der Kriminalpolizei in Minden liegen. „Wenn man die Bilder so sieht, hat sich der Täter über das benachbarte Betriebsgelände Zugang zu unserer Reitanlage verschafft“, sagt An­dreas Kollmeyer.

Zielstrebig habe dieser um kurz vor drei Uhr das Strohlager angesteuert und sei über den Graben zum Betriebsgelände geflüchtet, wenige Augenblicke später standen das Strohlager und die sieben Pferdeboxen in Flammen. „Auf den Aufnahmen hat man einen Lichtpegel auf dem Nachbargrundstück wahrgenommen, als ob jemand den Täter abgeholt hätte“, sagt Andreas Kollmeyer.

Brand im Pferdestall in Bad Oeynhausen – sieben Tiere tot

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  • Brand im Pferdestall in Bad Oeynhausen – sieben Tiere tot
Foto: Christian Müller
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Polizei verfolgt Spuren

Nach neuesten Hinweisen aus der Bevölkerung sucht die Polizei ein schwarzes Auto, das mit sichtlich hoher Geschwindigkeit in der Nacht auf die Wasserriede einbog. Diesem Pkw habe eine Zeugin ausweichen müssen, um nicht überfahren zu werden. Der Fahrer des Autos wird als Zeuge gesucht.

Desweiteren verfolgt die Polizei die Spur, dass ein Zeuge noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr drei männliche Personen bemerkt habe, wie diese zu Fuß auf der Rudolf-Harbig-Straße aus Richtung der Jahnstraße kommend in Richtung der Gohfelder Poststraße gingen. Um wen es sich bei dem Trio handelte, ist unklar.

Zudem bittet die Polizei dringend junge Leute, die sich in der Nacht an einer westlich der Reitanlage gelegenen Halle häufig treffen, bei ihr zu melden. Ein weiterer Ansatz ist eine Drohne, die zwei Wochen zuvor an einem Samstag über die Reitanlage flog.

„Eine Einstellerin hat diese Drohne bemerkt, sich aber nichts dabei gedacht“, sagt Andreas Kollmeyer. Die Polizei bittet alle Personen, die als mögliche Zeugen in Frage kommen, sich unter Telefon 0571/88660 zu melden.

Millionenschaden?

Weitere Erkenntnisse soll ein Gutachten eines Sachverständigen ergeben. Der Experte hatte am Donnerstag im Auftrag der Versicherung der geschädigten Familie Kollmeyer die Brandstelle untersucht.

„Nun dürfen wir mit den Aufräumarbeiten beginnen“, sagt Andreas Kollmeyer. Den Schaden könne er bis heute nicht endgültig beziffern. Eine Schadenssumme in Millionenhöhe sei jedoch nicht unrealistisch.

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